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Gesetzesgrundlagen

Gesetzesgrundlagen

Recht. Einfach. Verständlich.

Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile im Original – mit Kernaussage, Status (in Kraft, im Verfahren, Diskussion) und einem Klartext, was sie wirklich bedeuten.

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Primärquelle

ZKTeco-Zugangsterminals: 24 Sicherheitslücken in biometrischen Systemen entdeckt

Am 11.06.2024 veröffentlichte der IT-Sicherheitsanbieter Kaspersky eine Studie zu 24 Sicherheitslücken in biometrischen Zugangsterminals des chinesischen Herstellers ZKTeco, die unter zahlreichen Whitelabel-Marken weltweit vertrieben werden. Das Forscherteam fand sechs SQL-Injection-Schwachstellen, sieben Stack-basierte Pufferüberläufe, fünf Command-Injection-Fehler, vier Schwachstellen für beliebiges Dateischreiben und zwei für beliebiges Dateilesen. Über manipulierte QR-Codes mit eingebetteter SQL-Injection konnten Angreifer die Authentifizierung umgehen und sich unautorisierten physischen Zutritt verschaffen. Weitere Lücken erlaubten das Auslesen und Verändern der Nutzerdatenbank samt gespeicherter Gesichtserkennungsdaten sowie das Herunterladen von Nutzerfotos, die anschließend für Fotospoofing gegen die Kamera des Geräts genutzt werden konnten. Pufferüberlauf- und Command-Injection-Fehler ermöglichten zudem die vollständige Übernahme einzelner Geräte mit Root-Rechten aus der Ferne. Die betroffenen Terminals werden laut Kaspersky unter anderem in Kernkraftwerken, Chemieanlagen, Büros und Krankenhäusern eingesetzt und können Tausende Gesichtsvorlagen speichern. Kaspersky informierte den Hersteller vor der öffentlichen Bekanntgabe der Ergebnisse.

Kaspersky

11.06.2024

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Aus der Kaspersky-Quelle geht nicht hervor, ob und wann ZKTeco tatsächlich Patches veröffentlicht hat, und es ist nicht belegt, dass die Schwachstellen in der Praxis bereits von Angreifern ausgenutzt wurden.

Primärquelle

Geldwäscheermittlungen wegen Immobilieninvestitionen in Stuttgart eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellte Anfang Juni 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Investitionen in hochpreisige Immobilien ein. Der Verdacht bezog sich auf mutmaßlich illegale Gewinne aus betrügerischen, mit Bestechung verbundenen Logistikverträgen für US-Militär und NATO während des Afghanistankriegs. Die Einstellung erfolgte nach Paragraf 170 Absatz 2 StPO mangels hinreichenden Tatverdachts.

Staatsanwaltschaft Stuttgart

11.06.2024

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Die konkreten Namen der beteiligten Immobilienunternehmen und die Höhe der mutmaßlich gewaschenen Summen sind nicht dokumentiert. Die Einstellung bedeutet ausdrücklich keinen Freispruch, sondern nur unzureichende Beweise für eine Anklage.

Primärquelle

Medibank-Datenleck Australien: Ransomware-Erpressung und Veröffentlichung von Gesundheitsdaten

Der australische Krankenversicherer Medibank meldete der OAIC am 25.10.2022 einen Cyberangriff, bei dem Gesundheitsdaten von 9,7 Millionen Australiern kompromittiert wurden. Die Angreifer veröffentlichten Teile der Daten im Darknet, nachdem Medibank sich geweigert hatte, Lösegeld zu zahlen. Am 05.06.2024 erhob die OAIC vor dem Federal Court Zivilklage wegen unzureichender technischer Schutzmaßnahmen im Zeitraum März 2021 bis Oktober 2022, mit Bußgeldern bis zu 2,22 Millionen australischen Dollar pro Verstoß.

Office of the Australian Information Commissioner (OAIC)

05.06.2024

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Nicht geklärt ist, wie die Angreifer ursprünglich Zugang erlangten, dies ist Gegenstand des laufenden Verfahrens. Die tatsächliche Bußgeldhöhe steht offen, da die theoretische Gesamtsumme je nach Zählung der Verstöße kontrovers diskutiert wird. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens war zum Zeitpunkt der Quelle nicht entschieden.

Primärquelle

Stanford-Studie: über 1.000 Missbrauchsbilder im KI-Trainingsdatensatz LAION-5B gefunden

Das Stanford Internet Observatory fand im offenen KI-Trainingsdatensatz LAION-5B, verwaltet von der in Deutschland ansässigen Non-Profit-Organisation LAION, mindestens 1.008 Bilder mutmaßlichen Kindesmissbrauchs; der Datensatz könnte darüber hinaus tausende weitere solcher Fälle enthalten. Human Rights Watch fand darüber hinaus in einer eigenen Untersuchung 170 Fotos brasilianischer Kinder aus zehn Bundesstaaten in dem Datensatz, teils aus dem gesamten Kindheitsverlauf und mit intimen Momenten wie Geburten, die ohne Wissen der Betroffenen für KI-Training verwendet wurden. LAION entfernte den betroffenen Datensatz vorübergehend und kündigte eine Bereinigung vor erneuter Veröffentlichung an.

Stanford Internet Observatory / Human Rights Watch

01.06.2024

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Ob und in welchem Umfang bereits veröffentlichte KI-Bildmodelle mit dem unbereinigten Datensatz trainiert wurden und welche Folgen das für einzelne Betroffene hatte, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt.

Primärquelle

Snowflake-Datenleck: 165 Firmen durch gestohlene Zugangsdaten ohne MFA kompromittiert

Zwischen April und Mai 2024 verschaffte sich die Angreifergruppe UNC5537 unbefugten Zugriff auf mindestens 165 Kundenkonten der Cloud-Datenplattform Snowflake. Snowflake teilte am 30.05.2024 mit, am 23.05.2024 von dem unbefugten Zugriff erfahren zu haben, nachdem die Erpressergruppe ShinyHunters am 28.05.2024 den Verkauf von 560 Millionen Ticketmaster-Kundendatensätzen in einem Cyberkriminalitätsforum angekündigt hatte. Laut dem am 10.06.2024 veröffentlichten Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Mandiant nutzten die Angreifer gestohlene Zugangsdaten aus Infostealer-Malware wie Vidar, Redline, Raccoon Stealer und Lumma, die teils seit November 2020 nicht mehr geändert worden waren. Mindestens 79,7 Prozent der missbrauchten Konten wiesen bereits zuvor kompromittierte Zugangsdaten auf. Ursächlich für den Erfolg der Angriffe waren das Fehlen von Mehrfaktor-Authentifizierung sowie fehlende Netzwerk-Zugriffsbeschränkungen auf den betroffenen Snowflake-Konten. Zu den betroffenen Organisationen zählten unter anderem Ticketmaster/Live Nation, die Santander Bank, AT&T, Advance Auto Parts und Neiman Marcus. AT&T bestätigte im Juli 2024 den Diebstahl von Anruf- und SMS-Metadaten von rund 110 Millionen Kunden. Am 30.10.2024 wurde der mutmaßliche Haupttäter Connor Riley Moucka in Kitchener, Ontario, festgenommen. Im November 2024 erhob das US-Justizministerium Anklage gegen ihn und einen weiteren Mann wegen Computerbetrugs, Erpressung und schweren Identitätsdiebstahls.

Mandiant (Google Cloud Threat Intelligence)

30.05.2024

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Die genaue Gesamtzahl der betroffenen Einzelpersonen sowie die Höhe tatsächlich gezahlter Lösegelder einzelner Opferunternehmen sind aus dieser Quelle nicht abschließend bestätigt. Der juristische Ausgang des Verfahrens gegen die mutmaßlichen Täter war zum Zeitpunkt der zitierten Berichterstattung noch offen.

Primärquelle

Verordnung (EU) 2024/1183 zur Einführung des europäischen Rahmens für die digitale Identität (eIDAS 2.0)

Nutzung der EUDI-Wallet muss für Bürger kostenlos und freiwillig sein; Registrierung erfolgt auf hohem Vertrauensniveau ("High"); der Quellcode der Anwendungssoftware-Komponenten muss einer Open-Source-Lizenz unterliegen. Jeder Mitgliedstaat muss spätestens 24 Monate nach Verabschiedung der Durchführungsrechtsakte eine EUDI-Wallet an Bürger ausgeben.

Europäisches Parlament und Rat

20.05.2024· in Kraft

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Das ist das Gesetz, das die digitale Ausweis-App für alle EU-Bürger einführt. Im Gesetzestext steht: freiwillig und kostenlos. Ob das in der Praxis auch so bleibt, ist eine andere Frage — siehe die nächsten Quellen.

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Eurodac-Reform: EU speichert künftig auch Gesichtsbilder von Asylsuchenden, nicht nur Fingerabdrücke

Mit der Verordnung (EU) 2024/1358 wurde die EU-Datenbank Eurodac von einem reinen Fingerabdruck-Abgleichsystem zu einem vollständigen Asyl- und Migrationsmanagementsystem ausgebaut. Zu den Erweiterungen zählen die zusätzliche Speicherung von Gesichtsbildern neben Fingerabdrücken, eine Ausweitung der erfassten Personenkategorien sowie verstärkte Vorkehrungen zur Datenspeicherung. Die modernisierte Datenbank soll ab Mitte 2026 in Betrieb gehen.

EUR-Lex / Rat der Europäischen Union

14.05.2024

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Der genaue Umfang der neu erfassten Personenkategorien und die tatsächliche Nutzung der Gesichtsbilddaten durch nationale Behörden nach Inbetriebnahme sind aus dieser Rechtsakt-Zusammenfassung nicht im Detail belegt.

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Cyberangriff auf die Helsinkier Bildungsverwaltung

Die Stadt Helsinki entdeckte am 30.04.2024 einen Datenschutzvorfall bei der Bildungsverwaltung. Angreifer nutzten eine ungepatchte Schwachstelle in einem Fernzugriffsserver aus. Betroffen sind potenziell mehr als 80.000 Schüler und Erziehungsberechtigte sowie sämtliche Stadtmitarbeiter. Erbeutet wurden Personenkennzeichen, Adressen, Angaben zur Schülerförderung und ärztliche Bescheinigungen. Die finnische Polizei ermittelt wegen schweren Computereinbruchs.

City of Helsinki

13.05.2024

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Warum das verfügbare Sicherheitsupdate nicht installiert wurde, ist nicht geklärt. Die genaue Zahl der betroffenen Personen bleibt vorläufig, ebenso wer hinter dem Angriff steckt.

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Urteil in der Rechtssache C-470/21 (Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen)

Der EuGH erlaubt Mitgliedstaaten, Internetanbietern eine allgemeine und unterschiedslose Speicherpflicht für IP-Adressen zur Bekämpfung von Straftaten aller Art aufzuerlegen, sofern eine strikte Trennung von IP-Adressen und sonstigen personenbezogenen Daten gewährleistet ist.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

30.04.2024

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Der EuGH hat seine bisherige strengere Linie gelockert: IP-Adressen dürfen künftig auch bei kleineren Straftaten pauschal gespeichert werden. Belegt NICHT, dass Deutschland eine solche Speicherpflicht bereits gesetzlich umgesetzt hat.

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RISAA: US-Kongress verlängert FISA Section 702 um zwei Jahre

Der US-Senat verabschiedete in der Nacht zum 20.04.2024 mit 60 zu 34 Stimmen den Reforming Intelligence and Securing America Act (RISAA). Präsident Biden unterzeichnete das Gesetz noch am selben Tag, nur Stunden nachdem die Befugnis nach Section 702 FISA technisch ausgelaufen war. RISAA verlängert Section 702, das die warrantlose Überwachung von Kommunikation nicht-amerikanischer Personen im Ausland erlaubt, um zwei Jahre bis zum 20.04.2026.

The White House

20.04.2024

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Wie die enthaltenen Reformen zu FBI-Abfragen in der Praxis kontrolliert werden, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Wie viele US-Personen durch die erweiterte Definition betroffen sein könnten, wird nicht beziffert.

Primärquelle

Frontier-Communications-Datenleck 2024

Am 14. April 2024 entdeckte der US-Telekomanbieter Frontier Communications einen unbefugten Zugriff auf Teile seiner IT-Systeme, den es in einer Pflichtmitteilung an die SEC offenlegte. Laut einer Meldung an die Generalstaatsanwaltschaft von Maine waren 751.895 Personen betroffen, deren Namen und Sozialversicherungsnummern kompromittiert wurden. Die Ransomware-Gruppe RansomHub bekannte sich zu dem Angriff und Frontier bot Betroffenen ein Jahr kostenlose Kreditüberwachung an.

Frontier Communications Parent, Inc.

18.04.2024

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Offen bleibt, wie viele Datensätze tatsächlich abgeflossen sind, denn RansomHub behauptete den Diebstahl von über 2 Millionen Kundendatensätzen, deutlich mehr als die von Frontier bestätigten rund 752.000 Betroffenen. Der genaue technische Einstiegspunkt des Angriffs und ob ein Lösegeld gezahlt wurde, sind nicht öffentlich dokumentiert.

Primärquelle

Roku-Kontokompromittierungen 2024: Credential Stuffing betrifft 591.000 Nutzer

Roku meldete 2024 zwei separate Credential-Stuffing-Vorfälle: Anfang März 2024 waren rund 15.363 Konten betroffen, bei der Untersuchung entdeckte Roku einen zweiten, größeren Angriff mit rund 576.000 weiteren Konten, gemeldet am 12.04.2024. In weniger als 400 Fällen nutzten die Angreifer den Zugriff für betrügerische Käufe von Streaming-Abos und Hardware, die das Unternehmen erstattete. Roku führte anschließend eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung ein.

Forbes / TechCrunch / PYMNTS

12.04.2024

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Die verwendeten Zugangsdaten stammten laut Unternehmen aus fremden Datenlecks, nicht aus einer Kompromittierung von Roku selbst, dies lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Die Zahl 591.000 ist eine Addition aus zwei separaten Mitteilungen, keine von dritter Seite verifizierte Gesamtzahl.

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