JournalismusCOMELEC-Wahldatenleck 2016: 55 Millionen Wählerdatensätze in Philippinen offengelegt
Am 27.03.2016 hackten die Gruppen Anonymous Philippines und LulzSec Pilipinas die Website der philippinischen Wahlkommission COMELEC, verunstalteten sie und veröffentlichten anschließend eine rund 340 Gigabyte große Datenbank mit Informationen zu etwa 55 Millionen registrierten Wählern. Die veröffentlichten Daten enthielten vollständige Namen, Geburtsdaten, Adressen und Familienstand, außerdem Passnummern und Ablaufdaten von 1,3 Millionen im Ausland lebenden philippinischen Wählern sowie rund 15,8 Millionen Fingerabdruckdatensätze. Der Vorfall gilt als der größte Datenleck eines privaten oder staatlichen Datenbestands in der philippinischen Geschichte. Am 20.04.2016 nahmen die Behörden den 20-jährigen Paul Biteng fest, der die Verunstaltung der Website gestand, eine Beteiligung am Datendiebstahl jedoch bestritt. Am 28.04.2016 folgte die Festnahme des 23-jährigen Joenel de Asis, der den Download und die Weiterverbreitung der Wählerdatenbank einräumte; beide wurden nach dem Cybercrime Prevention Act von 2012 angeklagt. Die philippinische Datenschutzbehörde National Privacy Commission stellte am 28.12.2016 einen Verstoß der COMELEC gegen den Data Privacy Act von 2012 fest und empfahl die strafrechtliche Verfolgung des damaligen COMELEC-Vorsitzenden Andres Bautista. Die Website wehaveyourdata.com, über die die geleakten Wählerdaten abrufbar waren, wurde mit Unterstützung des US-Justizministeriums abgeschaltet.
Wikipedia
27.03.2016
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Aus dieser Quelle nicht belegt sind der rechtskräftige Ausgang der Strafverfahren gegen Biteng und de Asis sowie etwaige finanzielle Bußgelder gegen COMELEC; die empfohlene strafrechtliche Verfolgung von Andres Bautista wird als Empfehlung der Datenschutzbehörde dokumentiert, ein tatsächliches Gerichtsverfahren gegen ihn wird nicht bestätigt.
