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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Target-Datenleck 2013: Einfallstor HLK-Dienstleister Fazio Mechanical

Beim Target-Datenleck im Weihnachtsgeschäft 2013 verschafften sich Angreifer ab dem 15.11.2013 mit gestohlenen Netzwerk-Zugangsdaten der HLK-Firma Fazio Mechanical Services aus Pennsylvania Zugang zu Target-Systemen. Fazio Mechanical hatte Fernzugriff auf administrative Target-Systeme für Rechnungsstellung und Projektmanagement. Über diesen Zugang installierten die Angreifer RAM-scrapende Malware auf Kassensystemen und erbeuteten zwischen dem 27.11. und 15.12.2013 Daten von rund 40 Millionen Kredit- und Debitkarten.

Brian Krebs, KrebsOnSecurity

05.02.2014

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Wie genau die Zugangsdaten von Fazio Mechanical ursprünglich erbeutet wurden, ist nicht abschließend öffentlich dokumentiert. Fazio Mechanical erklärte, keine Fernüberwachung von HLK-Anlagen bei Target durchgeführt zu haben, ihr Zugang habe sich auf administrative Funktionen beschränkt.

Journalismus

Prokon-Insolvenz: Windenergie-Genussrechte-Skandal

Die Prokon Regenerative Energien GmbH stellte am 22.01.2014 Insolvenzantrag, nachdem sie rund 75.000 Anleger unter Druck gesetzt hatte, ihre Genussrechte nicht zu kündigen. Das Unternehmen hatte über nachrangige Genussrechte etwa 1,4 Milliarden Euro eingesammelt, ohne der BaFin-Aufsicht zu unterliegen. Das Geschäftsmodell beruhte auf hochverzinsten Genussrechten und wenig transparenten Investitionen, unter anderem in eine unrentable Biodieselproduktion.

Stiftung Warentest

22.01.2014

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Nicht geklärt ist, welcher Anteil der 1,4 Milliarden Euro tatsächlich verloren ging, da im Insolvenzverfahren ein Teil in eine Genossenschaft überführt wurde. Umstritten bleibt, inwieweit die damalige Aufsichtslücke ursächlich für das Schadensausmaß war.

Journalismus

Snapchat-Datenleck: 4,6 Millionen Nutzernamen und Telefonnummern veröffentlicht

In der Neujahrsnacht 2013/2014 veröffentlichte eine anonyme Gruppe unter dem Namen SnapchatDB Nutzernamen und Telefonnummern von rund 4,6 Millionen Snapchat-Nutzern. Die letzten beiden Ziffern jeder Telefonnummer wurden unkenntlich gemacht. Das Sicherheitsunternehmen Gibson Security hatte Snapchat bereits im August 2013 privat auf eine Schwachstelle in der Find-Friends-Funktion hingewiesen und die Lücke nach monatelangem Schweigen im Dezember 2013 öffentlich dokumentiert. Snapchat hatte die Schwachstelle zuvor als rein theoretisch eingestuft und nicht behoben.

heise online (dpa)

01.01.2014

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Wer genau hinter SnapchatDB steckte, ist nicht abschließend bekannt. Ob die veröffentlichten Daten für Spam oder Betrug missbraucht wurden, ist nicht dokumentiert. Die Angabe von 4,6 Millionen betroffenen Konten stammt von den Angreifern selbst.

Journalismus

Omega-Diamonds-Vergleich: Rekordbusse im Antwerpener Diamantenhandel

Der Antwerpener Diamantenhändler Omega Diamonds einigte sich Ende 2013 mit belgischen Behörden auf eine Zahlung von rund 160 Millionen Euro, um ein Strafverfahren wegen Zoll- und Steuerbetrugs sowie mutmasslicher Geldwäsche im Zusammenhang mit Diamantenimporten aus zentralafrikanischen Konfliktregionen zu beenden. Es war der bis dahin höchste aussergerichtliche Steuervergleich in der belgischen Geschichte.

Reuters / Belgische Staatsanwaltschaft

28.12.2013

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Der Vergleich beendete das Verfahren ohne förmliches Schuldeingeständnis oder strafrechtliche Verurteilung einzelner Personen; die genaue Rolle israelischer Netzwerke bleibt nur skizzenhaft dokumentiert.

Journalismus

NSA-RSA-Skandal um Dual_EC_DRBG

Reuters enthüllte am 21.12.2013, dass die NSA rund 10 Millionen Dollar an RSA Security zahlte, damit der Zufallszahlengenerator Dual_EC_DRBG als Standardeinstellung im BSafe-Toolkit verankert wurde. Sicherheitsforscher hatten die Schwachstelle des Generators bereits 2007 aufgezeigt, nach den Snowden-Leaks 2013 riet RSA seinen Kunden offiziell von der weiteren Nutzung ab.

The Register

21.12.2013

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RSA bestritt öffentlich, wissentlich eine Hintertür eingebaut zu haben, und erklärte, die Entscheidung von 2004 sei Teil eines branchenweiten Standardisierungsprozesses gewesen. Ob RSA zum Zeitpunkt der Vereinbarung tatsächlich um die Backdoor-Eigenschaft wusste, bleibt bis heute umstritten und ist nicht abschließend belegt.

Journalismus

MUSCULAR: NSA und GCHQ zapfen Datenleitungen zwischen Google- und Yahoo-Rechenzentren an

Die Washington Post berichtete am 30.10.2013 auf Basis von Snowden-Dokumenten, dass NSA und der britische Geheimdienst GCHQ im gemeinsamen Programm MUSCULAR heimlich die internen Glasfaserverbindungen zwischen den Rechenzentren von Google und Yahoo weltweit anzapften. Laut einer internen NSA-Abrechnung vom 09.01.2013 wurden allein in 30 Tagen 181.280.466 neue Datensätze erfasst, deutlich mehr als über das bekanntere Programm PRISM. Google und Yahoo erklärten öffentlich, der NSA keinen Zugang zu ihren Rechenzentren gewährt zu haben, und begannen daraufhin ab November 2013 die Datenverbindungen zwischen ihren Rechenzentren zu verschlüsseln.

The Washington Post

30.10.2013

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Offen bleibt, wie viele der abgegriffenen Datensätze tatsächlich US-Bürger betrafen und in welchem Umfang die Daten für konkrete Ermittlungen genutzt wurden. Die genaue technische Umsetzung des Zugriffspunkts sowie die Frage, ob dafür überhaupt eine richterliche Anordnung nötig gewesen wäre, sind bis heute nicht abschließend gerichtlich geklärt.

Journalismus

Handygate: NSA-Überwachung von Angela Merkels Mobiltelefon

Der Spiegel enthüllte am 23. und 27.10.2013 anhand von Snowden-Dokumenten, dass die NSA das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hat, möglicherweise seit 2002. Merkel telefonierte daraufhin mit Präsident Obama, der zusicherte, das Abhören werde nicht fortgesetzt. Der Vorfall führte zu diplomatischen Verstimmungen und zur Einsetzung des NSA-Untersuchungsausschusses ab März 2014. Die Bundesanwaltschaft stellte ihre 2014 eingeleiteten Ermittlungen im Juni 2015 mangels gerichtsverwertbarer Beweise ein.

Der Spiegel

27.10.2013

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Nicht abschließend geklärt ist, seit wann genau die Überwachung begann, das Datum 2002 stammt aus einem einzelnen NSA-Dokument. Die Bundesanwaltschaft konnte das Originaldokument nicht sichern, da es nur als Kopie vorlag, was die Verfahrenseinstellung 2015 mitbegründete. Ein geplantes No-Spy-Abkommen zwischen Deutschland und den USA kam nie zustande.

Journalismus

Handygate 2013: NSA soll Merkels Mobiltelefon seit 2002 abgehört haben

Am 24.10.2013 wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst NSA das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört haben soll. Grundlage war eine Recherche des Magazins Der Spiegel anhand von Dokumenten aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden. Demnach führte die zuständige NSA-Abteilung S2C32 Merkel bereits seit 2002 unter dem Decknamen GE Chancellor Merkel als Aufklärungsziel. Betroffen war ein von Merkel für CDU-interne Kommunikation genutztes Mobiltelefon, nicht ihr offizielles Diensthandy. Als Operationsbasis der NSA diente laut Bericht die US-Botschaft am Pariser Platz in Berlin. Noch am 24.10.2013 bestellte das Auswärtige Amt erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den US-Botschafter John B. Emerson ein. Merkel beschwerte sich telefonisch bei US-Präsident Barack Obama. Generalbundesanwalt Harald Range leitete 2014 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit ein, stellte es aber am 12.06.2015 mangels gerichtsfest beweisbarer Fakten wieder ein.

Wikipedia (deutschsprachige Ausgabe)

24.10.2013

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Aus dieser Quelle nicht abschließend belegt ist, ob und wie lange Merkels Handy tatsächlich technisch abgehört wurde, da der Generalbundesanwalt das zugrunde liegende NSA-Dokument nie im Original erhalten konnte.

Journalismus

Experian-Tochter ermöglichte Zugriff auf 200 Millionen US-Verbraucherdaten für Identitätsdieb

Die US-Kreditauskunftei Experian erwarb im März 2012 das Unternehmen Court Ventures, das über eine Vertragspartnerschaft mit dem Datenaggregator US Info Search Zugriff auf umfangreiche Verbraucherdatenbanken besaß. Ein Kunde von Court Ventures, der sich als Privatermittler mit Sitz in Singapur ausgab, war tatsächlich der 24-jährige vietnamesische Staatsbürger Hieu Minh Ngo, der unter dem Pseudonym hieupc die Identitätsdiebstahl-Dienste Superget.info und Findget.me betrieb. Ngo bezahlte den Datenzugang monatlich per Banküberweisung aus Singapur und konnte dadurch auf Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten, Adressen und weitere Datensätze von mehr als 200 Millionen US-Amerikanern zugreifen. Der Zugriff dauerte auch nach der Übernahme durch Experian noch rund zehn Monate an, bis der US Secret Service Experian auf die verdächtigen Aktivitäten aufmerksam machte und der Zugang im Februar 2013 beendet wurde. Nach Angaben von US-Ermittlern führte Ngos Dienst zwischen 2007 und Februar 2013 rund 3,1 Millionen Abfragen für etwa 1.300 zahlende Kunden durch und nahm dabei rund 1,9 Millionen US-Dollar ein. Das US-Justizministerium gab die strafrechtliche Anklage gegen Ngo am 19.10.2013 bekannt. Ngo bekannte sich schuldig und wurde im Juli 2015 zu 13 Jahren Haft verurteilt. Im November 2022 einigte sich die Experian-Tochter Experian Data Corp zusätzlich mit den Generalstaatsanwälten von 40 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über 1 Million US-Dollar.

Krebs on Security (Brian Krebs)

19.10.2013

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Die genaue Zahl der tatsächlich durch Ngos Dienst geschädigten Verbraucher blieb laut US-Ermittlern zum Zeitpunkt der Anklage 2013 ungeklärt, da nur die Zahl der abrufbaren Datensätze und Abfragen bekannt war.

Journalismus

Adobe-Datenleck 2013: 153 Millionen Nutzerkonten mit schwach verschlüsselten Passwörtern gestohlen

Adobe entdeckte am 17.09.2013 einen unautorisierten Zugriff auf sein Netzwerk und informierte am 03.10.2013 erstmals öffentlich über den Vorfall. Die Angreifer waren über einen öffentlich zugänglichen Webserver eingedrungen und bewegten sich anschließend lateral durch Adobes interne Systeme. Dabei erbeuteten sie Quellcode zu Produkten wie Acrobat, ColdFusion und Photoshop sowie eine Kundendatenbank. Adobe bestätigte zunächst 2,9 Millionen betroffene Konten, korrigierte die Zahl aber wenige Wochen später auf rund 38 Millionen aktive Nutzerkonten mit gültigen verschlüsselten Passwörtern. Ende Oktober 2013 tauchte im Internet eine Datei mit mehr als 150 Millionen Benutzername-Passwort-Paaren aus der betroffenen Datenbank auf, weshalb häufig von rund 153 Millionen kompromittierten Datensätzen die Rede ist. Zusätzlich waren nach Adobes eigenen Angaben knapp 3 Millionen verschlüsselte Kredit- und Debitkartennummern samt Ablaufdatum betroffen. Adobe hatte die Passwörter nicht einzeln gehasht, sondern mit demselben 3DES-Schlüssel im ECB-Modus verschlüsselt, wodurch identische Passwörter identische Chiffretexte erzeugten und sich Muster erkennen ließen. Im Klartext gespeicherte Passworthinweise erleichterten Angreifern zusätzlich das Erraten vieler Passwörter. Adobe setzte daraufhin die Passwörter betroffener Konten zurück und bot Kunden mit betroffenen Kartendaten ein Jahr kostenlose Kreditüberwachung durch Experian an. Im November 2016 einigte sich Adobe mit Justizbehörden von 15 US-Bundesstaaten auf eine Zahlung von 1 Million US-Dollar sowie verbesserte Sicherheitsmaßnahmen.

Krebs on Security (Brian Krebs)

03.10.2013

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Aus dieser Quelle geht nicht eindeutig hervor, wie viele der über 150 Millionen Datensätze tatsächlich aktive, echte Nutzerkonten betrafen, da Adobe einen erheblichen Teil als ungültige, doppelte oder zu Testzwecken angelegte Einträge bezeichnete. Ebenso bleibt offen, wer die Angreifer waren, da sie nie öffentlich identifiziert oder strafrechtlich belangt wurden.

Journalismus

Lavabit-Abschaltung: E-Mail-Anbieter verweigert Herausgabe der SSL-Schlüssel

Der verschlüsselte E-Mail-Dienst Lavabit wurde im Juni 2013 per Gerichtsbeschluss gezwungen, seine privaten SSL-Schlüssel an US-Behörden herauszugeben, um Metadaten des Nutzers Edward Snowden zu erfassen. Gründer Ladar Levison übergab die Schlüssel zunächst nur als unleserlichen 11-seitigen Ausdruck in 4-Punkt-Schrift, wurde mit 5000 Dollar Tagesstrafe belegt und schloss den Dienst mit rund 410.000 registrierten Nutzern im August 2013 vollständig, statt die Verschlüsselung aller Kunden zu kompromittieren.

TechCrunch

03.10.2013

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Nicht abschließend gerichtlich geklärt wurde die grundsätzliche Frage, ob die Herausgabepflicht für private Master-Schlüssel überhaupt rechtmäßig war, da das Berufungsgericht 2014 nur die Verfahrensfehler von Levisons Einspruch prüfte. Unklar bleibt auch, welche Daten anderer Lavabit-Nutzer die Behörden durch den erzwungenen Schlüsselzugriff tatsächlich einsehen konnten.

Journalismus

Vodafone-Deutschland-Hack 2013: Zwei Millionen Kundenstammdaten mit vermutetem Insiderwissen entwendet

Am 12.09.2013 gab Vodafone Deutschland bekannt, dass bei einem Cyberangriff persönliche Daten und Kontoinformationen von zwei Millionen Kunden gestohlen wurden. Der Angriff erfolgte laut Vodafone mit hoher krimineller Energie und mutmaßlichem Insiderwissen tief in der IT-Infrastruktur des Unternehmens; gestohlen wurden Namen, Adressen, Geburtsdaten, Geschlecht sowie Bankkontonummern und Bankleitzahlen, jedoch keine Passwörter oder PINs. Vodafone entdeckte den Angriff selbst und konnte ihn stoppen; die Behörden identifizierten einen Verdächtigen und durchsuchten dessen Wohnung, woraufhin Vodafone die zwei Millionen Betroffenen per Brief informierte.

netzpolitik.org / BBC

12.09.2013

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Der Verdacht auf 'Insiderwissen' als Angriffsvektor wird von Vodafone selbst geäußert; ob der später identifizierte Verdächtige tatsächlich ein Mitarbeiter oder ehemaliger Mitarbeiter war, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

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