Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-GER-2025-1476 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-LEAKS, CYBERCRIME | 01.02.2025 | Unimed-Cyberangriff: 120.000 Patientendaten deutscher Universitätskliniken über externen Dienstleister gestohlen drweb.de / Security-Insider Recherche: DC Quelle öffnen → | Ein Cyberangriff auf einen externen IT-Dienstleister führte zum Abfluss von Daten Zehntausender Patienten und betraf mehrere große deutsche Universitätskliniken, darunter Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm, Mannheim und Köln. Insgesamt wurden über 120.000 Patientendatensätze deutscher Universitätskliniken im sogenannten Unimed-Cyberangriff gestohlen. Parallel griffen Hacker um den Jahreswechsel 2024/25 das Praxisverwaltungssystem des MVZ Herz-Lungen-Praxis Hamburg-Bergedorf an, einer Tochtergesellschaft der LungenClinic Großhansdorf, und erlangten Zugriff auf 12.000 Patientendatensätze. Nach Angaben von Check Point Software stiegen Cyberangriffe in der DACH-Region 2025 um 124 Prozent, wobei Deutschland über 82 Prozent aller registrierten Vorfälle in der Region ausmachte. | Ob und in welchem Umfang die gestohlenen Daten öffentlich veröffentlicht wurden oder ausschließlich im kriminellen Untergrund gehandelt wurden, ist aus dieser Quelle nicht abschließend geklärt. |
| BSDC-P-FIN-2024-1477 Relevanz 3AUTO, FIN | 01.01.2024 | Telematik-Autoversicherung: Rabatt gegen lückenlose Fahrverhaltensdaten, Kündigungsrisiko bei negativem Profil Verbraucherzentrale / dr-datenschutz.de Recherche: DC Quelle öffnen → | Bei Telematik- bzw. 'Blackbox'-Kfz-Versicherungen zeichnet ein im Fahrzeug installiertes Gerät kontinuierlich Standort, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bremsverhalten auf; im Gegenzug für verkehrskonformes Fahrverhalten winken Prämienrabatte. Verbraucherschützer beziffern die durchschnittliche Ersparnis auf 10 bis 15 Prozent, in Einzelfällen sind Rabatte von bis zu 45 Prozent möglich. Datenschützer kritisieren die permanente Datensammlung: Die erfassten Standortdaten könnten grundsätzlich auch für personalisierte Werbung genutzt werden, der Versicherer kann die Fahrdaten bei einem Unfall gegen den Versicherten verwenden, und bei auffällig negativem Fahrverhalten kann der Versicherer den Vertrag kündigen. | Ob und wie oft Versicherer Telematik-Daten tatsächlich bereits gegen Kunden in Schadensfällen oder bei Vertragskündigungen verwendet haben, ist aus dieser Quelle nicht mit Fallzahlen belegt. |
| BSDC-J-IDN-2013-1478 Relevanz 3FITNESS-STUDIOS-ZUTRITTSBIOMETRIE, KINDER-VULNERABLE | 01.08.2013 | Hamburger Grundschulen führen Fingerabdruck-Pflicht für Kantinenbezahlung ein, Eltern-Proteste ignoriert taz / Piratenpartei Hamburg Recherche: DC Quelle öffnen → | An der Adolph-Schönfelder-Grundschule in Hamburg sowie 15 weiteren Schulen entschied ein Catering-Unternehmen, dass Grundschulkinder ihren Fingerabdruck zeigen mussten, um Zugang zur Schulkantine zu erhalten. Die IT-Firma People & Project GmbH aus Schleswig-Holstein hatte das biometrische Bezahlsystem den Schulbehörden im Oktober 2012 angeboten, eingeführt wurde es zu Schuljahresbeginn. Das Unternehmen ignorierte laut Piratenpartei Hamburg die Einwände zahlreicher Eltern; Kritik kam zusätzlich von der Opposition und Datenschutzinstitutionen, die betonten, Schulen hätten die pädagogische Aufgabe, Kinder für den Umgang mit ihren persönlichen Daten zu sensibilisieren, statt sie zur biometrischen Erfassung zu zwingen. | Ob das System nach den Protesten tatsächlich wieder abgeschafft wurde, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-O-FND-2024-1479 Relevanz 3MEGA-BREACH, CYBERCRIME, GESUNDHEIT | 21.02.2024 | Change-Healthcare-Ransomware: 190 Millionen Amerikaner betroffen, UnitedHealth zahlt 22 Mio. USD Lösegeld UnitedHealth Group / Bleeping Computer Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 21.02.2024 wurde ein Ransomware-Angriff auf Change Healthcare entdeckt, einen der größten Abrechnungsdienstleister im US-Gesundheitssystem, nachdem Angreifer der mit BlackCat/ALPHV verbundenen Gruppe neun Tage lang unbemerkt im Netzwerk operiert hatten. Zugang erhielten sie über ein Citrix-Fernzugriffsportal ohne Multi-Faktor-Authentifizierung. Die Muttergesellschaft UnitedHealth zahlte über ihre Tochter Optum ein Lösegeld von 22 Millionen US-Dollar. Nach anfänglichen Schätzungen von 100 Millionen Betroffenen korrigierte UnitedHealth die Zahl später auf 190 Millionen betroffene Amerikaner, fast die Hälfte der US-Bevölkerung, deren persönliche und Gesundheitsdaten gestohlen wurden. Der Angriff verursachte monatelange Ausfälle im US-Gesundheitssystem; UnitedHealth gab 2024 insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar für die Bewältigung der Attacke aus. | UnitedHealth verzögerte laut Medienberichten die Benachrichtigung Betroffener über mehrere Monate; die genauen Gründe für die Verzögerung sind aus dieser Quelle nicht abschließend geklärt. |
| BSDC-J-GER-2023-1480 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-LEAKS, STAATEN-DATENFLUESSE | 01.11.2023 | NHS England vergibt 330-Millionen-Pfund-Vertrag zur Gesundheitsdatenverwaltung an Palantir, Proteste und Parlamentskritik Deutsches Ärzteblatt / London Review of Books Recherche: DC Quelle öffnen → | Der britische Gesundheitsdienst NHS England unterzeichnete 2023 einen zunächst siebenjährigen Vertrag über 330 Millionen Pfund, der die zentrale Datenverwaltungsplattform des gesamten Gesundheitssystems an das US-Unternehmen Palantir auslagert. Latifa Patel, Vorsitzende des Vertretungsgremiums der British Medical Association, nannte die Vergabe 'zutiefst besorgniserregend'; Amnesty International forderte von Palantir verbindliche Garantien, Patientendaten künftig nicht zu monetarisieren. 2023 blockierten rund 200 Menschen die NHS-Büros aus Protest gegen die Vertragsvergabe; Aktivisten der Koalition um 'Keep Our NHS Public' organisierten seither wiederholt Informationsstände, Flugblattaktionen und Unterschriftensammlungen. Ein parlamentarischer Ausschuss warnte, Palantirs Rolle stelle eine 'inakzeptable Schwachstelle' dar und verwies auf die Risiken einer Abhängigkeit von wenigen US-Technologieunternehmen. | Ob Palantir die geforderten Garantien gegen eine Monetarisierung der Patientendaten tatsächlich abgegeben hat, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-O-GER-2020-1481 Relevanz 3RECHT-VOLLZUG, KONSUM | 10.12.2020 | CNIL verhängt 135 Millionen Euro Bußgeld gegen Google und Amazon wegen ungefragter Werbe-Cookies CNIL (Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die französische Datenschutzbehörde CNIL verhängte am 10.12.2020 nach Online-Kontrollen auf google.fr und amazon.fr Bußgelder von insgesamt 135 Millionen Euro: 100 Millionen Euro gegen Google (60 Mio. gegen Google LLC, 40 Mio. gegen Google Ireland Ltd.) und 35 Millionen Euro gegen Amazon. Beide Unternehmen platzierten automatisch personalisierte Werbe-Cookies auf den Endgeräten der Nutzer, ohne vorab deren Einwilligung einzuholen; zusätzlich bewertete die CNIL die bereitgestellten Informationen zu den Cookies als unzureichend. Die Unternehmen erhielten drei Monate Zeit zur Anpassung, andernfalls drohten weitere 100.000 Euro Strafe pro zusätzlichem Verzögerungstag. Der französische Conseil d'État bestätigte die Entscheidung gegen Amazon später in der Berufung. | Ob die tatsächlich verhängten Nachfrist-Strafzahlungen von 100.000 Euro pro Tag jemals fällig wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-FND-2024-1482 Relevanz 3ZUKUNFTSTECHNIK, KI-RISIKEN | 01.01.2025 | Von 70 Zielen im Jahr zu 70 Zielen am Tag: KI-Zielsystem 'Lavender' im Ukraine-Krieg-Umfeld dokumentiert Yuval Abraham / netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | In der Ukraine wurden laut Berichten binnen drei Monaten über 22.000 Einsätze unbemannter Systeme registriert; KI-gestützte Objekterkennung unterstützt Drohnen zunehmend bei der Zielerfassung. Der israelische Journalist Yuval Abraham interviewte Soldaten, die ein KI-Zielsystem namens 'Lavender' nutzten; ein Zitat lautete: 'Früher hatten wir 70 Ziele im Jahr, jetzt haben wir 70 Ziele am Tag.' KI-Expertin Verena Jackson erklärte, eine ethisch geführte Kriegsführung mit autonomen Waffen sei kaum möglich; neu am Ukraine-Krieg sei das weitgehende Herausnehmen des menschlichen Entscheiders aus der Zielauswahl, ein Szenario, das Ethiker zuvor ein Jahrzehnt lang als theoretischen Worst Case diskutiert hatten und das nun ohne Regelwerk, Aufsicht oder Präzedenzfall operativer Standard geworden sei. Amnesty International, Access Now und über 200 weitere Organisationen forderten einen sofortigen Stopp des KI-Einsatzes in militärischen Tötungsketten. | Das 'Lavender'-System wird primär im Kontext des Gaza-Kriegs beschrieben, nicht spezifisch der Ukraine; die Quelle verknüpft beide Konflikte als Beispiele für denselben Trend zur KI-gestützten Zielerfassung, ohne dass Lavender selbst in der Ukraine nachgewiesen im Einsatz war. |
| BSDC-P-FND-2022-1483 Relevanz 3STAAT, STAATEN-DATENFLUESSE | 21.06.2022 | EuGH erklärt fünfjährige Fluggastdaten-Speicherfrist für unverhältnismäßig, begrenzt PNR-Nutzung auf 'absolut Notwendiges' Europäischer Gerichtshof (EuGH) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EuGH entschied am 21.06.2022 auf Vorlage des belgischen Verfassungsgerichtshofs zur Auslegung der PNR-Richtlinie, die die systematische Verarbeitung von Fluggastdaten (Passenger Name Records) für Flüge zwischen der EU und Drittstaaten regelt. Das Gericht stellte fest, die Richtlinie greife schwerwiegend in das Recht auf Achtung des Privatlebens und auf Datenschutz ein, und erklärte die bis dahin praktizierte fünfjährige Speicherfrist für Fluggastdaten für unverhältnismäßig. Datenerhebung und -auswertung müssen sich künftig auf das 'absolut Notwendige' beschränken; die Speicherung von Fluggastdaten bei EU-internen Flügen ist seither nur noch bei konkreten Anzeichen einer terroristischen Bedrohung oder auf sogenannten kriminellen Flugrouten zulässig, mit einer maximalen Speicherdauer von sechs Monaten. Laut einer Bundestagsanfrage stieg die Zahl der in Deutschland gespeicherten Fluggastdatensätze bis 2023 auf 424 Millionen deutlich an. | Ob die deutsche Praxis der PNR-Speicherung inzwischen vollständig an das Urteil angepasst wurde, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt; die zitierte Zunahme auf 424 Millionen Datensätze deutet eher auf einen weiter wachsenden Datenbestand hin. |
| BSDC-O-IDN-2021-1484 Relevanz 3IDENTITAET, RECHT-VOLLZUG | 01.12.2021 | Grindr zahlt 6,5 Mio. Euro Bußgeld: Standort, sexuelle Orientierung und Nutzeridentität an Werbepartner weitergegeben Datatilsynet (norwegische Datenschutzbehörde) Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach einer Beschwerde des norwegischen Verbraucherrats Forbrukerrådet und der Datenschutzorganisation noyb.eu im Januar 2020 verhängte die norwegische Datenschutzbehörde Datatilsynet im Dezember 2021 ein Bußgeld von 65 Millionen norwegischen Kronen (rund 6,5 Millionen Euro) gegen die Dating-App Grindr. Zwischen 2018 und 2020 gab Grindr ohne ausreichende Rechtsgrundlage Alter, Geschlecht, GPS-Standort, IP-Adresse und Werbe-ID seiner Nutzer an zahlreiche Werbeunternehmen weiter. Besonders kritisiert wurde, dass Grindr auch die Information weitergab, dass jemand Grindr-Nutzer ist: Diese Angabe allein legt bereits eine von der Mehrheit abweichende sexuelle Orientierung nahe, selbst wenn die sexuelle Orientierung nicht explizit übermittelt wird. | Grindr focht die Entscheidung an; ob das Bußgeld in voller Höhe rechtskräftig gezahlt wurde, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt. |
| BSDC-P-FND-2018-1485 Relevanz 3GESELLSCHAFT, PLATTFORMMACHT | 01.04.2018 | Cambridge Analytica: 87 Millionen Facebook-Profile für Wahlbeeinflussung genutzt, rund 310.000 in Deutschland betroffen Statista / heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Cambridge Analytica sammelte über eine Facebook-App unrechtmäßig Daten von schätzungsweise 87 Millionen Facebook-Nutzern, darunter rund 310.000 in Deutschland, um sie mit individuell zugeschnittenen Wahlwerbeanzeigen zur Wahl Donald Trumps zu bewegen. Über Microtargeting-Kampagnen erhielten Wähler politische Botschaften, die gezielt auf ihre individuellen Ängste, Hoffnungen und Vorurteile zugeschnitten waren. Laut späteren Umfragen gaben 86 Prozent aktueller und ehemaliger Facebook-Nutzer an, wenig oder gar kein Vertrauen zu haben, dass das Netzwerk verantwortungsvoll mit ihren persönlichen Daten umgeht. Nachfolgeorganisationen und -akteure wie die Gruppe 'Team Jorge' setzten ähnliche Methoden der Desinformation und Wahlbeeinflussung auch im Superwahljahr 2024 fort, wenn auch über andere Kanäle als Cambridge Analytica. | Die direkte kausale Wirkung des Cambridge-Analytica-Microtargetings auf den tatsächlichen Wahlausgang 2016 ist wissenschaftlich umstritten und aus dieser Quelle nicht als belegter Kausalzusammenhang, sondern als beschriebene Methode dargestellt. |
| BSDC-J-GER-2019-1486 Relevanz 3SMARTHOME | 01.12.2019 | Serie von Ring- und Nest-Kamera-Hacks: Fremde belästigen Familien und Kinder über gekaperte Smart-Home-Kameras heise online / t-online Recherche: DC Quelle öffnen → | In den USA häuften sich Fälle, in denen Hacker sich unbefugten Zugriff auf smarte Ring- und Nest-Kameras verschafften. In Mississippi spielte ein Hacker über die Kamera im Kinderzimmer eines Mädchens den Song 'Tiptoe Through The Tulips' ab und beschimpfte die Achtjährige; in Florida spionierte ein Unbekannter eine Familie tagelang über deren Ring-Kameras aus, aktivierte die Alarmsirene und moderierte über die Lautsprecher einen Hacker-Podcast, während er Eltern und Sohn beschimpfte. Weitere Fälle wurden aus Georgia, New York und Connecticut gemeldet. Bei Google-Nest-Kameras übernahm in Milwaukee ein Hacker wiederholt die Kontrolle über smarte Haushaltsgeräte; bereits 2018 berichteten US-Medien über Sicherheitsprobleme bei Nest-Kameras, bei denen Angreifern der Zugriff auf Nutzerkonten gelang. | Die dokumentierten Fälle beruhen überwiegend auf wiederverwendeten, bei anderen Datenlecks erbeuteten Zugangsdaten (Credential Stuffing), nicht auf einer direkten Sicherheitslücke in Ring oder Nest selbst; dieser technische Hintergrund wird in den zitierten Berichten nicht in jedem Einzelfall differenziert dargestellt. |
| BSDC-O-FND-2018-1487 Relevanz 3MEGA-BREACH, CYBERCRIME | 30.11.2018 | Marriott/Starwood-Datenleck: Hacker unentdeckt seit 2014 in Reservierungssystem, bis zu 500 Millionen Gäste betroffen NPR / Security-Insider Recherche: DC Quelle öffnen → | Marriott meldete am 30.11.2018, dass Angreifer bereits seit 2014 unentdeckten Zugriff auf das Reservierungssystem der 2016 übernommenen Hotelkette Starwood hatten. Betroffen waren bis zu 500 Millionen Gästeeinträge; bei 327 Millionen davon umfassten die gestohlenen Daten eine Kombination aus Name, Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Passnummer, SPG-Kontoinformationen, Geburtsdatum, Geschlecht sowie An- und Abreisedatum. Betroffen waren Gäste der Starwood-Marken W Hotels, St. Regis, Sheraton, Westin, Element, Aloft, The Luxury Collection, Tribute Portfolio, Le Méridien, Four Points by Sheraton und Design Hotels. | Der Angriff blieb laut Quelle vier Jahre lang unentdeckt; ob dies auf mangelnde Sicherheitsüberwachung bei Starwood vor der Marriott-Übernahme zurückzuführen ist, wird in dieser Quelle nicht abschließend geklärt. |
| BSDC-O-FND-2024-1488 Relevanz 3PLATTFORMMACHT, KONSUM | 01.05.2024 | US-Justizministerium verklagt Live Nation/Ticketmaster wegen Monopolmissbrauchs im Konzertmarkt U.S. Department of Justice Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Mai 2024 reichte das US-Justizministerium gemeinsam mit den Generalstaatsanwälten von 29 Bundesstaaten und dem District of Columbia vor dem Bundesgericht im Südbezirk von New York eine zivilrechtliche Kartellklage gegen Live Nation Entertainment und Ticketmaster ein. Der Klage zufolge nutzt der Konzern seine Monopolstellung im Bereich Primärticketverkauf, Konzertpromotion und Veranstaltungsstättenmanagement, um Wettbewerb zu unterdrücken, wobei Live Nation nach eigenen Angaben rund 80 Prozent Marktanteil bei großen US-Konzertveranstaltungsorten kontrolliert. Die Klage fordert unter anderem die Abspaltung von Ticketmaster vom Konzern, die Aufhebung bestimmter Ticketing-Verträge sowie ein Verbot wettbewerbswidriger Praktiken. Im August 2024 erweiterten die Kläger die Klage um zehn weitere Bundesstaaten. | Der Ausgang des Verfahrens (Urteil, Vergleich oder Abweisung) ist aus dieser Quelle zum Zeitpunkt der Klageeinreichung noch offen und nicht belegt. |
| BSDC-O-FND-2023-1489 Relevanz 3MEGA-BREACH, RECHT-VOLLZUG | 01.10.2023 | Equifax UK zahlt 11 Mio. Pfund FCA-Bußgeld: Britische Kunden über Datenleck getäuscht Financial Conduct Authority (FCA) Recherche: DC Quelle öffnen → | Zusätzlich zum 2019 von der US-amerikanischen FTC verhängten Bußgeld von 508,1 Millionen US-Dollar gegen die Muttergesellschaft belegte die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) 2023 die britische Tochtergesellschaft Equifax Ltd. mit einem eigenen Bußgeld von 11 Millionen Pfund. Vom ursprünglichen Equifax-Datenleck 2017 waren auch 13,8 Millionen Briten betroffen. Die FCA stellte fest, dass Equifax seine britischen Kunden weder transparent noch wahrheitsgemäß über den Vorfall informierte: Das Unternehmen sprach zunächst lediglich von einem Cyber-Sicherheitsvorfall in den USA, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits vom Diebstahl britischer Kundendaten wusste. | Der zeitliche Abstand zwischen Kenntnis des Datenlecks und der öffentlichen Kommunikation ist aus dieser Quelle nicht mit exakten Daten beziffert. |
| BSDC-P-FND-2020-1490 Relevanz 3PREDICTIVE-POLICING, STAAT | 06.02.2020 | Niederländisches Gericht stoppt Sozialbetrugs-Algorithmus SyRI wegen Diskriminierung armer Bevölkerungsgruppen Bezirksgericht Den Haag / netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Das niederländische System Risk Indication (SyRI) wurde von der Regierung eingesetzt, um Betrug bei Sozialleistungen, Steuern, Sozialabgaben und im Arbeitsrecht automatisiert aufzudecken, kam aber nur in bestimmten Regionen des Landes mit besonders vielen Einwohnern unterhalb eines undefinierten Einkommensniveaus zum Einsatz, ohne dass es Belege dafür gab, dass Menschen aus diesen Regionen überproportional häufig Sozialbetrug begingen. Menschenrechtsaktivisten reichten 2019 Klage gegen SyRI ein, weil das System arme Menschen diskriminiere; der UN-Sonderberichterstatter für Armut kritisierte, das System nutze Parameter, die explizit auf Menschen mit niedrigem Einkommen und ethnische Minderheiten zielten. Das Bezirksgericht Den Haag entschied am 06.02.2020, dass SyRI gegen das Recht auf Achtung des Privatlebens nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstößt, und ordnete den sofortigen Stopp des Systems an. | Ob und in welcher Form die niederländische Regierung nach dem Urteil ein Nachfolgesystem einführte, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-P-IDN-2020-1491 Relevanz 3DNA-DATENBANKEN | 01.01.2020 | DNA-Verwandtensuche bei 23andMe deckt ungewollt verheimlichte Vaterschaften und unbekannte Halbgeschwister auf How-To Geek / 23andMe Support-Dokumentation Recherche: DC Quelle öffnen → | Günstige DNA-Tests wie 23andMe haben die Ahnenforschung grundlegend verändert und machen es leichter denn je, lange verborgene Familiengeheimnisse aufzudecken. Die 'DNA Relatives'-Funktion kann unerwartet enthüllen, dass die angenommene biologische Vaterschaft nicht zutrifft ('Non-Paternity Events'), oder bislang unbekannte enge Verwandte wie Halbgeschwister aufdecken, die im Schnitt etwa 25 Prozent DNA-Übereinstimmung mit dem Nutzer teilen, im Gegensatz zu rund 50 Prozent bei Vollgeschwistern. 23andMe verbesserte seine Analysemethoden, um solche engen Verwandtschaftsverhältnisse (Halbgeschwister, Tanten, Onkel, Nichten, Neffen, Großeltern, Enkelkinder) präziser zu kennzeichnen. | Wie viele Nutzer insgesamt durch die Funktion unerwartete, potenziell belastende Familiengeheimnisse erfahren, ist aus dieser Quelle nicht mit einer Gesamtzahl belegt, nur anhand von Einzelbeispielen illustriert. |
| BSDC-P-FND-2020-1492 Relevanz 3ARBEIT, KI-RISIKEN | 06.11.2019 | HireVue stellt Gesichtsanalyse bei KI-Bewerbungsinterviews nach FTC-Beschwerde von EPIC ein Electronic Privacy Information Center (EPIC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 06.11.2019 reichte die Bürgerrechtsorganisation EPIC eine Beschwerde bei der US-Handelsaufsicht FTC gegen den Anbieter von KI-gestützten Video-Bewerbungsinterviews HireVue ein. EPIC warf dem Unternehmen vor, mit unbewiesenen, invasiven und diskriminierungsanfälligen KI-Tools zu werben, die angeblich 'kognitive Fähigkeit', 'psychologische Merkmale', 'emotionale Intelligenz' und 'soziale Kompetenzen' von Bewerbern messen könnten, deren Ergebnisse jedoch 'verzerrt, unbeweisbar und nicht reproduzierbar' seien; zudem bestritt HireVue fälschlich, Gesichtserkennung einzusetzen, obwohl die eingesetzte Gesichtsanalyse-Software potenziell rassistisch verzerrt sein oder unzulässig zur Erkennung sexueller Orientierung genutzt werden konnte. Rund vier Monate nach der Beschwerde, im März 2020, stellte HireVue die Gesichtsanalyse-Komponente ein und erklärte öffentlich, die Technologie sei 'nicht die Kontroverse wert' gewesen. Das Unternehmen analysiert jedoch weiterhin biometrische Daten wie Sprache, Sprachmelodie und Verhalten von Bewerbern. | Die verbliebene Analyse von Sprache und Verhalten birgt laut EPIC ähnliche Datenschutz- und Diskriminierungsrisiken wie die eingestellte Gesichtsanalyse; ob diese Komponenten seither ebenfalls eingeschränkt wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-FIN-2017-1493 Relevanz 3UNSICHTBARE-TECHNIK, STAAT | 21.10.2017 | LKW-Maut-Kontrolltechnik von Toll Collect fotografiert jedes Fahrzeug, Kritiker warnen vor Bewegungsprofilen heise online / freiheitsfoo.de Recherche: DC Quelle öffnen → | Toll Collect GmbH, seit 2002 zuständig für Organisation und Kontrolle der deutschen LKW-Maut und zu jeweils 45 Prozent im Besitz der Deutschen Telekom und Daimler sowie zu 10 Prozent des französischen Baukonzerns Vinci, errichtete rund 600 zusätzliche Kfz-Kennzeichen-Scanner entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Kritiker warnten, dass die dabei eingesetzte Gesichtserkennung theoretisch zur Erstellung von Bewegungsprofilen beliebiger Autobahnnutzer oder zur Personenverfolgung genutzt werden könnte, da die Kontrolleinrichtungen praktisch jedes durchfahrende Fahrzeug fotografieren. Ob die erfassten Daten tatsächlich für Strafverfolgung oder durch Nachrichtendienste genutzt werden, wird immer wieder diskutiert, ohne dass es dafür bislang Belege gibt. Zusätzlich wurde Toll Collect vorgeworfen, dem Staat fragwürdige Ausgaben wie eine Oldtimer-Rallye, eine Luxushotel-Vorstandssitzung und die Unterstützung eines Berliner Kinderheims als 'Marketingkosten' der LKW-Maut in Rechnung gestellt zu haben. | Für die immer wieder diskutierte Nutzung der Mautdaten durch Polizei oder Nachrichtendienste gibt es laut dieser Quelle explizit keine Belege; die Kritik betrifft primär das theoretische Missbrauchspotenzial der Infrastruktur. |
| BSDC-P-IDN-2019-1494 Relevanz 3GESICHTSERKENNUNG, BIOMETRIE | 01.03.2019 | DNA-Phänotypisierung: Bayern erlaubt seit 2018 Rückschluss auf Aussehen aus Tatort-DNA, Experten warnen vor Scheinsicherheit Tagesspiegel / Mediendienst Integration Recherche: DC Quelle öffnen → | In Bayern ist die DNA-Phänotypisierung seit einer Änderung des Landespolizeigesetzes 2018 erlaubt: Aus Tatort-DNA können Ermittler auf Haar-, Augen- und Hautfarbe sowie das Alter eines Verdächtigen schließen. Eine entsprechende Erweiterung von § 81e StPO stand auch im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene. Forensiker und Rechtsexperten warnten vor einer 'übereilten Entscheidung' und forderten einen präzisen rechtlichen Rahmen; Kritiker betonen, die Trefferquote sei bei Weitem nicht so verlässlich wie oft suggeriert, und warnen vor Fehlermittlungen sowie Diskriminierung von Minderheiten. Im Gegensatz zur Schweiz, die die Erfassung der sogenannten biogeografischen Herkunft zunächst in Betracht zog, schloss Deutschland dieses Merkmal explizit aus der Auswertung aus, um Racial Profiling zu vermeiden. | Wie oft die bayerische Praxis seit 2018 tatsächlich zu falschen Verdächtigungen führte, ist aus dieser Quelle nicht mit Fallzahlen belegt. |
| BSDC-P-GER-2025-1495 Relevanz 3UNSICHTBARE-TECHNIK, ENERGIE | 01.01.2025 | Smart-Meter-Pflicht ab 2025: Stromverbrauchsdaten verraten Schlafenszeiten, Mahlzeiten und Abwesenheit Dr. Datenschutz Recherche: DC Quelle öffnen → | Seit dem 01.01.2025 gilt in Deutschland schrittweise eine Pflicht zum Einbau intelligenter Stromzähler (Smart Meter) für Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh, Betreiber von PV-Anlagen über 7 Kilowatt installierter Leistung sowie Nutzer steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen oder Wärmepumpen. Aus den anfallenden Verbrauchsdaten lässt sich detailliert ablesen, wann eine Person zu Bett geht, wie sie ihre Mahlzeiten zubereitet, wie oft sie die Waschmaschine nutzt und wann sie außer Haus ist. Das Messstellenbetriebsgesetz (§§ 49–75 MsbG) regelt den datenschutzkonformen Betrieb im Detail; Deutschland gilt dabei europaweit als das Land mit den höchsten Sicherheitsanforderungen an intelligente Stromzähler. | Ob die hohen gesetzlichen Anforderungen in der praktischen Umsetzung durch alle Messstellenbetreiber tatsächlich lückenlos eingehalten werden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-P-FND-2025-1496 Relevanz 3KI-RISIKEN, ARBEIT | 01.04.2025 | EU AI Act verbietet Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, Studie widerlegt wissenschaftliche Grundlage DLA Piper / Spektrum der Wissenschaft Recherche: DC Quelle öffnen → | KI-gestützte Emotionserkennung (Affective Computing) wird zunehmend eingesetzt, von der Überwachung von Callcenter-Mitarbeitern bis zur automatisierten Auswertung von Video-Bewerbungsgesprächen nach Mimik, Gestik und Sprache. Eine vielzitierte wissenschaftliche Überblicksstudie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Ergebnis, es gebe keine verlässlichen wissenschaftlichen Belege dafür, dass sich der emotionale Zustand einer Person zuverlässig aus ihrem Gesichtsausdruck ablesen lässt; Kritiker verweisen zusätzlich auf das Risiko rassistischer und geschlechtsspezifischer Verzerrungen. Der EU AI Act verbietet seit seinem Inkrafttreten den Einsatz von Emotionserkennungssystemen ausdrücklich im Kontext von Arbeitsplatz und Bildungseinrichtungen. | Ausnahmen vom Verbot (etwa aus medizinischen oder Sicherheitsgründen) und deren genaue Reichweite sind aus dieser Quelle nicht im Detail benannt. |
| BSDC-J-IDN-2018-1497 Relevanz 3KINDER-VULNERABLE | 29.08.2018 | Kinderüberwachungs-App Bark scannt Millionen Smartphones: Eltern lesen private Nachrichten ihrer Kinder mit TechCrunch / UNICEF-Kinderschutzexperten Recherche: DC Quelle öffnen → | Für rund 9 US-Dollar im Monat können Eltern die App Bark mit den Geräten ihrer Kinder verbinden, um Textnachrichten, E-Mails sowie Social-Media-Beiträge auf über 30 Plattformen (u. a. Instagram, Snapchat, TikTok, Discord) automatisiert per KI auf Anzeichen von Mobbing, Grooming, Selbstverletzung, Suizidgedanken oder anderen Risiken zu durchsuchen; die App hat nach eigenen Angaben bereits über 2 Millionen Smartphones gescannt. Eine Kinderschutzexpertin von UNICEF wies auf Datenschutzbedenken hin, insbesondere wenn Kinder nicht wissen, dass eine solche App installiert ist. Zahlreiche Nutzer, darunter Teenager selbst, beschweren sich über die Verletzung ihrer Privatsphäre und berichten, dass die Überwachung das Vertrauen innerhalb der Familie beschädigt; Kritiker bezeichnen das Bark-Monitoring als De-facto-Überwachung des Privatlebens von Kindern im Namen ihrer Sicherheit. | Bark selbst wirbt damit, nur bei tatsächlich erkannten Risiken zu alarmieren statt alle Nachrichten offenzulegen; ob dieses Versprechen technisch zuverlässig eingehalten wird, ist aus dieser Quelle nicht unabhängig geprüft. |
| BSDC-P-FND-2008-1498 Relevanz 3DNA-DATENBANKEN, FIN | 21.05.2008 | US-Gendiskriminierungsgesetz GINA schützt bei Kranken- und Arbeitsversicherung, lässt Lebens- und Pflegeversicherung ungeregelt American Society of Human Genetics (ASHG) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der US-amerikanische Genetic Information Nondiscrimination Act (GINA) von 2008 schützt Bürger vor Diskriminierung aufgrund genetischer Informationen bei der Krankenversicherung (Titel I) und im Arbeitsverhältnis (Titel II). Eine zentrale Gesetzeslücke besteht jedoch bei Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherungen: GINA deckt diese Versicherungsarten ausdrücklich nicht ab, sodass Lebensversicherer genetische, persönliche oder familiäre Gesundheitsinformationen weiterhin zur Entscheidung über Versicherungsschutz oder Prämienhöhe heranziehen dürfen. Einige US-Bundesstaaten haben eigene, über GINA hinausgehende Gesetze erlassen, die genetische Diskriminierung auch bei diesen 'anderen Versicherungen' verbieten; auf Bundesebene bleibt diese Lücke jedoch bestehen. | Die Regelungslücke betrifft ausschließlich US-Recht; eine Übertragbarkeit der Situation auf Deutschland oder die EU wird in dieser Quelle nicht behauptet. |
| BSDC-J-FND-2022-1499 Relevanz 3OSINT, PLATTFORMMACHT | 24.08.2022 | Sammelklage wirft Oracle vor, heimlich Dossiers über 5 Milliarden Menschen als 'weltweite Überwachungsmaschine' erstellt zu haben Irish Council for Civil Liberties (ICCL) / heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Im August 2022 reichten unter anderem das Irish Council for Civil Liberties (ICCL), der Forschungsdirektor Mike Katz-Lacabe sowie die Informationswissenschaftlerin Jennifer Golbeck eine Sammelklage gegen Oracle beim US-Bezirksgericht für den Nordbezirk Kaliforniens ein. Die Klage wirft dem Softwarekonzern und seinen Ad-Tech-Tochterfirmen vor, ohne Zustimmung detaillierte Dossiers zu rund fünf Milliarden Menschen erstellt zu haben, was praktisch alle Internetnutzer weltweit abdecken würde, und diese Überwachungsdaten mit weiteren Daten aus Oracles eigenem Datenmarktplatz zu Profilen zu verknüpfen und zu verkaufen. Teile der Klagebegründung stützen sich auf eine 2016 gehaltene Präsentation von Oracle-Gründer und CTO Larry Ellison, in der er beschrieb, wie Daten gesammelt werden, damit Unternehmen das Kaufverhalten von Verbrauchern vorhersagen können. | Der Ausgang der Sammelklage ist aus dieser Quelle nicht belegt, da sie den Zeitpunkt der Klageeinreichung beschreibt. |
| BSDC-P-FND-2019-1500 Relevanz 3GESUNDHEIT, GESELLSCHAFT | 01.01.2019 | Pflegeroboter und Sturzsensoren in Altenheimen: Sicherheitsgewinn kollidiert mit Privatsphäre der Bewohner Springer Nature (Umsorgen, überwachen, unterhalten) Recherche: DC Quelle öffnen → | In der Altenpflege kommen zunehmend Sensorsysteme zum Einsatz, etwa kameralose Sturzradar-Systeme für Bad und Schlafzimmer oder Sensormatten unter der Matratze, die Aufstehen, Schlafqualität und Vitalzeichen erfassen und bei Bedarf Angehörige oder Pflegedienste alarmieren. Diese Systeme müssen mitunter große Datenmengen sammeln, um sich technisch weiterzuentwickeln, und dringen dadurch teils weit in den Privatbereich der Bewohner ein. Kritische Stimmen aus der Pflegewissenschaft warnen, der Einsatz von Robotern und permanenter Sensorik könne die Vereinsamung der Bewohner verstärken und werfe grundlegende Fragen auf: Wie wird verhindert, dass persönliche Daten an unbefugte Dritte weitergeleitet werden, und ob unter permanenter Überwachung überhaupt noch echte Privatsphäre entstehen kann. | Konkrete dokumentierte Fälle von Datenweitergabe an unbefugte Dritte aus solchen Pflegesystemen sind aus dieser Quelle nicht belegt; die Kritik betrifft strukturelle Risiken, nicht nachgewiesene Einzelvorfälle. |