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Gesetzesgrundlagen

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Recht. Einfach. Verständlich.

Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile im Original – mit Kernaussage, Status (in Kraft, im Verfahren, Diskussion) und einem Klartext, was sie wirklich bedeuten.

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Primärquelle

ETH Zürich deckt Schwachstellen im Messenger Threema auf

Kenny Paterson, Matteo Scarlata und Kien Tuong Truong von der Applied Cryptography Group der ETH Zürich veröffentlichten eine kryptografische Sicherheitsanalyse des Schweizer Messengers Threema, vorgestellt auf dem USENIX Security Symposium 2023. Die Forscher beschrieben sieben Angriffe, die unter anderem das Wiederherstellen von langfristigen privaten Schlüsseln und das Umgehen der Authentifizierung ermöglichen konnten, eine Methode nutzte einen Seitenkanal über die Größe verschlüsselter Backups. Die Forscher informierten Threema im Oktober 2022, im November 2022 veröffentlichte Threema ein neues Protokoll namens Ibex, das die Probleme beheben soll.

ETH Zürich, Department of Computer Science

11.01.2023

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Nicht dokumentiert ist, ob die Schwachstellen jemals praktisch ausgenutzt wurden. Threema erklärte, die Lücken hätten keine realen Auswirkungen gehabt, was von den ETH-Forschern als beschönigend kritisiert wurde. Die technische Wirksamkeit des neuen Ibex-Protokolls wurde nicht unabhängig extern nachgeprüft.

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Wiederaufbau der IT-Infrastruktur nach Ransomware-Angriff auf die Universität Duisburg-Essen

Am 27.11.2022 wurde die Universität Duisburg-Essen Opfer eines Ransomware-Angriffs, bei dem rund 1.200 virtuelle Server verschlüsselt wurden. Die Hochschule trennte ihre gesamte IT-Infrastruktur vom Netz und begann mit forensischer Aufarbeitung. Für etwa 40.000 Nutzer wurden die Passwörter zurückgesetzt, E-Mail und Telefonie konnten vor Weihnachten wiederhergestellt werden.

Universität Duisburg-Essen

09.01.2023

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Nicht dokumentiert ist die exakte Höhe des finanziellen Schadens. Unklar bleibt, wie die Angreifer ursprünglich Zugang erlangten. Die spätere Zuordnung zur Gruppe Vice Society wird in dieser Quelle selbst nicht erwähnt.

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CircleCI-Datenleck: Gestohlene Session zwingt Kunden zur Rotation aller Secrets

Am 16. Dezember 2022 wurde der Laptop eines CircleCI-Mitarbeiters mit Infostealer-Malware infiziert, die eine bereits per Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesicherte SSO-Session-Cookie stehlen konnte, wodurch der Angreifer die Zwei-Faktor-Absicherung umging und den Mitarbeiter erfolgreich imitierte. Zwischen dem 19. und 22. Dezember 2022 nutzte der Angreifer die gestohlenen Zugangsdaten, um sich Zugriff auf interne Produktionssysteme zu verschaffen und Daten aus einer Untergruppe von Datenbanken und Speichersystemen zu exfiltrieren, darunter Umgebungsvariablen, Tokens und Schlüssel von Kunden. Obwohl die Daten im Ruhezustand verschlüsselt waren, gelang es dem Angreifer, die Verschlüsselungscodes direkt aus laufenden Prozessen auszulesen. Ein Kunde meldete CircleCI am 29. Dezember 2022 verdächtige Aktivitäten bei einem GitHub-OAuth-Token, woraufhin das Unternehmen den Vorfall bestätigte und am 31. Dezember 2022 mit einer proaktiven Rotation von GitHub-OAuth-Tokens begann. Am 4. Januar 2023 informierte CircleCI seine Kunden öffentlich und forderte alle Nutzer auf, sämtliche in CircleCI gespeicherten Secrets, Tokens und Schlüssel zu rotieren. Laut CircleCI meldeten weniger als fünf Kunden einen tatsächlich bestätigten unautorisierten Zugriff Dritter auf ihre eigenen Systeme infolge des Vorfalls.

CircleCI (Unternehmensblog)

04.01.2023

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Die Gesamtzahl der betroffenen Kundenkonten und der konkrete finanzielle Schaden wurden von CircleCI nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Identität des Angreifers oder etwaige behördliche Ermittlungsergebnisse.

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DPC verhängt 390 Millionen Euro Bußgeld gegen Meta wegen Verhaltenswerbung

Die DPC verhängte am 04.01.2023 gegen Meta Ireland zwei Bußgelder, 210 Millionen Euro für Facebook und 180 Millionen Euro für Instagram, insgesamt 390 Millionen Euro. Grundlage war die Feststellung, dass Meta sich nicht auf Vertragserfüllung nach Artikel 6 Absatz 1 DSGVO stützen darf, um personalisierte Werbung zu rechtfertigen. Die Entscheidung erging nach einem verbindlichen Beschluss des EDPB, der die ursprüngliche DPC-Position verschärfte.

Irische Datenschutzbehörde (DPC)

04.01.2023

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Dieses Bußgeld ist nicht identisch mit dem späteren 1,2-Milliarden-Euro-Bußgeld der DPC gegen Meta von Mai 2023, das sich auf Datenübermittlungen in die USA bezog. Ob Meta seine Werbepraxis vollständig auf Nutzereinwilligung umgestellt hat, ist Gegenstand weiterer Verfahren.

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Big Data – Schwarmintelligenz im öffentlichen Nahverkehr?

Ordnet WLAN- und Bluetooth-basierte Fahrgastzählverfahren datenschutzrechtlich ein und mahnt eine Interessenabwägung an.

DSN GROUP

2023

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Kanzlei-Blogpost, keine aufsichtsbehördliche Einzelfallprüfung.

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Online-Ausweisfunktion des Personalausweises: Nur 15 Prozent der Berechtigten nutzen die eID trotz Pflichtaktivierung seit 2017

Seit 2017 werden alle deutschen Personalausweise und elektronischen Aufenthaltstitel standardmäßig mit aktivierter eID-Funktion ausgegeben, die über die AusweisApp und einen Kartenleser oder NFC-fähiges Smartphone genutzt werden kann, etwa für die elektronische Patientenakte, BAföG-Anträge oder Rentenauskünfte. Von den seit 2010 im Kartenformat ausgegebenen Personalausweisen an 51 Millionen Bürger aktivierte jedoch nur rund ein Drittel die eID-Funktion, tatsächlich genutzt haben sie bislang nur etwa 15 Prozent bzw. rund 2,5 Millionen Bürger. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz äußerte 'erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken' gegenüber Plänen für zentrale Passfoto-Datenbanken, da eine solche doppelte Datenspeicherung parallel zu den Registern der Passbehörden das Missbrauchsrisiko massiv erhöhe. Kritiker verwiesen zudem darauf, dass der RFID-Chip, auf dem die eID-Daten gespeichert sind, laut Experteneinschätzung teils bereits aus mehreren Metern Entfernung drahtlos ausgelesen werden könne.

netzpolitik.org / Bundesbeauftragter für den Datenschutz

01.01.2023

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Ob der RFID-Chip in der Praxis tatsächlich unautorisiert aus der Ferne ausgelesen wurde, ist aus dieser Quelle nicht mit dokumentierten Vorfällen belegt; es handelt sich um eine theoretische Sicherheitskritik von Experten.

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MIT-Studie: Ring-Nachbarschafts-App wird als 'Racial Gatekeeping'-Werkzeug in gemischten Vierteln genutzt

Eine MIT-Studie mit dem Titel 'The Cop In Your Neighbor's Doorbell' untersuchte die Nutzung von Amazon Rings Nachbarschafts-App 'Neighbors' in Los Angeles und stellte fest, dass Nutzer gefilmte Personen aktiv als kriminell und verdächtig einordnen, dass die ethnische Zusammensetzung eines Viertels die Häufigkeit solcher Meldungen deutlich beeinflusst, und dass die App insbesondere in überwiegend weißen Vierteln, die an nicht-weiße Gebiete grenzen, als eine Art 'Racial Gatekeeping'-Werkzeug fungieren kann. Bei einer Auswertung von über 100 Nutzerbeiträgen über zwei Monate im Raum New York City waren am häufigsten als 'verdächtig' gemeldete Personen People of Color; in mehreren dokumentierten Fällen ermutigten Kommentatoren Nutzer, wegen Gruppen junger Schwarzer Jungen die Polizei zu rufen, ohne dass irgendein Hinweis auf tatsächliches kriminelles Verhalten vorlag. Die Forscher erstellten zudem die erste umfassende landesweite Karte und Analyse der Nutzung smarter Türklingelkameras in den kontinentalen USA.

MIT (ACM CSCW-Studie)

01.01.2023

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Die Studie beschreibt statistische Muster und dokumentierte Einzelfälle aus einer begrenzten Stichprobe; eine flächendeckende bundesweite Häufigkeitsstatistik rassistisch motivierter Meldungen wird daraus nicht abgeleitet.

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Slack-GitHub-Repository-Diebstahl 2022

Unbekannte Angreifer nutzten gestohlene Zugangs-Tokens von Slack-Mitarbeitern, um am 27. Dezember 2022 auf extern gehostete private GitHub-Repositories von Slack zuzugreifen und Code herunterzuladen. Slack bestätigte offiziell, dass die Tokens durch die Kompromittierung eines Drittanbieters entwendet wurden, und rotierte anschließend alle betroffenen Zugangsdaten.

Slack Technologies

31.12.2022

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Slack erklärte, dass keine Kundendaten, keine Zugangsmittel zu Kundendaten und nicht der primäre Produktionscode betroffen waren. Welcher Drittanbieter genau kompromittiert wurde und wie die Angreifer dort eindrangen, wurde von Slack nicht öffentlich benannt.

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LastPass-Datenleck: Diebstahl verschlüsselter Passwort-Tresore aus Cloud-Backup

LastPass gab am 22.12.2022 bekannt, dass ein Angreifer mit im August 2022 aus der Entwicklungsumgebung gestohlenen Zugangsdaten einen weiteren Mitarbeiter kompromittierte und darüber auf einen Cloud-Speicherdienst zugriff. Dort kopierte er Kunden-Backup-Daten mit unverschlüsselten Metadaten wie Firmennamen und E-Mail-Adressen sowie vollständig verschlüsselten Passwort-Tresor-Feldern. Laut LastPass bleiben die verschlüsselten Felder durch 256-Bit-AES-Verschlüsselung geschützt, vollständige Kreditkartennummern waren nicht betroffen.

LastPass

22.12.2022

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Die genaue Gesamtzahl der betroffenen Kundenkonten wird in der offiziellen Mitteilung nicht beziffert. Spätere Recherchen brachten mutmaßliche Kryptowährungsdiebstähle mit den gestohlenen Vaults in Verbindung, LastPass selbst bestätigte einen solchen Zusammenhang jedoch nicht offiziell.

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EuGH-Urteil zur Auslistung offensichtlich unrichtiger Google-Suchergebnisse

Der EuGH entschied am 08.12.2022 im Verfahren C-460/20 (TU und RE gegen Google), dass ein Suchmaschinenbetreiber Ergebnisse auslisten muss, wenn die betroffene Person nachweist, dass die verlinkten Inhalte offensichtlich unrichtig sind. Ein vorheriges Gerichtsurteil gegen den Webseitenbetreiber ist dafür nicht zwingend erforderlich, es reichen zumutbare Beweismittel der antragstellenden Person. Zusätzlich stellte der Gerichtshof klar, dass als Vorschaubilder angezeigte Fotos gesondert nach ihrem Informationswert abzuwägen sind.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

08.12.2022

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Der Bundesgerichtshof, der die Vorlagefrage gestellt hatte, musste den konkreten Ausgangsfall der beiden Investmentmanager anhand dieser Vorgaben erst noch abschließend entscheiden, das Ergebnis ist der Pressemitteilung nicht zu entnehmen. Wie Google die Kriterien zur offensichtlichen Unrichtigkeit in der Praxis bei Millionen jährlicher Löschanträge anwendet, bleibt aus dieser Quelle offen.

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FCC-Einfuhrverbot für Hikvision- und Dahua-Überwachungskameras

Die FCC beschloss am 25.11.2022 neue Regeln, die Überwachungskameras der chinesischen Hersteller Hikvision und Dahua sowie Geräte von Huawei, ZTE und Hytera von neuen Zulassungen ausschließen, gestützt auf den Secure Equipment Act of 2021. Ohne FCC-Zertifizierung dürfen betroffene Geräte nicht mehr importiert werden. Im April 2024 bestätigte ein US-Berufungsgericht das Verbot, nachdem die Hersteller dagegen geklagt hatten.

Federal Communications Commission (FCC)

25.11.2022

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Nicht dokumentiert ist ein konkreter Einzelfall, in dem eine Kamera nachweislich Daten an chinesische Behörden übermittelt hat, die FCC-Begründung stützt sich auf eine allgemeine Sicherheitsbewertung. Offen bleibt, wie viele bereits installierte Altgeräte weiterhin in Betrieb sind, da das Verbot nur Neuzulassungen betrifft.

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Theranos-Skandal: Betrug und Verurteilung von Elizabeth Holmes

Elizabeth Holmes gründete 2003 die Bluttest-Firma Theranos und behauptete, mit einem tragbaren Gerät zahlreiche Labortests aus wenigen Tropfen Fingerblut durchführen zu können. Der Wall-Street-Journal-Reporter John Carreyrou deckte am 15.10.2015 auf, dass die Technologie nicht funktionierte und Theranos die meisten Tests heimlich auf Geräten anderer Hersteller durchführte. Die SEC klagte Holmes im März 2018 wegen massivem Betrug an. Ein Bundesgericht verurteilte Holmes am 03.01.2022 wegen Anlagebetrugs, Richter Edward Davila verhängte am 18.11.2022 eine Haftstrafe von 135 Monaten.

U.S. Department of Justice, U.S. Attorney's Office Northern District of California

18.11.2022

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Die genaue Höhe des Anlegerschadens ist nicht einheitlich beziffert, die strafrechtliche Anklage stützte sich auf rund 140 Millionen Dollar, während die SEC von über 700 Millionen Dollar eingesammelten Investorengeldern spricht. Holmes bestritt im Prozess vorsätzlichen Betrug und legte Berufung ein.

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