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Gesetzesgrundlagen

Gesetzesgrundlagen

Recht. Einfach. Verständlich.

Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile im Original – mit Kernaussage, Status (in Kraft, im Verfahren, Diskussion) und einem Klartext, was sie wirklich bedeuten.

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Primärquelle

Experian-T-Mobile-Datenleck 2015: 15 Millionen Bewerberdaten kompromittiert

Ein Angreifer verschaffte sich Zugriff auf einen internen Server der Kreditauskunftei Experian, auf dem Bewerberdaten für T-Mobile US gespeichert waren. Betroffen waren rund 15 Millionen Personen in den USA, die zwischen dem 01.09.2013 und dem 16.09.2015 eine Kreditprüfung für einen T-Mobile-Vertrag durchlaufen hatten. Erbeutet wurden Namen, Geburtsdaten, Adressen sowie Sozialversicherungs- und Ausweisnummern, Zahlungskarten- oder Bankdaten waren nicht betroffen.

T-Mobile US, Inc.

30.09.2015

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Wer konkret hinter dem Angriff steckte und ob die Täter je identifiziert wurden, ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich. In welchem Umfang die verschlüsselten Sozialversicherungsnummern tatsächlich entschlüsselt und missbraucht wurden, bleibt offen.

Primärquelle

OPM-Datenleck 2015: 21,5 Millionen Sicherheitsüberprüfungsakten gestohlen

Das OPM gab am 09.07.2015 bekannt, dass bei einem zweiten Cyberangriff die Daten von 21,5 Millionen Personen gestohlen wurden, darunter 19,7 Millionen Antragsteller einer Sicherheitsüberprüfung. Erbeutet wurden Sozialversicherungsnummern, Gesundheits-, Finanz- und Strafregisterdaten, 1,1 Millionen Datensätze enthielten zusätzlich Fingerabdrücke. Die Angreifer waren zwischen Juni 2014 und Januar 2015 im Netzwerk aktiv. OPM-Direktorin Katherine Archuleta trat am 10.07.2015 zurück.

U.S. Office of Personnel Management (OPM)

09.07.2015

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Nicht gerichtsfest bewiesen ist die Urheberschaft, US-Behörden verwiesen wiederholt auf chinesische Akteure, China bestreitet dies. Unklar bleibt, ob die gestohlenen Daten tatsächlich für Spionage genutzt wurden. Die Gesamtzahl der Betroffenen wurde im Verlauf mehrfach nach oben korrigiert.

Primärquelle

Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), § 6 Ausnahmen

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 10 EinSiG sind Einlagen von Bund, Ländern und Kommunen ausdrücklich von der gesetzlichen Einlagensicherung ausgenommen.

Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de

03.07.2015

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Primärquelle, der Gesetzestext selbst. Regelt nur die gesetzliche Einlagensicherung, nicht freiwillige Sicherungssysteme der Bankenverbände.

Primärquelle

Duqu 2.0: Cyberspionage gegen Kaspersky Lab und Irans Atomverhandlungen

Kaspersky Lab teilte am 10.06.2015 mit, im eigenen Firmennetzwerk eine hochentwickelte Spionage-Malware namens Duqu 2.0 entdeckt zu haben. Die Schadsoftware residierte ausschließlich im Arbeitsspeicher und nutzte bis zu drei Zero-Day-Schwachstellen sowie gestohlene digitale Zertifikate des Foxconn-Konzerns. Nach Kaspersky-Angaben wurden auch Hotels und Veranstaltungsorte der P5+1-Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Österreich und der Schweiz infiziert. Kaspersky ordnete den Angriff derselben Gruppe zu, die bereits 2011 die verwandte Schadsoftware Duqu entwickelt hatte, die Code-Ähnlichkeiten mit Stuxnet aufweist.

Kaspersky Lab

10.06.2015

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Eine offizielle Bestätigung, dass eine bestimmte Regierung oder Militäreinheit hinter Duqu 2.0 steht, liegt bis heute nicht vor. Kaspersky bezifferte weder die genaue Zahl der weltweit betroffenen Organisationen noch das exakte Ausmaß der aus dem eigenen Netzwerk abgeflossenen Daten abschließend.

Primärquelle

Zerschlagung des Darknet-Marktplatzes Silk Road und Verurteilung von Ross Ulbricht

Ross Ulbricht betrieb ab Januar 2011 unter dem Pseudonym Dread Pirate Roberts die per Tor verborgene Website Silk Road, über die Drogen und andere illegale Waren gegen Bitcoin gehandelt wurden. Am 1. Oktober 2013 wurde Ulbricht in San Francisco festgenommen, die Website wurde tags darauf abgeschaltet. Am 5. Februar 2015 sprach ihn eine Jury in allen sieben Anklagepunkten schuldig, am 29. Mai 2015 verurteilte das Gericht ihn zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit.

U.S. Attorney's Office for the Southern District of New York (DOJ)

29.05.2015

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Ulbricht wurde vorgeworfen, mehrere Auftragsmorde in Auftrag gegeben zu haben, dafür aber nie separat angeklagt oder verurteilt, die Vorwürfe blieben strafrechtlich ungeklärt. Am 21. Januar 2025 begnadigte US-Präsident Donald Trump Ulbricht vollständig und unbedingt, er kam nach fast elf Jahren Haft frei.

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Berufungsgericht kippt NSA-Telefonüberwachungsprogramm in ACLU-Klage

Am 07.05.2015 entschied das US Court of Appeals for the Second Circuit im Fall ACLU gegen Clapper einstimmig, dass das massenhafte Sammeln von Telefonverbindungsdaten durch die NSA nicht von Section 215 PATRIOT Act gedeckt ist. Das Gericht wies die Position der Regierung zurück, nur das geheime FISA-Gericht dürfe die Rechtmäßigkeit prüfen, und stellte fest, dass die ACLU klagebefugt ist.

American Civil Liberties Union

07.05.2015

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Das Gericht entschied nur auf einfachgesetzlicher Ebene, nicht zur verfassungsrechtlichen Frage. Kurz nach dem Urteil lief Section 215 am 01.06.2015 aus und wurde durch den USA Freedom Act ersetzt.

Primärquelle

Debeka-Bußgeld für illegale Datenkäufe zu Beamtenanwärtern

Der Landesbeauftragte für Datenschutz Rheinland-Pfalz schloss im Dezember 2014 ein Bußgeldverfahren gegen die Debeka einvernehmlich ab. Grundlage waren eingeräumte Listenkäufe, bei denen einzelne Mitarbeiter und Vermittler ohne Einwilligung Datensätze von Anwärtern des öffentlichen Dienstes erworben und zur Versicherungsakquise genutzt hatten. Die Debeka akzeptierte eine Geldbuße von 1,3 Millionen Euro und finanzierte zusätzlich eine mit 600.000 Euro dotierte Stiftungsprofessur für Datenschutz an der Universität Mainz.

Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz

29.12.2014

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Dieses Verfahren fand in Rheinland-Pfalz statt und wurde noch auf Grundlage des alten Bundesdatenschutzgesetzes geführt, da die DSGVO erst ab Mai 2018 galt. Wie viele einzelne Vermittler und Beamtenanwärter konkret betroffen waren, bleibt offen.

Primärquelle

Sony-Pictures-Hack 2014: FBI-Erklärung zur Nordkorea-Zuschreibung

Im November 2014 wurde Sony Pictures Entertainment Opfer eines Cyberangriffs, zu dem sich eine Gruppe namens Guardians of Peace bekannte. Die Angreifer löschten Daten auf tausenden Firmenrechnern und stahlen interne E-Mails, Mitarbeiterdaten sowie mehrere unveröffentlichte Kinofilme. Das FBI erklärte am 19.12.2014 offiziell, die nordkoreanische Regierung sei für den Angriff verantwortlich, der im Kontext der Sony-Komödie The Interview stand.

Federal Bureau of Investigation (FBI)

19.12.2014

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Das FBI legte keine detaillierten technischen Beweise offen, sondern verwies allgemein auf Ähnlichkeiten zu früherer nordkoreanischer Schadsoftware. Mehrere unabhängige Sicherheitsforscher äußerten damals Zweifel an der offiziellen Zuschreibung.

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POODLE-Angriff: Google-Sicherheitsforscher decken kritische Schwachstelle im Verschlüsselungsprotokoll SSL 3.0 auf

Am 14.10.2014 veröffentlichten Google-Sicherheitsforscher die Schwachstelle POODLE (Padding Oracle On Downgraded Legacy Encryption), registriert als CVE-2014-3566. Die Lücke betrifft das veraltete Verschlüsselungsprotokoll SSL 3.0. Ein Angreifer in Man-in-the-Middle-Position kann Clients zu einem Downgrade auf SSL 3.0 zwingen und benötigt im Schnitt rund 256 Anfragen, um ein Byte verschlüsselter Daten wie Authentifizierungs-Cookies auszulesen. Als Gegenmaßnahme empfahlen die Entdecker sowie CISA am 17.10.2014 die vollständige Deaktivierung von SSL 3.0. In den Folgemonaten deaktivierten Chrome, Firefox und weitere Anbieter die SSL-3.0-Unterstützung standardmäßig.

Google Security Team (Google Online Security Blog)

14.10.2014

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Nicht belegt ist, in welchem Umfang POODLE vor der Offenlegung bereits für reale Angriffe genutzt wurde, da ein Downgrade-Angriff kaum nachweisbar ist. Die Schätzung, wonach rund zehn Prozent der Server für eine spätere TLS-Variante der Schwachstelle anfällig waren, stammt aus Analysen einzelner Sicherheitsfirmen. Ein konkreter finanzieller Gesamtschaden wird nicht beziffert.

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Datenleck bei Community Health Systems durch Heartbleed-Angriff

Die US-Krankenhauskette Community Health Systems meldete am 18.08.2014 der SEC einen Cyberangriff auf ihre Netzwerke im April und Juni 2014. Gestohlen wurden Namen, Adressen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern von rund 4,5 Millionen Personen, die bei mit CHS verbundenen Ärzten behandelt worden waren. Die beauftragte Sicherheitsfirma Mandiant ordnete den Angriff einer fortgeschrittenen Bedrohungsgruppe mit Ursprung in China zu, medizinische Behandlungsdaten waren laut CHS nicht betroffen.

Community Health Systems, Inc. (SEC-Pflichtmitteilung)

18.08.2014

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Die offizielle SEC-Meldung nennt keine konkrete Angreifergruppe und erwähnt weder die Bezeichnung APT18 noch Heartbleed als Einfallstor, diese Details stammen aus späteren Analysen von IT-Sicherheitsfirmen. Eine direkte Steuerung des Angriffs durch die chinesische Regierung ist nicht abschließend belegt.

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Riley gegen California: Handydurchsuchung bei Festnahme braucht Durchsuchungsbefehl

Der US Supreme Court entschied am 25. Juni 2014 einstimmig im Fall Riley v. California (573 U.S. 373), dass die Polizei bei einer Festnahme grundsätzlich einen Durchsuchungsbefehl braucht, um die digitalen Inhalte eines beschlagnahmten Mobiltelefons zu durchsuchen. Auslöser war der Fall des Angeklagten David Riley, dessen Handy nach seiner Festnahme 2009 ohne Durchsuchungsbefehl ausgewertet wurde, wobei gefundene Daten ihn mit einer Schießerei und Gangaktivität in Verbindung brachten. Das Gericht stellte klar, dass die bisherige Ausnahme für Durchsuchungen bei Festnahmen wegen der riesigen Datenmenge auf modernen Smartphones nicht automatisch gilt.

US Supreme Court

25.06.2014

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Offen bleibt, wie die Grundsatzentscheidung in der Praxis auf Grenzfälle wie Cloud-Daten, verschlüsselte Geräte oder Notfallsituationen angewendet wird. Nicht Teil des Urteils sind spätere technische Entwicklungen wie biometrische Entsperrung oder die genaue Reichweite bei Grenzkontrollen.

Primärquelle

Chinas Sozialkreditsystem: Gründungsdokument des Staatsrats von 2014

Der Staatsrat der Volksrepublik China veröffentlichte am 14.06.2014 die Planungsübersicht zum Aufbau eines Sozialkreditsystems für den Zeitraum 2014 bis 2020. Das Dokument benennt vier Säulen: Integrität der Regierungsführung, Integrität im Handel, gesellschaftliche Integrität und Vertrauenswürdigkeit der Justiz. Es schreibt branchenweite Schwarze Listen, Marktausschlussmechanismen, ressortübergreifende gemeinsame Belohnungs- und Bestrafungsverfahren sowie einheitliche Kreditkodierungen für natürliche und juristische Personen vor.

Staatsrat der Volksrepublik China (Übersetzung: DigiChina, Stanford University)

14.06.2014

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Das Gründungsdokument selbst sieht keinen einheitlichen landesweiten Punktescore für alle Bürger vor, wie ihn westliche Berichterstattung häufig suggeriert. Analysen des China-Instituts MERICS zeigen, dass die tatsächliche Umsetzung bis heute in zahlreiche lokale Pilotprojekte zersplittert blieb und deutlich weniger digitalisiert ist als oft dargestellt. Wie einheitlich die vorgesehenen Sanktionen in der Praxis über verschiedene Provinzen und Städte hinweg angewendet werden, ist aus dieser Primärquelle allein nicht abschließend belegt.

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