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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Coincheck-Hack 2018

Am 26. Januar 2018 stahlen Angreifer aus einer ungesicherten Hot Wallet der japanischen Kryptobörse Coincheck rund 523 Millionen NEM (XEM) im Wert von etwa 58 Milliarden Yen, umgerechnet rund 530 Millionen US-Dollar. Coincheck sicherte die Coins weder per Cold Wallet noch per Multisignatur ab, wovon rund 260.000 Kunden betroffen waren. Die japanische Finanzaufsicht FSA durchsuchte danach die Coincheck-Büros und erließ mehrere Verbesserungsanordnungen, Coincheck erstattete den Kunden im März 2018 rund 46,6 Milliarden Yen aus eigenen Mitteln.

The Japan Times

29.01.2018

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Wer die Täter waren, ist bis heute nicht abschließend behördlich geklärt. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Ermittler über einen Verdacht gegen Nordkorea, eine offizielle Bestätigung japanischer Behörden dafür liegt jedoch nicht vor.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt Standorte von US-Militärbasen

Die Fitness-App Strava veröffentlichte im November 2017 eine globale Heatmap mit GPS-Aktivitätsdaten von über einer Milliarde Trainingseinheiten. Ende Januar 2018 machte der Student Nathan Ruser öffentlich, dass die Laufrouten von Soldaten in der Heatmap die Umrisse von US-Militärbasen in Syrien, Afghanistan und Somalia sichtbar machten. Strava erklärte, die Heatmap zeige eine anonymisierte Ansicht und kündigte eine Überprüfung der Privatsphäre-Einstellungen an.

TechCrunch

28.01.2018

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Wie viele Militärstandorte konkret identifiziert wurden und ob daraus tatsächliche Sicherheitsvorfälle entstanden, ist nicht abschließend dokumentiert. In welchem Umfang einzelne Soldatenprofile re-identifiziert werden konnten, beruht auf Stichproben.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt geheime Militärbasen aus 1 Milliarde Aktivitäten

Das US-Unternehmen Strava veröffentlichte im November 2017 eine aktualisierte Version seiner Global Heatmap, die mehr als 1 Milliarde Aktivitäten von Nutzern weltweit aus dem Zeitraum 2015 bis September 2017 als Wärmebild auf einer Weltkarte darstellte. Am 27.01.2018 entdeckte der australische Student und Konfliktforscher Nathan Ruser von der Australian National University beim Betrachten der Karte, dass in Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan und Niger militärische Stützpunkte, Patrouillenrouten und Versorgungswege als helle Flecken auf der sonst dunklen Karte erkennbar waren, weil dort stationierte Soldaten mit aktiviertem GPS-Tracking joggten. Ruser veröffentlichte seine Beobachtungen auf Twitter, woraufhin weitere Journalisten zusätzliche und teils zuvor unbekannte Militärstandorte identifizierten. Betroffen waren unter anderem US-Stützpunkte in Afghanistan und Syrien, ein mutmaßlicher Raketenkommandostandort in Taiwan sowie Feldlager der Bundeswehr in Afghanistan. Am 29.01.2018 kündigte das US-Verteidigungsministerium unter Verteidigungsminister Jim Mattis eine Überprüfung der Sicherheitsrichtlinien für mobile Geräte und tragbare Sensorik von Soldaten an. Strava erklärte, die Karte enthalte nur Aktivitäten, die Nutzer nicht als privat markiert hatten, und verwies auf bestehende Opt-out-Einstellungen in der App. Als Reaktion kündigte Strava an, die Sichtbarkeitsoptionen für Nutzer zu vereinfachen.

heise online

27.01.2018

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Nicht belegt ist, wie viele zuvor unbekannte Stützpunkte insgesamt identifiziert wurden und ob die offengelegten Daten tatsächlich von gegnerischen Akteuren für Angriffe genutzt wurden. Ebenso ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich, welche konkreten disziplinarischen oder organisatorischen Konsequenzen die angekündigte Pentagon-Überprüfung für einzelne Einheiten oder Soldaten letztlich hatte.

Journalismus

"Erfolglose Videoüberwachung" — durchgerechnete Falschakzeptanz-Mathematik mit Original-BMI-Zitat

Bei einer angenommenen Fehlerquote von 0,5% würden am Berliner Bahnhof Südkreuz (über 100.000 Reisende täglich) rund 500 Personen pro Tag fälschlicherweise als gesuchte Person erkannt — selbst wenn 100 tatsächlich gesuchte Personen den Bahnhof nutzen, würden davon nur 70 erkannt. Das BMI korrigierte die Fehlerquoten-Angaben mehrfach; zuletzt hieß es: "Bisher wurde in durchschnittlich weniger als 1% der positiv erkannten Fälle eine Person irrtümlich einem Datensatz zugeordnet."

DSN Group (Datenschutz-Fachportal)

16.01.2018· in Kraft

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**Sehr wichtige, konkret durchgerechnete Ergänzung zu D4/D7:** Diese Beispielrechnung macht die abstrakte Falschakzeptanzrate greifbar — bei einem großen Bahnhof bedeutet selbst eine niedrig klingende Fehlerquote hunderte falsche Verdächtigungen täglich, während gleichzeitig ein erheblicher Teil der tatsächlich gesuchten Personen NICHT erkannt wird (nur 70 von 100 im Beispiel). Wichtig für Blackstones Sorgfalt: Das BMI hat die Zahlen "mehrfach korrigiert" — ein Hinweis auf frühere Kommunikationsprobleme bei der Genauigkeit dieser Statistik, die im Artikel erwähnenswert ist.

Journalismus

LuxLeaks-Whistleblower Antoine Deltour: Freispruch nach jahrelangem Strafverfahren in Luxemburg

Der ehemalige PwC-Prüfungsassistent Antoine Deltour wurde nach der Veröffentlichung der LuxLeaks-Dokumente im Dezember 2014 in Luxemburg wegen Diebstahls und Geheimnisverrats angeklagt. Das Bezirksgericht verurteilte ihn im Juni 2016 zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung. Das Berufungsgericht reduzierte die Strafe im März 2017. Der luxemburgische Kassationshof hob das Urteil am 11.01.2018 auf und erkannte Deltour als Whistleblower im Sinne der EGMR-Rechtsprechung an. Am 15.05.2018 sprach das neu besetzte Berufungsgericht Deltour vollständig frei.

France 24

11.01.2018

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Die konkreten Steuerausfälle durch die rund 340 in den LuxLeaks-Dokumenten genannten Konzernvereinbarungen sind nicht beziffert. Der Mitangeklagte Raphaël Halet war von der Kassationsentscheidung nicht erfasst, ihm gab erst der EGMR 2023 in einem separaten Verfahren recht.

Journalismus

Aadhaar-Leck: Zugriff auf 1,1 Milliarden Ausweisdaten für 500 Rupien (6 Euro)

Die Journalistin Rachna Khaira berichtete am 04.01.2018 in der indischen Zeitung The Tribune, dass sie über einen anonymen Verkäufer auf WhatsApp gegen Zahlung von 500 Rupien, umgerechnet rund 6 Euro, per Paytm binnen zehn Minuten Zugangsdaten zu einem Portal der Unique Identification Authority of India (UIDAI) erhielt. Über dieses Portal ließen sich zu jeder der mehr als 1,1 Milliarden vergebenen Aadhaar-Nummern Name, Adresse, Postleitzahl, Foto, Telefonnummer und E-Mail-Adresse abrufen. Gegen weitere 300 Rupien bot derselbe Verkäufer zusätzlich eine Software an, mit der sich Aadhaar-Ausweise beliebiger Personen ausdrucken ließen. Laut Recherche der Tribune hatten mehr als 100.000 staatlich beauftragte Village-Level-Enterprise-Operatoren unrechtmäßigen Zugriff auf das Portal erlangt und diesen zum Weiterverkauf genutzt. Die UIDAI wies einen Leak oder eine Datenpanne der Aadhaar-Datenbank offiziell zurück und sprach von Fehlberichterstattung. Ein UIDAI-Mitarbeiter erstattete daraufhin Strafanzeige gegen die Reporterin Khaira wegen angeblich unbefugten Zugriffs auf die Datenbank. Die Delhi Police stellte dieses Verfahren gegen Khaira später mangels Beweisen ein.

The Tribune (Chandigarh), Reporterin Rachna Khaira

04.01.2018

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Nicht belegt ist, dass über das genutzte Portal tatsächlich biometrische Daten wie Fingerabdrücke abrufbar waren, bestätigt wurden nur demografische Daten. Die Zahl von 1,1 Milliarden bezieht sich auf die theoretisch erreichbare Gesamtmenge, nicht auf nachgewiesene tatsächlich abgerufene Einzeldatensätze, zudem blieben die Hintermänner unidentifiziert.

Journalismus

Meltdown und Spectre: CPU-Lücken betreffen fast alle Prozessoren seit 1995

Am 3. Januar 2018 veröffentlichten Sicherheitsforscher zeitgleich die beiden Prozessor-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre, nachdem betroffene Hersteller bereits am 28.07.2017 informiert worden waren. Meltdown wurde unabhängig voneinander von Forschern des Google Project Zero, der TU Graz und der Firma Cyberus Technology entdeckt. Meltdown betrifft praktisch alle Intel-x86-Prozessoren seit 1995 sowie ARM- und IBM-POWER-Prozessoren, AMD-Chips sind nicht betroffen. Spectre lässt sich dagegen auf Prozessoren von Intel, AMD und ARM ausnutzen und betrifft damit praktisch alle modernen Computer, Smartphones und Server weltweit. Beide Lücken missbrauchen die spekulative Befehlsausführung moderner CPUs, um über Cache-Seitenkanalangriffe eigentlich geschützten Speicherinhalt auszulesen. Als Gegenmaßnahme gegen Meltdown wurde die Kernel Page Table Isolation eingeführt, deren Einsatz je nach Workload zu Leistungseinbußen von bis zu 30 Prozent führen kann. Die koordinierte Offenlegung war ursprünglich für den 9. Januar 2018 geplant, wurde jedoch wegen zunehmender öffentlicher Spekulationen vorgezogen.

Wikipedia

03.01.2018

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Aus dieser Quelle nicht belegt sind die genaue weltweite Anzahl betroffener Geräte in absoluten Zahlen sowie ob die Lücken vor der Offenlegung bereits für reale Angriffe mit Datenabfluss ausgenutzt wurden.

Journalismus

Danske Bank: money laundering, Europe's biggest scandal

Durch die estnische Filiale der Danske Bank flossen 2007 bis 2015 rund 200 Mrd. Euro, ein Großteil davon von der Bank selbst als verdächtig eingestuft, CEO Thomas Borgen trat 2018 zurück.

Al Jazeera

2018

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Belegt Umfang und Aufdeckung des Danske-Bank-Falls in Estland. Betrifft eine einzelne Filiale, nicht den gesamten Konzern.

Journalismus

Bis zu 3,79 Millionen Bitcoins sind unwiderbringlich verloren

Chainalysis-Analyse: 2,8-3,8 Mio. der damals 16,5 Mio. zirkulierenden Bitcoins dauerhaft verloren (~20%), hauptsächlich durch vergessene Zugangsschlüssel.

BitcoinBlog.de / Chainalysis

28.11.2017

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Chainalysis-Methodik teils unbelegt, Verlustquote spekulativ.

Journalismus

"Krypto-Panne bei Infineon: Estland zieht elektronische Personalausweise ein" — technische Einordnung

Die Regierung Estlands entschloss sich, sämtliche der betroffenen 760.000 Zertifikate dauerhaft in ihren Systemen zurückzuziehen und zu blockieren. Der ROCA-Angriff macht es möglich, RSA-Schlüssel mit vertretbarem Aufwand aus einem teilweise bekannten öffentlichen Schlüssel herauszurechnen — theoretisch könnten damit private Schlüssel und Zertifikate einzelner Nutzer für kriminelle Zwecke erzeugt werden.

Elektronik Praxis (Fachmedium)

09.11.2017· in Kraft

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Verständliche technische Erklärung, warum der Angriff funktionierte: Ein mathematischer Fehler bei der Schlüsselerzeugung, bekannt seit 1996 (Coppersmith-Methode), wieder aktuell geworden durch eine fehlerhafte Implementierung bei Infineon. Wichtig: "theoretisch möglich" — Estland betonte, es gebe keine Hinweise auf tatsächlichen Missbrauch, blockierte aber trotzdem vorsorglich.

Journalismus

Paradise Papers: ICIJ veröffentlicht 13,4 Millionen Dokumente zu Offshore-Kanzlei Appleby

Das ICIJ veröffentlichte am 05.11.2017 die Paradise Papers, basierend auf 13,4 Millionen geleakten Dateien überwiegend von der Offshore-Kanzlei Appleby mit Sitz in Bermuda, ergänzt um Unterlagen des Dienstleisters Asiaciti Trust und Firmenregister aus 19 Geheimhaltungsjurisdiktionen. Die Süddeutsche Zeitung erhielt die Dateien zuerst und teilte sie mit dem ICIJ und 95 Medienpartnern weltweit. Die Auswertung deckte Offshore-Aktivitäten von mehr als 120 Politikern und Staatschefs sowie Steuerplanung von rund 100 multinationalen Konzernen auf.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

05.11.2017

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Wie die Süddeutsche Zeitung ursprünglich Zugang zu den Appleby-Dateien erhielt, ist nicht öffentlich dokumentiert. Nicht alle genannten Politiker und Unternehmen wurden individuell strafrechtlich verfolgt, die Nennung in den Papieren allein belegt keine Rechtswidrigkeit der jeweiligen Offshore-Strukturen.

Journalismus

Paradise Papers: Offshore-Kanzlei Appleby und die globale Steuervermeidung

Am 05.11.2017 veröffentlichte das ICIJ gemeinsam mit 95 Medienpartnern in 67 Ländern die Paradise Papers, basierend auf 13,4 Millionen Dokumenten mit 1,4 Terabyte Umfang. Der Großteil, rund 7 Millionen Dateien, stammt von der Offshore-Kanzlei Appleby mit Sitz in Bermuda. Die Dokumente wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt. Unter den genannten Personen und Organisationen befanden sich die Duchy of Lancaster der Queen, der damalige US-Handelsminister Wilbur Ross sowie Apple und Nike.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

05.11.2017

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Nicht bewiesen ist, dass alle genannten Personen oder Unternehmen Steuerhinterziehung im rechtlichen Sinne begangen haben, da Offshore-Strukturen in vielen Fällen legal sind. Appleby wies Vorwürfe rechtswidrigen Handelns zurück. Die genaue Herkunft des Lecks wurde von der Süddeutschen Zeitung nicht offengelegt.

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