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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Primärquelle

Ransomware-Angriff auf IFX Networks legt kolumbianische Justiz lahm

Am 12.09.2023 wurde der Bogotá-ansässige Cloud- und Telekommunikationsanbieter IFX Networks Opfer eines Ransomware-Angriffs. Der Vorfall betraf mehr als 760 öffentliche und private Einrichtungen in 17 lateinamerikanischen Ländern. In Kolumbien waren unter anderem der Oberste Rat der Justiz sowie die Ministerien für Gesundheit und Kultur betroffen. Der Oberste Rat der Justiz setzte landesweit die gesetzlichen Fristen für rund zwei Millionen Gerichtsverfahren aus.

INCIBE CERT (Instituto Nacional de Ciberseguridad, Spanien)

14.09.2023

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Die genaue Identität der Angreifergruppe ist nicht offiziell bestätigt, mehrere Medien nennen RansomHouse ohne Bestätigung. Ob und in welcher Höhe ein Lösegeld gefordert oder gezahlt wurde, bleibt unklar.

Organisation/NGO

Suez-Rajan-Fall: Griechische Reederei Empire Navigation bekennt sich wegen Iran-Oel-Sanktionsumgehung schuldig

Die griechische Reederei Empire Navigation bekannte sich schuldig, mit dem Tanker "Suez Rajan" iranisches Rohoel unter Verstoss gegen US-Sanktionen transportiert zu haben. Die Firma stimmte einer Geldstrafe von rund 2,4 Mio. US-Dollar zu und musste rund 1 Mio. Barrel Rohoel im Wert von etwa 40 Mio. US-Dollar abliefern.

US-Justizministerium

14.09.2023

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Die DOJ-Mitteilung belegt nicht, dass griechische Schiffsregister branchenweit an Sanktionsumgehung beteiligt sind.

Primärquelle

OneCoin-Kryptowährungsbetrug (Cryptoqueen Ruja Ignatova)

Laut US-Bundesanwaltschaft SDNY verkaufte OneCoin ab 2014 in Bulgarien eine erfundene Kryptowährung ohne echte Blockchain über ein weltweites Multi-Level-Marketing-Netzwerk und erbeutete so über 4 Milliarden Dollar von rund 3,5 Millionen Anlegern. Mitgründer Karl Sebastian Greenwood wurde am 12.09.2023 zu 20 Jahren Haft und 300 Millionen Dollar Einziehung verurteilt. Gründerin Ruja Ignatova wurde 2017 angeklagt, verschwand im Oktober 2017 und steht seit Juni 2022 auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen.

U.S. Attorney's Office, Southern District of New York

12.09.2023

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Ruja Ignatovas Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt, sie gilt weiter als flüchtig. Ein 2022 aufgetauchter Polizeibericht legt nahe, sie sei 2018 ermordet worden, ihre Leiche wurde jedoch nie gefunden. Spätere Hinweise auf mögliche Sichtungen sind nicht bestätigt, sodass offen bleibt, ob sie noch lebt.

Journalismus

Football Leaks: Gericht verurteilt Whistleblower Rui Pinto zu Bewährungsstrafe

Ein Lissabonner Gericht verurteilte den Hacker und Whistleblower Rui Pinto am 11.09.2023 zu vier Jahren Haft auf Bewährung wegen unbefugten Zugriffs auf IT-Systeme und Verletzung des Briefgeheimnisses. Pinto wurde 2019 in Ungarn festgenommen und nach Portugal ausgeliefert. Die ab Ende 2016 veröffentlichten Football-Leaks-Dokumente deckten mutmaßliche Steuervermeidung, unter anderem im Umfeld von Cristiano Ronaldo, sowie möglichen Betrug bei der UEFA auf und lösten Ermittlungen in mehreren Ländern aus.

France 24

12.09.2023

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Nicht abschließend geklärt ist, in welchem Umfang die dargestellten Steuerkonstruktionen tatsächlich illegal waren gegenüber legaler, aggressiver Steuervermeidung. Der genaue Gesamtumfang der geleakten Dokumente ist nicht unabhängig verifiziert. Der wirtschaftliche Gesamtschaden ist nicht belastbar beziffert.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf die Lanka Government Cloud

Die sri-lankische Information and Communication Technology Agency (ICTA) bestaetigte am 11. September 2023 einen Ransomware-Angriff auf die staatliche Cloud-Infrastruktur "Lanka Government Cloud" (LGC). Betroffen waren rund 5.000 E-Mail-Konten der gov.lk-Domain; da seit dem 17. Mai 2023 keine Backups mehr existierten, gingen alle Daten aus dem Zeitraum 17. Mai bis 26. August 2023 unwiederbringlich verloren. Ursache war eine veraltete, seit 2014 nicht mehr aktualisierte Microsoft-Exchange-2013-Installation.

The Record (Recorded Future News), Autor: Jonathan Greig

12.09.2023

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Weder die genaue Ransomware-Gruppe noch die Hoehe einer eventuellen Loesegeldforderung sind ersichtlich; unklar bleibt, wie die Angreifer initial Zugriff erlangten.

Organisation/NGO

MGM/Caesars-Hack: Zehnminütiger Anruf beim IT-Helpdesk verschafft Scattered Spider Zugriff, Caesars zahlt 15 Mio. USD

Im September 2023 griff die Hackergruppe Scattered Spider (UNC3944) sowohl Caesars Entertainment (07.09.2023, Social-Engineering-Angriff auf einen IT-Drittanbieter) als auch MGM Resorts International (11.09.2023) an, Teil einer Angriffswelle gegen schätzungsweise 100 Organisationen. Die Angreifer identifizierten über LinkedIn einen MGM-Mitarbeiter, gaben sich als diese Person aus und riefen in einem zehnminütigen Telefonat beim IT-Helpdesk von MGM an, um sich Zugang zu dessen Konto zu verschaffen; dadurch erlangten sie Administratorrechte in MGMs Okta-Umgebung und nutzten schwache Mehr-Faktor-Authentifizierung aus, um die Kontrolle über den Azure-Active-Directory-Domänencontroller zu übernehmen. Am 14.09.2023 gaben die Angreifer an, 6 Terabyte Daten von beiden Unternehmen exfiltriert und anschließend BlackCat/ALPHV-Ransomware eingesetzt zu haben, was Online-Reservierungssysteme, digitale Zimmerschlüssel, Spielautomaten und Websites lahmlegte. Caesars zahlte Berichten zufolge 15 Millionen US-Dollar Lösegeld, während MGM sich stattdessen für eine Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden entschied; der Vorfall dauerte bei MGM rund zehn Tage und verursachte für das dritte Quartal 2023 einen geschätzten Verlust von 100 Millionen US-Dollar.

Fordham University Information Security / Forbes

11.09.2023

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Ob Caesars' Lösegeldzahlung MGM als weiteres Ziel derselben Angreifer erst attraktiv machte, wird in manchen Analysen vermutet, ist aus dieser Quelle aber nicht als gesicherter Kausalzusammenhang belegt.

Journalismus

Scattered Spider legt MGM Resorts lahm: 100 Millionen Dollar Schaden

Am 11. September 2023 bestätigte die Casino- und Hotelkette MGM Resorts International einen Cyberangriff auf ihre US-Systeme, nachdem die Hackergruppe Scattered Spider bereits am 10. September 2023 Zugriff auf interne Systeme erlangt hatte. Die Angreifer nutzten Social Engineering: Sie identifizierten einen MGM-Mitarbeiter über LinkedIn, gaben sich in einem rund zehnminütigen Anruf beim IT-Helpdesk als diese Person aus und erhielten so administrative Zugriffsrechte auf die Okta- und Azure-Umgebung von MGM. Die mit ALPHV/BlackCat verbundenen Angreifer legten daraufhin für etwa zehn Tage den Betrieb an mehr als 30 MGM-Standorten lahm, betroffen waren Online-Reservierungen, digitale Zimmerschlüssel, Geldautomaten und Spielautomaten. MGM Resorts bezifferte den finanziellen Schaden für das dritte Quartal 2023 auf mehr als 100 Millionen US-Dollar. MGM zahlte kein Lösegeld, während Caesars Entertainment im selben Zeitraum Berichten zufolge rund 15 Millionen US-Dollar zahlte. Die Täter erbeuteten zudem persönliche Daten von Kunden, die vor März 2019 mit MGM Geschäfte gemacht hatten.

The Record (Recorded Future News)

11.09.2023

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Aus dieser Quelle nicht abschließend belegt sind die genaue Gesamtzahl der vom Datendiebstahl betroffenen Kundendatensätze sowie eine strafrechtliche Verantwortlichkeit konkreter, namentlich benannter Scattered-Spider-Mitglieder.

Journalismus

Vertrauensschutz und Staatswohl? Grenzen der juristischen Aufarbeitung im NSU-Komplex

Quellenschutz für V-Leute behindert strukturell juristische Aufarbeitung des NSU-Komplexes.

APuZ/bpb.de

08.09.2023

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Meinungsstarker Fachbeitrag eines Juristen.

Primärquelle

EuGH-Urteil C-252/21 — Meta darf sich nicht auf "berechtigtes Interesse" für personalisierte Werbung berufen

Der EuGH stellte klar: Auch wenn ein soziales Netzwerk wie Facebook kostenlos ist, kann ein Nutzer vernünftigerweise nicht damit rechnen, dass der Betreiber seine personenbezogenen Daten für personalisierte Werbung ohne Einwilligung verarbeitet. Die Interessen des Nutzers überwiegen gegenüber dem Interesse des Betreibers an werbefinanzierter Personalisierung.

ePrivacy Blog (Fachportal), mit Bezug auf EuGH-Urteil

07.09.2023· in Kraft

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Das ist die eigentliche rechtliche Ursache für die gesamte Entwicklung: Ein EuGH-Urteil von 2023 hat Metas bisherige Rechtsgrundlage für personalisierte Werbung ("berechtigtes Interesse" statt Einwilligung) für unzureichend erklärt — die aktuellen Zusagen aus 2025/2026 sind direkte Folgen dieses Urteils, nicht eine freiwillige unternehmerische Entscheidung. Wichtiger Präzedenzfall auch für andere werbefinanzierte Plattformen.

Journalismus

Polnischer Senatsausschuss erklärt Pegasus-Einsatz gegen Opposition für rechtswidrig

Der polnische Senatsausschuss erklärte am 07.09.2023 den 2017 erfolgten Kauf der NSO-Spyware Pegasus durch die polnische Regierung für rechtswidrig, finanziert aus einem Justizfonds für Kriminalitätsopfer. Der Ausschuss stellte fest, dass Pegasus gegen mindestens zwölf Personen eingesetzt wurde, darunter die Oppositionspolitiker Krzysztof Brejza, Roman Giertych und Michał Kołodziejczak. Brejza, 2019 Leiter der Wahlkampagne der oppositionellen Bürgerkoalition, wurde laut Ausschuss mindestens 33 Mal gehackt. Der Ausschuss leitete Strafanzeigen gegen mehrere damalige Amtsträger ein.

The Record (Recorded Future News)

07.09.2023

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Der Senatsausschuss besitzt keine gerichtliche Entscheidungsgewalt, seine Feststellungen sind eine politische Bewertung ohne Rechtskraft. Die damalige PiS-Regierung bestritt den gezielten Einsatz. Ob die angekündigten Strafanzeigen zu Anklagen führten, ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich.

Journalismus

Moderne Autos sind ein Privatsphäre-Alptraum

Mozilla-Untersuchung von 25 Autoherstellern: alle fallen beim Datenschutz durch, 84% geben persönliche Daten weiter, über 75% verkaufen sie.

netzpolitik.org / Mozilla Foundation

06.09.2023

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Bezieht sich primär auf US-Datenschutzbedingungen.

Organisation/NGO

It's Official: Cars Are the Worst Product Category We Have Ever Reviewed for Privacy

Mozilla untersuchte 25 Automarken und stellte allen ein Datenschutz-Warnlabel aus, da sie exzessiv personenbezogene Daten sammeln, mehrheitlich mit Dritten teilen und kaum Löschmöglichkeiten bieten.

Mozilla Foundation

06.09.2023

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Basiert primär auf US-Datenschutzerklärungen, nicht auf technischer Fahrzeuganalyse.

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