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Gesetzesgrundlagen

Gesetzesgrundlagen

Recht. Einfach. Verständlich.

Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile im Original – mit Kernaussage, Status (in Kraft, im Verfahren, Diskussion) und einem Klartext, was sie wirklich bedeuten.

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Primärquelle

EU-US Privacy Shield: EU-Kommission verabschiedet Nachfolgeabkommen zu Safe Harbor

Die Europäische Kommission verabschiedete am 12.07.2016 den Angemessenheitsbeschluss 2016/1250 zum EU-US Privacy Shield, dem Nachfolgeabkommen für das im Oktober 2015 vom EuGH im Schrems-I-Urteil gekippte Safe-Harbor-Abkommen. US-Unternehmen mussten sich beim US-Handelsministerium selbst zertifizieren. Neu war ein Ombudsperson-Mechanismus im US-Außenministerium für Beschwerden von EU-Bürgern über Zugriffe US-amerikanischer Nachrichtendienste. Die Artikel-29-Datenschutzgruppe bemängelte im April 2016, anlasslose Massenüberwachung bleibe weiterhin zulässig. Der EuGH erklärte das Privacy Shield am 16.07.2020 im Schrems-II-Urteil für ungültig.

Europäische Kommission

12.07.2016

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Die genaue Zahl der 2016 bereits zertifizierten Unternehmen ist nicht dokumentiert. Wie wirksam der Ombudsperson-Mechanismus in der Praxis funktionierte, ist offen, da die Kommission dessen Unabhängigkeit anders bewertete als die Artikel-29-Gruppe und das Europäische Parlament.

Primärquelle

Absage des NHS-Programms care.data

Am 6. Juli 2016 gab das britische Gesundheitsministerium bekannt, dass NHS England das umstrittene Programm care.data einstellt. Care.data sollte ab 2013 Patientendaten aus Hausarztpraxen in England zentral zusammenführen und für Forschung und Planung verfügbar machen, wurde aber wegen unzureichender Aufklärung der Patienten und Datenschutzbedenken nie vollständig umgesetzt. Die Einstellung folgte auf den Caldicott-Bericht der National Data Guardian sowie einen Bericht der Care Quality Commission.

Department of Health and Social Care / NHS England

06.07.2016

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Die offizielle Erklärung nennt keine konkreten Zahlen zu Kosten oder Opt-out-Quoten des Programms. Berichte anderer Medien beziffern die bereits entstandenen Kosten auf rund 8 Millionen Pfund und die Zahl der Opt-outs auf etwa 1,5 Millionen, dies stammt jedoch nicht aus der Primärquelle selbst.

Primärquelle

Volkswagen Dieselgate USA: EPA-Ermittlungen und 14,7-Milliarden-Dollar-Vergleich

Volkswagen erklärte sich am 28.06.2016 bereit, bis zu 14,7 Milliarden US-Dollar zu zahlen, um Vorwürfe wegen manipulierter Abgastests bei rund 500.000 Dieselfahrzeugen beizulegen. VW hatte eine Software eingebaut, die den Prüfstandstest erkannte und nur dann die volle Abgasreinigung aktivierte. Im Januar 2017 bekannte sich VW zusätzlich in einem Strafverfahren schuldig und zahlte weitere 4,3 Milliarden Dollar. Der ehemalige VW-Manager Oliver Schmidt wurde am 06.12.2017 zu sieben Jahren Haft verurteilt.

U.S. Department of Justice / U.S. EPA

28.06.2016

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Nicht öffentlich dokumentiert ist, wer innerhalb der VW-Konzernspitze in Wolfsburg wann genau von der Manipulation wusste, die eigentliche Konzernführung wurde strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen. Die Gesamtzahl weltweit betroffener Fahrzeuge von rund 11 Millionen stammt aus VW-eigenen Angaben, nicht unabhängig verifiziert.

Primärquelle

Zahlungskontengesetz (ZKG)

Seit dem 19.06.2016 hat jede Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU in Deutschland ein gesetzliches Recht auf ein Basiskonto, Banken müssen es binnen zehn Werktagen einrichten.

Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de

19.06.2016

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Primärquelle, der Gesetzestext selbst. Banken dürfen die Basiskonto-Eröffnung nur in eng definierten gesetzlichen Ausnahmefällen verweigern.

Primärquelle

EU-USA Umbrella Agreement: Datenschutzabkommen für Strafverfolgungsbehörden

Am 02.06.2016 unterzeichneten EU und USA das Umbrella Agreement, einen Rahmenvertrag zum Datenschutz für den Austausch personenbezogener Daten zwischen Strafverfolgungsbehörden. Das Abkommen erfasst Daten wie Namen und Vorstrafen zur Straftatverfolgung einschließlich Terrorismus und räumt EU-Bürgern erstmals ein gerichtliches Rechtsmittel vor US-Gerichten ein, gleichgestellt mit US-Bürgern. Das Europäische Parlament stimmte am 01.12.2016 zu.

Rat der Europäischen Union

02.06.2016

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Nicht dokumentiert ist, wie oft US-Gerichte entsprechende Klagen von EU-Bürgern tatsächlich zuließen. Umstritten blieb, ob der zugrunde liegende Judicial Redress Act dauerhaft Bestand hat, da er per einfachem Gesetz verankert ist.

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BVerfG kippt Teile der heimlichen BKA-Überwachungsbefugnisse im BKA-Gesetz

Das Bundesverfassungsgericht entschied am 20.04.2016 über Verfassungsbeschwerden gegen BKA-Befugnisse zur Terrorismusabwehr. Die Ermächtigung zu heimlichen Überwachungsmaßnahmen wie Online-Durchsuchung und Wohnraumüberwachung ist grundsätzlich mit dem Grundgesetz vereinbar. Mehrere konkrete Vorschriften erfüllten jedoch nicht die Verhältnismäßigkeitsanforderungen und wurden für teilweise verfassungswidrig erklärt, der Gesetzgeber musste bis 30.06.2018 nachbessern.

Bundesverfassungsgericht

20.04.2016

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Wer konkret die Beschwerdeführer waren, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Die genaue gesetzgeberische Umsetzung der Neuregelung bis 2018 ist nicht Gegenstand dieser Quelle.

Primärquelle

RSPO suspendiert IOI Corporation wegen illegaler Regenwaldrodung in Indonesien

Der Runde Tisch fuer nachhaltiges Palmoel (RSPO) suspendierte 2016 die Zertifizierung von IOI Corporation, nachdem Tochtergesellschaften in West-Kalimantan ohne Genehmigung Regenwald gerodet hatten. Als Folge kuendigten Abnehmer wie Unilever, Kellogg's, Mars und Hershey ihre Lieferbeziehungen zu IOI.

Reuters

01.04.2016

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Der Bericht macht keine praezisen Angaben zu finanzierenden Banken oder Kreditvolumina hinter den betroffenen IOI-Tochtergesellschaften.

Primärquelle

Signal-Vorläufer erhielt 2013–2016 fast 3 Millionen US-Dollar vom staatlich finanzierten Open Technology Fund

Von 2013 bis 2016 erhielt Open Whisper Systems, der Vorläufer des heutigen Signal-Messengers, rund 2,955 Millionen US-Dollar vom Open Technology Fund (OTF). Der OTF ist ein Unterprojekt von Radio Free Asia, das wiederum zur U.S. Agency for Global Media (USAGM) gehört, einer mit rund einer Milliarde US-Dollar jährlich vom US-Kongress finanzierten Bundesbehörde. Die Signal Foundation hat bislang zu keinem Zeitpunkt Finanzberichte veröffentlicht oder die Identität ihrer Spender offengelegt; für 2024 meldete die Stiftung dennoch Einnahmen von 29.413.537 US-Dollar und Ausgaben von 38.019.696 US-Dollar.

Wikipedia (Signal Foundation)

01.01.2016

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Eine staatliche Anschubfinanzierung eines Open-Source-Projekts ist keine Aussage über eine bestehende Kontrolle des Quellcodes oder der Verschlüsselung durch die US-Regierung; der quelloffene Code von Signal wird unabhängig von Kryptographen geprüft. Die genannte Finanzierungssumme betrifft eine frühe Entwicklungsphase, nicht den heutigen Betrieb.

Primärquelle

Juniper-Networks-Hintertür in ScreenOS

Juniper Networks bestätigte am 17./18. Dezember 2015 in einer Sicherheitswarnung (JSA10713), dass unautorisierter Code in das Betriebssystem ScreenOS seiner NetScreen-Firewalls eingeschleust worden war. Der Code (CVE-2015-7755, CVE-2015-7756) ermöglichte sowohl einen Authentifizierungs-Bypass über SSH/Telnet als auch die passive Entschlüsselung von VPN-Verkehr durch eine manipulierte Konstante im Dual-EC-Zufallszahlengenerator. Nach Angaben von Juniper war der Code seit August 2012 in der Software vorhanden, betroffen waren die ScreenOS-Versionen 6.2.0r15 bis 6.2.0r18 und 6.3.0r12 bis 6.3.0r20.

CISA / Juniper Networks

17.12.2015

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Wer den Code eingeschleust hat, ist bis heute nicht offiziell geklärt; Sicherheitsforscher vermuten einen staatlichen Akteur, ohne dass Juniper oder US-Behörden einen Verantwortlichen öffentlich benannt haben. Unklar bleibt auch, in welchem Umfang der Zugang tatsächlich für Spionage genutzt wurde und welche konkreten Ziele betroffen waren.

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EGMR-Urteil Roman Zakharov gegen Russland zum Überwachungssystem SORM

Die Große Kammer des EGMR urteilte am 04.12.2015 einstimmig, dass das russische Überwachungssystem SORM gegen Artikel 8 EMRK verstößt. Russische Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, Technik zu installieren, die Sicherheitsbehörden direkten Zugriff auf die Telekommunikation aller Nutzer ermöglicht, ohne wirksame vorherige richterliche Kontrolle. Der Gerichtshof ließ die Beschwerde bereits wegen der abstrakten Möglichkeit der Erfassung als Mobilfunknutzer zu, ohne dass eine konkrete eigene Überwachung nachgewiesen werden musste.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

04.12.2015

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Ob Roman Zakharov selbst tatsächlich überwacht wurde, ist nicht belegt, die Beschwerde richtete sich abstrakt gegen die Rechtslage. Russland erkennt seit dem Ausschluss aus dem Europarat 2022 keine Bindung an EGMR-Entscheidungen mehr an.

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Schrems I: EuGH kippt EU-US-Safe-Harbor-Abkommen wegen NSA-Überwachung

Am 6. Oktober 2015 erklärte der Gerichtshof der Europäischen Union in der Rechtssache C-362/14 die Safe-Harbor-Entscheidung der EU-Kommission vom 26. Juli 2000 für ungültig. Kläger war der österreichische Staatsbürger Maximillian Schrems, dessen Daten von der irischen Facebook-Tochtergesellschaft auf Server in den USA übertragen wurden. Schrems hatte 2013 nach den Enthüllungen Edward Snowdens über die Überwachungspraktiken der NSA bei der irischen Datenschutzbehörde Beschwerde eingelegt. Der EuGH stellte fest, dass US-Unternehmen im Rahmen des Safe-Harbor-Systems verpflichtet waren, dessen Schutzregeln zurückzustellen, sobald nationale Sicherheit entgegenstand, und dass US-Behörden selbst nicht an das System gebunden waren. Eine Regelung, die Behörden generalisierten Zugriff auf den Inhalt elektronischer Kommunikation erlaube, verletze den Wesensgehalt des Rechts auf Achtung des Privatlebens. Als Nachfolgeregelung handelte die EU-Kommission das EU-US Privacy Shield aus, das der EuGH am 16. Juli 2020 im Verfahren Schrems II ebenfalls für ungültig erklärte.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

06.10.2015

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Die Pressemitteilung nennt keine Zahl der von der Ungültigkeitserklärung betroffenen Unternehmen oder Nutzer und lässt offen, wie die irische Datenschutzbehörde die Beschwerde von Schrems im Anschluss konkret entschied.

Primärquelle

Schrems I: EuGH kippt Safe-Harbor-Abkommen zwischen EU und USA

Der EuGH erklärte am 06.10.2015 in der Rechtssache C-362/14 die Safe-Harbor-Entscheidung der EU-Kommission von 2000 für ungültig. Grundlage war eine Beschwerde von Max Schrems gegen die irische Datenschutzbehörde, weil Facebook Ireland Nutzerdaten in die USA übermittelte, wo sie nach den Snowden-Enthüllungen dem Zugriff von US-Geheimdiensten ausgesetzt waren. Der EuGH stellte klar, dass nationale Datenschutzbehörden die Angemessenheit von Datentransfers eigenständig prüfen dürfen.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

06.10.2015

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Wie ein Nachfolgeregime konkret ausgestaltet werden würde, war zum Urteilszeitpunkt offen, die Nachfolgevereinbarung Privacy Shield trat erst 2016 in Kraft. Das spätere Schrems-II-Urteil von 2020 ist nicht Gegenstand dieser Quelle.

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