U Entry

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Wissen. Einordnen. Selbstbestimmt entscheiden.

Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

Filter zurücksetzen

1086 Treffer · Seite 77 von 91

Journalismus

Vault 7: WikiLeaks veröffentlicht CIA-Hacking-Werkzeuge

WikiLeaks veröffentlichte am 7. März 2017 unter dem Namen Vault 7 die erste Tranche interner CIA-Dokumente, insgesamt 8761 Dateien aus einem internen Confluence-Wiki der Engineering Development Group aus den Jahren 2013 bis 2016. Die Unterlagen beschreiben Hacking-Werkzeuge der CIA gegen Smart-TVs (Projekt Weeping Angel gegen Samsung-Geräte), VoIP-Telefonanlagen und SCADA-Industriesysteme. Ein Teil der beteiligten Programmierer arbeitete laut den Dokumenten am Standort Center for Cyber Intelligence Europe in Frankfurt am Main.

heise online

07.03.2017

Klartext anzeigen

Eine offizielle Stellungnahme der CIA zur Echtheit der Dokumente lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Berichte, wonach die CIA damit auch die Verschlüsselung von Signal und WhatsApp umgangen habe, bezeichnete heise als irreführend. Wer die Dokumente tatsächlich an WikiLeaks weitergegeben hatte, war zu diesem Zeitpunkt öffentlich nicht bekannt.

Journalismus

Uber-Software 'Greyball' zeigte verdeckten Ermittlern eine Fake-App, um Regulierungsbehörden gezielt zu täuschen

Uber setzte über Jahre ein internes Softwaretool namens 'Greyball' ein, um Fahrer gezielt von potenziellen Bedrohungen fernzuhalten, darunter Ordnungsbehörden und Strafverfolger, die versuchten, Uber beim illegalen Betrieb in Städten zu erwischen, in denen der Dienst verboten oder eingeschränkt war. Das Tool identifizierte verdeckt ermittelnde Behördenmitarbeiter, die sich als Fahrgäste ausgaben, und zeigte ihnen eine gefälschte Version der App an, in der scheinbar ein Fahrzeug bestellt wurde, das jedoch nie erschien oder kurz darauf storniert wurde. Nach Enthüllung durch die New York Times im März 2017 leitete das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung ein. Eine umfassende Untersuchung der Stadt Portland, Oregon, stellte fest, dass Uber die Software gezielt einsetzte, um 16 städtische Regulierungsbeamte bei ihrer Arbeit zu täuschen.

New York Times / Stanford Law School

03.03.2017

Klartext anzeigen

Der Ausgang der strafrechtlichen Untersuchung des US-Justizministeriums ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Uber-Greyball: Geheimsoftware umging Behördenkontrollen in Portland, Boston, Paris seit 2014

Am 03.03.2017 veröffentlichte die New York Times einen Artikel des Journalisten Mike Isaac, der ein internes Uber-Programm namens Greyball öffentlich machte. Greyball war Teil eines breiteren Systems namens VTOS (Violation of Terms of Service) und wurde laut Uber seit mindestens 2014 eingesetzt, um Behördenmitarbeiter und Ermittler in Städten zu identifizieren, in denen Uber ohne Genehmigung operierte oder verboten war. Zur Identifizierung nutzte Uber unter anderem Geofencing um Behördengebäude, den Abgleich von Kreditkarten mit Polizei-Kreditgenossenschaften, Social-Media-Daten und Geräte-Fingerprinting, insgesamt rund ein Dutzend Signale. Als Behördenmitarbeiter erkannte Nutzer erhielten eine manipulierte Version der App zu sehen, etwa mit nicht existierenden Fahrzeugen oder ohne verfügbare Fahrer, teilweise wurden Fahrer telefonisch angewiesen, eine bereits begonnene Fahrt abzubrechen. Die Methode kam laut Berichten unter anderem in Portland, Boston, Paris und Las Vegas sowie in Australien, China und Südkorea zum Einsatz. Uber räumte ein, die Technik in Portland über einen Zeitraum von zwei Wochen im Jahr 2014 gegen 17 Nutzerkonten vorwiegend von Behördenmitarbeitern eingesetzt zu haben. Am 09.03.2017 erklärte Ubers Sicherheitschef Joe Sullivan, der Einsatz von Greyball gegen lokale Regulierungsbehörden werde künftig untersagt. Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung zu Greyball eingeleitet hatte.

The New York Times (Mike Isaac)

03.03.2017

Klartext anzeigen

Der genaue Ausgang der strafrechtlichen Ermittlungen des US-Justizministeriums ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich, ebenso wenig eine belastbare Gesamtzahl weltweit betroffener Behördenmitarbeiter jenseits der 17 dokumentierten Portland-Konten.

Journalismus

CloudPets-Datenleck 2017: 821.000 Nutzerkonten und 2,2 Mio. Kinder-Sprachnachrichten offen im Netz

Der Sicherheitsforscher Troy Hunt veröffentlichte am 27.02.2017 seine Analyse zum Datenleck des Spielzeugherstellers Spiral Toys, dessen Produktlinie CloudPets internetverbundene Plüschtiere mit Sprachnachrichtenfunktion zwischen Eltern und Kindern umfasste. Die zugrunde liegende MongoDB-Datenbank war bereits seit dem 25.12.2016 ohne jede Authentifizierung im offenen Internet erreichbar und wurde von der Suchmaschine Shodan erfasst. Sie enthielt 821.296 Nutzerdatensätze mit E-Mail-Adressen und bcrypt-gehashten Passwörtern sowie Namen, Geburtsdaten und Profilfotos von Kindern. Zusätzlich verwies die Datenbank auf 2.182.337 bei Amazon Web Services gespeicherte Sprachaufnahmen zwischen Eltern und Kindern, die ohne Zugriffsschutz abrufbar waren. Mehrere Sicherheitsforscher versuchten ab dem 30.12.2016 vergeblich, Spiral Toys sowie den Hosting-Anbieter Linode zu erreichen, der erst am 04.01.2017 reagierte. Zwischen dem 07.01. und 13.01.2017 griffen Unbekannte mehrfach auf die ungesicherte Datenbank zu, löschten Teile davon und hinterließen Erpressernachrichten mit Bitcoin-Zahlungsaufforderungen. CloudPets verlangte laut Hunts Untersuchung keinerlei Mindestanforderungen an Passwörter. Das Unternehmen informierte die betroffenen Familien nach Hunts Angaben trotz gesetzlicher Meldepflicht im Sitzstaat Kalifornien nicht über den Vorfall.

Troy Hunt (troyhunt.com)

27.02.2017

Klartext anzeigen

Aus dieser Quelle nicht belegt sind spätere behördliche Konsequenzen wie Bußgelder oder ein förmliches FTC-Verfahren gegen Spiral Toys sowie der genaue Umfang tatsächlich abgeflossener Daten, da die Reaktionszeiten einzelner Angreifer nicht vollständig rekonstruierbar sind.

Journalismus

Verizon senkt Kaufpreis für Yahoo um 350 Millionen Dollar nach Datenlecks

Verizon und Yahoo gaben am 21.02.2017 bekannt, den vereinbarten Kaufpreis für Yahoos Kerngeschäft um 350 Millionen US-Dollar zu senken, von rund 4,83 auf etwa 4,48 Milliarden US-Dollar. Grund waren die zuvor bekannt gewordenen Datenlecks bei Yahoo mit rund 500 Millionen bzw. über einer Milliarde betroffenen Konten. In der geänderten Vereinbarung teilen sich Verizon und Yahoo bestimmte rechtliche Haftungsrisiken aus den Datenlecks.

TechCrunch

21.02.2017

Klartext anzeigen

Eine genaue, offiziell bestätigte Berechnungsgrundlage für die Summe von 350 Millionen Dollar ist nicht dokumentiert. Der endgültige Abschluss der Transaktion erfolgte erst im Juni 2017.

Journalismus

Bundesnetzagentur verbietet Spionagepuppe My Friend Cayla

Die Bundesnetzagentur erklärte im Februar 2017 die vernetzte Kinderpuppe My Friend Cayla wegen ihrer Aufnahmefunktion zu einem verbotenen Spionagegerät und stufte sie als unerlaubte Sendeanlage ein. Grund war eine ungesicherte Bluetooth-Verbindung zum Mikrofon. Besitz, Herstellung und Vertrieb der Puppe wurden für illegal erklärt. Das Verwaltungsgericht Köln wies einen Eilantrag des Vertreibers im Mai 2017 zurück.

heise online

17.02.2017

Klartext anzeigen

Wie viele der verkauften Puppen tatsächlich vernichtet wurden, ist offen, die Behörde verzichtete auf Kontrollen in Privathaushalten. Ob strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen einzelne Vertreiber durchgeführt wurden, ist nicht dokumentiert.

Journalismus

Meitu-Skandal: Sicherheitsforscher decken übermäßige App-Berechtigungen auf

Im Januar 2017 identifizierten Sicherheitsforscher, dass die chinesische Foto-App Meitu auf Android und iOS weit mehr Berechtigungen anfordert als für ihre Kernfunktion nötig, darunter genauen Standort, IMSI-Gerätekennung und WLAN-Verbindungen. Eindeutige Gerätekennungen wurden an Server in China übertragen. Meitu erklärte, die Datensammlung diene der App-Optimierung.

BleepingComputer

19.01.2017

Klartext anzeigen

Nicht belegt ist, wofür Meitu die Daten konkret verwendete. Es gibt keine dokumentierten Beweise für eine Weitergabe an chinesische Behörden, dies wurde nur als mögliches Risiko benannt. Es liegt keine behördliche Untersuchung zu diesem Fall vor.

Journalismus

Kamerun: Monatelange Internetsperre in den anglophonen Regionen 2017

Die kamerunische Regierung schaltete am 17. Januar 2017 als Reaktion auf Proteste der englischsprachigen Minderheit das Internet ab. Die Sperre dauerte rund 94 Tage bis Ende April 2017 und betraf laut Access Now schätzungsweise 1,7 bis 5 Millionen Menschen.

Access Now / Internet Sans Frontières / BBC News

17.01.2017

Klartext anzeigen

Die genaue Zahl der betroffenen Nutzer und der wirtschaftliche Schaden variieren je nach Quelle, da Kamerun selbst die Sperre nie offiziell mit Zahlen belegte.

Journalismus

Cellebrite-Datenleck 2017: 900 GB enthüllen Handy-Entsperrsoftware-Verkäufe an Türkei, VAE, Russland

Cellebrite ist ein israelisches Unternehmen, das mit dem Universal Forensic Extraction Device (UFED) Software zur Entsperrung und Datenextraktion aus Smartphones herstellt. Am 12.01.2017 erbeuteten Hacker rund 900 GB interne Daten von Cellebrite-Servern, darunter Zugangsdaten zu Firmendatenbanken und Auswertungsdateien beschlagnahmter Telefone. Die erbeuteten Daten belegten Verkäufe der Entsperrtechnik an die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland. Weitere Recherchen zeigten, dass Cellebrite-Produkte zwischen 2013 und 2019 auch an das belarussische Untersuchungskomitee geliefert wurden, das sie gegen die demokratische Opposition einsetzte. Laut Haaretz vom 16.09.2020 bot Cellebrite zudem Saudi-Arabien Entsperrdienste an, wofür ein Firmenvertreter im November 2019 nach Riad reiste. Im August 2020 berichtete MIT Technology Review, dass die Polizei Hongkongs Cellebrite-Geräte einsetzte, um Handys von während der Proteste 2019/2020 festgenommenen Demonstranten zu entsperren. Laut Gerichtsakten nutzte auch die myanmarische Polizei Cellebrite-Technik zur Auswertung der Telefone zweier 2018 verurteilter Reuters-Journalisten, die über den Rohingya-Genozid berichtet hatten. Am 07.10.2020 kündigte Cellebrite wegen geänderter US-Exportvorschriften an, keine Produkte mehr an Hongkong und China zu verkaufen.

Wikipedia (englischsprachige Ausgabe)

12.01.2017

Klartext anzeigen

Der genaue Umfang der weltweiten Cellebrite-Kundenliste sowie die tatsächliche Zahl betroffener Staaten und Einzelpersonen sind aus dieser Quelle nicht vollständig belegt. Unklar bleibt zudem, ob die angekündigten Lieferstopps an Russland, Belarus, Hongkong und China tatsächlich eingehalten wurden, da spätere Berichte weiterhin Nutzung der Technik in diesen Ländern nahelegen.

Journalismus

Zehn Jahre Finanzkrise: Wie die IKB die Krise nach Deutschland brachte

Die IKB Deutsche Industriebank war im Juli 2007 die erste deutsche Bank, die in der Subprime-Krise kollabierte, die KfW musste sie mit rund 10 Mrd. Euro retten, der Bund zusätzlich mit 1,2 Mrd. Euro.

Tagesspiegel

2017

Klartext anzeigen

Belegt Kollaps, Rettungssumme und den späteren Verkauf der KfW-Anteile für rund 100 statt 800 Mio. Euro.

Journalismus

Berliner Polizei erhielt 2016 Handydaten aller Berliner alle elf Tage durch Funkzellenabfragen

Bei einer Funkzellenabfrage fordert die Polizei von Mobilfunkanbietern alle Verbindungsdaten an, die in einer bestimmten Funkzelle in einem festgelegten Zeitraum anfielen, unabhängig davon, ob die betroffenen Personen mit einer Straftat zu tun haben. In Berlin erhielt die Polizei binnen eines Jahres 112 Millionen Mobilfunkdatensätze durch Funkzellenabfragen, umgerechnet 32 Datensätze pro Einwohner; 2017 wurden 474 Funkzellenabfragen mit insgesamt 59 Millionen Einzeldatensätzen gemeldet. Bei jeder Abfrage geraten zwangsläufig auch unbeteiligte Personen ins Netz der Ermittler. Bundesweit gab es laut Berechnungen über 50 solcher Massenabfragen pro Tag; im ersten Halbjahr 2018 leitete allein das Bundeskriminalamt 20 Funkzellenabfragen ein. In Sachsen verdreifachte sich die Zahl der Funkzellenabfragen seit 2012.

netzpolitik.org

01.01.2017

Klartext anzeigen

Wie viele der erfassten unbeteiligten Personen tatsächlich informiert wurden, dass ihre Verbindungsdaten in einer Funkzellenabfrage erfasst wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Hackerangriff auf Anti-Doping-Datenbank ADAMS: Gesundheitsdaten von Sportlern im Internet veröffentlicht

Zur Dopingbekämpfung müssen Athleten im Anti-Doping-Verwaltungssystem ADAMS (Anti-Doping Administration and Management System) jederzeit ihren genauen Aufenthaltsort für unangekündigte Kontrollen hinterlegen; viele Sportler fühlen sich durch diese detaillierten Standortangaben indirekt permanent überwacht. Die Datensicherheit des Systems geriet in die Kritik, nachdem ein Hackerangriff dazu führte, dass Gesundheitsdaten von Athleten im Internet auffindbar waren. Kritiker bemängeln zusätzlich, dass ein biologischer Athletenpass, der Blutparameter über die Zeit verfolgt, von Sportlern mit erfahrenen Beratern gezielt durch Mikrodosierung von Dopingsubstanzen wie EPO unterlaufen werden kann, deren minimale Verabreichung so bemessen ist, dass sie im Blutpass keinen Verdacht auslöst.

datenschutz-notizen.de

01.01.2017

Klartext anzeigen

Umfang und Folgen des ADAMS-Hackerangriffs (Anzahl betroffener Athleten, welche Daten konkret veröffentlicht wurden) sind aus dieser Quelle nicht detailliert beziffert.

← ZurückSeite 77 von 91Weiter →

Transparenz & Qualität

Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert, mit Quellen belegt und werden regelmäßig überprüft.

Mehr über unsere Standards

Dein Wissen. Deine Freiheit.

Nutze verlässliche Informationen, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen – für ein selbstbestimmtes Leben.

Zur Lernakademie

Wichtiger Hinweis

Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

Mitglied werdenAnmelden