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Gesetzesgrundlagen

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Recht. Einfach. Verständlich.

Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile im Original – mit Kernaussage, Status (in Kraft, im Verfahren, Diskussion) und einem Klartext, was sie wirklich bedeuten.

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Primärquelle

ACLU-Vergleich mit Clearview AI: Verkaufsverbot für Gesichtsdatenbank aus 10 Milliarden Fotos

Am 09.05.2022 einigten sich die American Civil Liberties Union (ACLU) und das Unternehmen Clearview AI auf einen gerichtlich bestätigten Vergleich (Consent Decree) vor einem Gericht in Illinois, mit dem eine am 28.05.2020 eingereichte Klage nach dem Illinois Biometric Information Privacy Act (BIPA) beendet wurde. Die Klage richtete sich gegen die Praxis von Clearview AI, ohne Zustimmung Milliarden Gesichtsbilder aus dem Internet zu sammeln; das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben bereits mehr als 10 Milliarden biometrische Gesichtsprofile gesammelt und plante eine Ausweitung auf 100 Milliarden. Der Vergleich verbietet Clearview AI dauerhaft und landesweit, seine Gesichtsdatenbank an die meisten privaten Unternehmen und Einzelpersonen zu verkaufen oder zugänglich zu machen. Für Illinois gilt zusätzlich ein fünfjähriges Verbot, den Datenbankzugang an private oder staatliche und kommunale Stellen im Bundesstaat zu vergeben. Clearview AI muss zudem ein Formular bereitstellen, über das Einwohner Illinois' den Ausschluss ihrer Gesichtsdaten aus Suchergebnissen beantragen können, und 50.000 US-Dollar für Online-Werbung zu diesem Opt-out-Mechanismus aufwenden. Eine direkte Geldzahlung an die Kläger enthält dieser Vergleich nicht. Das Gericht unterzeichnete die entsprechende Anordnung am 11.05.2022.

ACLU (American Civil Liberties Union)

09.05.2022

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Der häufig im Zusammenhang mit Clearview AI zitierte Betrag von rund 50 Millionen US-Dollar stammt nicht aus diesem Vergleich, sondern aus einer separaten Bundesgerichts-Sammelklage, in der Klägern 2024 ein Eigenkapitalanteil von 23 Prozent zugesprochen wurde. Diese spätere Einigung wurde am 20.03.2025 richterlich bestätigt, im Juli 2026 aber vom Berufungsgericht wieder aufgehoben, sodass ihr endgültiger Ausgang offen ist.

Primärquelle

Archegos-Capital-Kollaps und Betrugsanklage gegen Bill Hwang

Die SEC klagte Bill Hwang und weitere Führungskräfte von Archegos Capital Management wegen eines betrügerischen Schemas an. Hwang kaufte ab März 2020 auf Kredit Total Return Swaps und täuschte Banken systematisch über die tatsächliche Risikokonzentration seines Fonds. Als die Kurse der Positionen im März 2021 fielen, konnte Archegos Nachschussforderungen nicht bedienen, was zu Verlusten von über 10 Milliarden US-Dollar bei Banken wie Credit Suisse, Nomura, UBS und Morgan Stanley führte. Im Juli 2024 wurde Hwang für schuldig befunden und im November 2024 zu 18 Jahren Haft verurteilt.

U.S. Securities and Exchange Commission (SEC)

27.04.2022

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Offen bleibt, wie hoch die tatsächlichen Gesamtverluste aller betroffenen Banken letztlich waren, da einzelne Institute unterschiedliche Zahlen nannten. Nicht abschließend geklärt ist zudem, inwieweit die beteiligten Prime-Broker-Banken durch eigenes Risikomanagement-Versagen zur Höhe der Verluste beitrugen.

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hiQ Labs gegen LinkedIn: Neunter Bezirk erlaubt Scraping öffentlicher Profildaten

Am 18.04.2022 bestätigte das US-Berufungsgericht für den Neunten Bezirk im Verfahren hiQ Labs gegen LinkedIn erneut eine einstweilige Verfügung zugunsten von hiQ Labs. Das Analyseunternehmen hatte per Bot öffentlich einsehbare LinkedIn-Profildaten ausgelesen, woraufhin LinkedIn technische Sperren einsetzte. Das Gericht entschied, automatisiertes Auslesen frei zugänglicher, nicht login-geschützter Inhalte verstoße aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen den Computer Fraud and Abuse Act. Nach sechsjährigem Rechtsstreit einigten sich beide Seiten im Dezember 2022 auf einen Vergleich über 500.000 US-Dollar zulasten von hiQ.

United States Court of Appeals for the Ninth Circuit

18.04.2022

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Das Urteil betraf nur die vorläufige Verfügung, keine endgültige Entscheidung in der Hauptsache. Der Supreme Court äußerte sich nie inhaltlich zum Scraping. Die Reichweite der Entscheidung ist begrenzt auf Daten ohne jede technische Zugangsschranke.

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Ronin-Bridge-Hack 2022: Nordkorea stiehlt 625 Millionen Dollar von Axie Infinity

Am 23.03.2022 wurden fünf von neun Validator-Schlüsseln der Ronin-Bridge des Spieleentwicklers Sky Mavis (Axie Infinity) kompromittiert, wodurch Angreifer 173.600 Ether und 25,5 Millionen USDC im Gesamtwert von rund 625 Millionen Dollar abziehen konnten. Der Zugriff erfolgte laut Sky Mavis über einen manipulierten Gas-freien RPC-Knoten, nachdem ein leitender Ingenieur zuvor mit einem gefälschten Jobangebot geködert worden war. Das FBI bestätigte am 14.04.2022 offiziell, dass die nordkoreanische Lazarus-Gruppe verantwortlich war.

FBI / US-Finanzministerium OFAC

14.04.2022

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Wie genau der gefälschte Job-Köder technisch zum Zugriff auf den RPC-Knoten führte, wurde von Sky Mavis nur in groben Zügen offengelegt. Nur ein Bruchteil der gestohlenen Gelder wurde je sichergestellt, eine strafrechtliche Verurteilung einzelner Täter liegt bis heute nicht vor, da sich die Verantwortlichen mutmaßlich in Nordkorea befinden.

Primärquelle

FBI bestätigt Lazarus-Gruppe als Urheber des Ronin-Bridge-Hacks

Am 23.03.2022 wurden aus der Ronin Bridge, die das Blockchain-Spiel Axie Infinity mit Ethereum verbindet, Kryptowährungen im Wert von rund 625 Millionen US-Dollar entwendet. Sky Mavis bemerkte den Diebstahl erst am 29.03.2022. Das FBI attribuierte den Angriff am 14.04.2022 offiziell der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe. Die Angreifer erlangten Kontrolle über fünf von neun Validator-Knoten des Ronin-Netzwerks.

Federal Bureau of Investigation (FBI)

14.04.2022

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Der genaue technische Ablauf der Validator-Kompromittierung ist nicht abschließend behördlich dokumentiert. Der Gesamtwert des Schadens schwankt in Berichten zwischen 540 und 625 Millionen US-Dollar. Nordkorea hat die Zuordnung nie bestätigt.

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Industroyer2: Sandworm-Angriff auf ukrainisches Stromnetz 2022 verhindert

Im April 2022 entdeckten CERT-UA und ESET einen geplanten Cyberangriff der Gruppe Sandworm auf einen ukrainischen Energieversorger mit der Schadsoftware Industroyer2, die auf Umspannwerke mit dem Protokoll IEC-104 zielte. Die Ausführung war für den 08.04.2022 um 16:10 UTC geplant, wurde aber vor Eintritt eines tatsächlichen Stromausfalls gestoppt. Zusätzlich setzten die Angreifer die Löschsoftware CaddyWiper sowie weitere Wiper-Varianten ein; ESET ordnete den Angriff mit hoher Zuversicht der Gruppe Sandworm zu.

ESET (WeLiveSecurity)

08.04.2022

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Aus dieser Quelle nicht bekannt ist, wie die Angreifer ursprünglich in das Netzwerk des Energieversorgers eindrangen und wie sie von der IT-Umgebung ins industrielle Steuerungssystem gelangten. Der Name des betroffenen Unternehmens und die genaue Zahl der potenziell betroffenen Kunden werden in der Quelle nicht genannt, ebenso fehlt eine formelle juristische Zurechnung zu Russland.

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Zerschlagung des Darknet-Marktplatzes Hydra Market

Am 05.04.2022 sicherten BKA und ZIT Frankfurt die in Deutschland befindliche Serverinfrastruktur des russischsprachigen Darknet-Marktplatzes Hydra Market und schalteten ihn ab, dabei wurden 543 Bitcoin im Gegenwert von rund 23 Millionen Euro beschlagnahmt. Hydra Market galt als weltweit umsatzstärkster illegaler Online-Marktplatz mit mindestens 1,23 Milliarden Euro Umsatz allein 2020, gehandelt wurden vor allem Betäubungsmittel. Den Ermittlungen seit August 2021 gingen internationale Kooperationen voraus.

Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (ZIT)

05.04.2022

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Nicht dokumentiert ist die Identität der eigentlichen Hauptbetreiber, auch wenn US-Behörden parallel Anklage gegen einen mutmaßlichen russischen Staatsangehörigen erhoben. Unklar bleibt, in welchem Umfang der Handel durch die Abschaltung tatsächlich zurückging, da Nachfolgeplattformen bald entstanden.

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Nordex Group von Cybersicherheitsvorfall betroffen

Die IT-Sicherheit der Nordex Group stellte am 31.03.2022 fest, dass das Unternehmen Ziel eines Cybersicherheitsvorfalls war. Als Vorsichtsmaßnahme wurden IT-Systeme mehrerer Geschäftsbereiche an verschiedenen Standorten abgeschaltet und der Fernzugriff auf vertraglich betreute Windturbinen deaktiviert. Die Turbinen liefen nach ersten Erkenntnissen unbeeinträchtigt weiter.

Nordex SE

02.04.2022

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Die genaue Zahl der betroffenen Standorte und das Ausmaß des Datenabflusses sind nicht offiziell spezifiziert. Die Ransomware-Gruppe Conti reklamierte den Angriff laut Medienberichten für sich, dies wurde von Nordex nicht explizit bestätigt.

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IMY-Bußgeld gegen Klarna wegen unzureichender Informationspflichten

Die schwedische Datenschutzbehörde IMY verhängte am 29.03.2022 gegen Klarna Bank AB ein Bußgeld von 7,5 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet rund 671.000 Euro. Geprüft wurde der Zeitraum Frühjahr 2020, Klarna informierte Nutzer nicht ausreichend über Zweck und Rechtsgrundlage bestimmter Datenverarbeitungen und machte unvollständige Angaben zu Empfängern personenbezogener Daten, darunter Auskunfteien.

Integritetsskyddsmyndigheten (Schweden)

29.03.2022

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Der spätere gerichtliche Verlauf, darunter eine zwischenzeitliche Herabsetzung und Wiederanhebung auf 7,5 Millionen Kronen durch das Kammarrätten im März 2024, ist in dieser Pressemitteilung selbst noch nicht abgebildet. Dieser Fall betrifft eine administrative Bußgeldentscheidung wegen Informationspflichten und ist getrennt vom separaten App-Datenpannen-Vorfall von Klarna 2021 zu betrachten.

Primärquelle

Lapsus$ kompromittiert Support-Laptop bei Okta-Subunternehmer Sitel

Die Hackergruppe Lapsus$ erlangte zwischen dem 16. und 21.01.2022 per Remote-Desktop-Zugriff Kontrolle über den Laptop eines Kundensupport-Mitarbeiters des Okta-Subunternehmers Sitel. Der Angreifer hatte laut Okta insgesamt nur 25 zusammenhängende Minuten aktive Kontrolle und konnte über eingeschränkte Support-Rechte weder Nutzer anlegen noch auf Quellcode zugreifen. Nach Oktas Auswertung waren maximal 366 Kunden, rund 2,5 Prozent der Kundenbasis, potenziell betroffen.

Okta, Inc.

24.03.2022

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Wie das Konto des Sitel-Mitarbeiters ursprünglich kompromittiert wurde, bleibt offen. Der vollständige forensische Bericht der von Sitel beauftragten externen Firma wurde nicht veröffentlicht, Okta erhielt ihn erst am 22.03.2022, rund zwei Monate nach dem Vorfall.

Primärquelle

Microsoft-Hack 2022: Lapsus$ kompromittiert Mitarbeiterkonto und erbeutet Quellcode von Bing und Cortana

Am 20. und 21.03.2022 veröffentlichte die von Microsoft als DEV-0537 geführte Gruppe Lapsus$ Archive mit Quellcode aus über 250 internen Projekten, darunter rund 90 Prozent des Bing-Quellcodes sowie Teile von Bing Maps und Cortana. Microsoft bestätigte den Vorfall am 22.03.2022 und erklärte, es sei lediglich ein einzelnes Mitarbeiterkonto kompromittiert worden, Kundendaten seien nicht betroffen gewesen. Microsoft beschrieb die typische Vorgehensweise der Gruppe: Kauf gestohlener Zugangsdaten, SIM-Swapping, Anrufe bei Support-Helpdesks und Erzwingen von Multi-Faktor-Freigaben durch wiederholte Anmeldeanfragen.

Microsoft Threat Intelligence Center (MSTIC) / Microsoft Security Response Center (MSRC)

22.03.2022

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Wie das Mitarbeiterkonto ursprünglich erbeutet wurde, hat Microsoft nicht öffentlich benannt. Die Zahlenangaben zu Archivgröße und Quellcodeanteilen stammen aus externen Auswertungen, nicht aus einer von Microsoft bestätigten Gesamtmenge. Eine strafrechtliche Verurteilung speziell für den Microsoft-Vorfall ist nicht dokumentiert.

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TransUnion-Datenleck Südafrika: Bis zu 54 Millionen Betroffene behauptet

Am 18.03.2022 bestätigte der südafrikanische Kreditauskunftsdienst TransUnion South Africa, dass ein krimineller Dritter Zugriff auf einen isolierten Unternehmensserver erlangt hatte. Die nach eigenen Angaben aus Brasilien stammende Hackergruppe N4ughtySecTU erklärte, sie habe sich per Brute-Force-Angriff Zugang zu einem SFTP-Server verschafft, dessen Konto mit dem Passwort Password gesichert war, und rund 4 Terabyte an Daten von etwa 54 Millionen Personen erbeutet, was nahezu der gesamten Bevölkerung Südafrikas entspricht. Die Angreifer forderten von TransUnion ein Lösegeld von 15 Millionen US-Dollar in Kryptowährung, um eine Veröffentlichung der Daten zu verhindern. TransUnion lehnte die Zahlung ab. Die eigene Untersuchung des Unternehmens ergab, dass tatsächlich Datensätze von rund 5 Millionen Verbrauchern vollständig offengelegt wurden, darunter Name, ID-Nummer, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer, sowie bei weiteren 5,2 Millionen Verbrauchern lediglich die ID-Nummer. Zusätzlich waren Daten von rund 600.000 Unternehmen betroffen. TransUnion erklärte, die von den Angreifern behauptete Zahl von 54 Millionen Datensätzen stamme größtenteils aus älteren, von TransUnion unabhängigen Datenlecks seit 2017. Das Unternehmen bot betroffenen Personen bis zum 31.12.2023 kostenlose Kreditüberwachung an. Die südafrikanische Datenschutzbehörde Information Regulator leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein und erließ später eine förmliche Anordnung gegen TransUnion.

TransUnion South Africa (Newsroom)

18.03.2022

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Die von der Hackergruppe genannte Zahl von 54 Millionen Betroffenen ist durch TransUnion nicht bestätigt und laut Unternehmen größtenteils auf fremde, ältere Datenlecks zurückzuführen. Ob TransUnion die Anordnung der Information Regulator angefochten hat und ob ein Bußgeld verhängt wurde, ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich.

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