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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Downfall: Sicherheitslücke in Intel-Prozessoren durch Gather-Befehl

Am 9. August 2023 veröffentlichte der Google-Sicherheitsforscher Daniel Moghimi die Schwachstelle Downfall (CVE-2022-40982) in Intel-Prozessoren der 6. bis 11. Generation sowie Xeon-Scalable-Chips der 1. bis 4. Generation. Der Gather-Befehl zur beschleunigten Speicherabfrage leckt bei spekulativer Ausführung Inhalte von Vektorregistern und kann so Passwörter und kryptografische Schlüssel anderer Prozesse offenlegen, teils auch aus durch Intel SGX geschützten Bereichen. Moghimi meldete den Fehler bereits am 24. August 2022 vertraulich an Intel, das daraufhin ein Microcode-Update bereitstellte.

heise online

09.08.2023

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Aus der Quelle nicht belegt ist eine reale Ausnutzung der Lücke außerhalb kontrollierter Testumgebungen vor der Offenlegung. Moghimi zeigte nur Machbarkeitsnachweise wie das Auslesen von AES-Schlüsseln aus OpenSSL, ein Angriff über den Webbrowser blieb theoretisch. Die genaue weltweite Zahl betroffener Geräte bleibt offen, andere Quellen schätzen sie auf 1,5 bis 2 Milliarden Systeme.

Organisation/NGO

EMV-PIN-Bypass bei kontaktlosen Kartenzahlungen: Forschung ohne belegten Girocard-Fall

Forscher der ETH Zürich stellten auf dem USENIX Security Symposium 2023 eine Arbeit vor, die zeigte, dass sich bei kontaktlosen EMV-Transaktionen von Visa, Mastercard und Maestro die PIN-Abfrage durch Manipulation von Datenfeldern umgehen lässt. Transaktionen wurden im Labor über typischen kontaktlosen PIN-Limits erfolgreich durchgeführt. Mastercard bestätigte den Erhalt der Meldung und leitete Gegenmaßnahmen ein.

USENIX Association, ETH Zürich

09.08.2023

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Ein konkreter, dokumentierter Fall eines ausgenutzten Girocard-NFC-Exploits in Deutschland ist durch die Quellen nicht belegt, die Forschung betrifft nachweislich internationale Systeme, nicht das eigenständige deutsche Girocard-Verfahren, das seit 2012 durchgängig auf Chip und PIN basiert.

Primärquelle

PSNI-Datenleck: Namen und Dienststellen aller Polizeibediensteten versehentlich veroeffentlicht

Am 8. August 2023 veroeffentlichte der Police Service of Northern Ireland (PSNI) versehentlich eine Tabelle mit Nachnamen, Vornamen, Dienstgrad und Dienststelle von etwa 10.000 PSNI-Officers. Wegen der Bedrohung durch dissidente Republikaner stufte die Polizei den Vorfall als schwerwiegenden Sicherheitsvorfall ein; mehrere Betroffene mussten vorsorglich umziehen.

BBC News

09.08.2023

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Details zu Taeterschaft, tatsaechlicher missbraeuchlicher Nutzung der Daten oder das endgueltige Strafmass gegen Verantwortliche sind zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht abschliessend geklaert.

Behörde/Institution

Ransomware-Angriff auf Prospect Medical Holdings

Anfang August 2023 wurde die US-Klinikkette Prospect Medical Holdings Ziel eines Ransomware-Angriffs der Gruppe Rhysida. Krankenhäuser in fünf US-Bundesstaaten mussten ihre IT vom Netz nehmen, mehrere Notaufnahmen schlossen zeitweise und leiteten Patienten um. Prospect Medical meldete später eine Datenpanne mit 1.309.096 betroffenen Personen, deren Namen, Sozialversicherungsnummern und Gesundheitsdaten kompromittiert wurden.

CBS News

04.08.2023

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Rhysidas Behauptung, rund 1 Terabyte Daten erbeutet zu haben, stammt allein von den Angreifern. Ob Prospect Medical Lösegeld zahlte, ist nicht bestätigt. Ob die Ausfälle zu konkreten Patientenschäden führten, ist nicht belegt.

Organisation/NGO

Worldcoin: Kenia setzt Iris-Scan-Programm nach Datenschutzbedenken aus, Bayern ordnet Löschung deutscher Iris-Daten an

Das Unternehmen Worldcoin (Tools for Humanity) sammelte weltweit Iris-Scans gegen Kryptowährungs-Token, häufig von Menschen aus wirtschaftlich benachteiligten Gemeinschaften, ohne ausreichende Aufklärung darüber, was die Erfassung biometrischer Irisdaten bedeutet oder wie die Daten international verarbeitet werden. Die kenianische Datenschutzbehörde setzte das Programm am 02.08.2023 wegen unzureichenden Schutzes biometrischer Daten und fehlender Einwilligungsmechanismen aus; im Mai 2025 erklärte der High Court of Kenya den Betrieb der Plattform für illegal. In Deutschland ordnete das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) im Dezember 2024 nach einer DSGVO-Prüfung an, dass Worldcoin die in Deutschland erhobenen Irisdaten löschen muss. Weltweit haben mindestens acht Länder, von Spanien bis Indonesien, den Betrieb von Worldcoin verboten oder untersucht.

Africanews / Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA)

02.08.2023

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Ob Worldcoin die BayLDA-Löschanordnung tatsächlich vollständig umsetzte, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Cyberangriff auf Kenias e-Citizen-Portal durch Anonymous Sudan

Ab dem 23.07.2023 fiel Kenias zentrales Regierungsportal e-Citizen aus, über das mehr als 5.000 staatliche Dienstleistungen abgewickelt werden. Die Gruppe Anonymous Sudan bekannte sich zu einer DDoS-Attacke und forderte eine Entschuldigung Kenias oder 200.000 US-Dollar in Bitcoin. Der Generalrechnungsprüfer hatte bereits gewarnt, dass e-Citizen über keinen Notfallplan und keinen Backup-Standort verfüge.

Semafor

28.07.2023

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Die Behauptung, keine Nutzerdaten seien kompromittiert worden, ist nicht unabhängig verifiziert. Die Urheberschaft der Gruppe Anonymous Sudan ist umstritten, Sicherheitsforscher vermuten russische statt sudanesische Verbindungen.

Primärquelle

Südkoreas PIPC bestraft OpenAI wegen ChatGPT-Datenpanne

Die südkoreanische Datenschutzbehörde PIPC verhängte am 27.07.2023 ein Bußgeld von 3,6 Millionen Won gegen OpenAI wegen verspäteter Meldung einer Datenpanne bei ChatGPT: Ein Fehler in der Open-Source-Bibliothek Redis machte am 20./21.03.2023 für rund neun Stunden Zahlungsdaten von ChatGPT-Plus-Abonnenten sichtbar, darunter Namen, E-Mail-Adressen und die letzten vier Ziffern von Kreditkarten. Die PIPC identifizierte anhand der IP-Adresse 687 betroffene Nutzer in Südkorea und beanstandete, dass OpenAI die Behörde nicht innerhalb der vorgeschriebenen 24 Stunden informiert hatte.

Personal Information Protection Commission (Südkorea)

27.07.2023

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Wie viele ChatGPT-Nutzer weltweit betroffen waren, ist nicht dokumentiert. Die Zahl 687 bezieht sich nur auf per IP-Adresse identifizierte südkoreanische Nutzer. Nicht zu verwechseln mit der deutlich schärferen, zeitgleichen Reaktion der italienischen Behörde Garante auf denselben Vorfall.

Journalismus

Alison Rose resigns as NatWest CEO

NatWest-Chefin Alison Rose trat zurück, nachdem sie vertrauliche Kontodetails Farages an einen Journalisten weitergegeben hatte.

CNN Business

26.07.2023

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Belegt den Rücktritt und dessen Anlass. Beweist nicht, wie verbreitet solche Datenweitergaben bei Banken generell sind.

Behörde/Institution

FINMA-Medienmitteilung zu Archegos

Der Zusammenbruch von Archegos Capital 2021 kostete die Credit Suisse laut FINMA über 5 Mrd. Dollar, die Aufsicht stellte schweres und systematisches Risikoversagen fest.

FINMA

24.07.2023

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Primärquelle der Schweizer Bankenaufsicht. Bezieht sich auf das Archegos-Kreditgeschäft der Credit Suisse.

Primärquelle

Cyberangriff auf zwölf norwegische Regierungsministerien über Ivanti-Zero-Day

Im Juli 2023 wurden IT-Systeme von zwölf norwegischen Regierungsministerien mittels einer Zero-Day-Schwachstelle in Ivanti Endpoint Manager Mobile angegriffen. Die norwegische Sicherheitsbehörde NSM identifizierte die Schwachstelle CVE-2023-35078, eine Authentifizierungsumgehung. Premierministeramt, Verteidigungs-, Justiz- und Außenministerium waren nicht betroffen.

Nasjonal sikkerhetsmyndighet (NSM)

24.07.2023

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Welche konkreten Daten die Angreifer abgezogen haben, ist nicht abschließend dokumentiert. Eine offizielle Zuordnung zu einer Gruppe oder einem Staat erfolgte nicht.

Primärquelle

Deutsche Bank als Korrespondenzbank im Danske-Bank-Estland-Geldwäscheskandal gebüßt

Die Federal Reserve verhängte am 19.07.2023 eine Geldstrafe von insgesamt 186.392.035 US-Dollar gegen die Deutsche Bank AG und ihre US-Tochtergesellschaften. Davon entfielen 46,2 Millionen US-Dollar auf Mängel bei Geldwäsche- und Sanktionsprüfung im Zusammenhang mit der Korrespondenzbankbeziehung zur estnischen Danske-Bank-Niederlassung. Die Fed stellte zusätzlich unzureichende Fortschritte bei früheren Auflagen aus 2015 und 2017 fest.

Board of Governors of the Federal Reserve System

19.07.2023

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Nicht dokumentiert ist, in welchem Umfang die Deutsche Bank konkrete Kenntnis einzelner verdächtiger Transaktionen hatte. Die Gesamtsumme der durch die estnische Filiale geflossenen Gelder wird in Quellen zwischen 200 und 234 Milliarden Euro beziffert.

Journalismus

Estée Lauder von BlackCat und Clop gleichzeitig erpresst, über 130 GB Daten gestohlen

Der US-Kosmetikkonzern Estée Lauder wurde im Juli 2023 von zwei rivalisierenden Ransomware-Gruppen gleichzeitig angegriffen. Die Gruppe BlackCat/ALPHV gab an, erstmals am 15.07.2023 Kontakt zur Unternehmensleitung aufgenommen zu haben, und drohte mit der Veröffentlichung von mehr als 130 Gigabyte gestohlener Daten, ohne dabei das Firmennetzwerk zu verschlüsseln. Parallel dazu listete die Gruppe Clop Estée Lauder auf ihrer Leak-Seite und beanspruchte den Diebstahl von mehr als 131 Gigabyte an Daten. Clop erlangte den Zugriff nach eigenen Angaben über eine Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit Transfer von Progress Software, die seit Ende Mai 2023 als Zero-Day-Lücke ausgenutzt wurde. Estée Lauder bestätigte den Vorfall am 18.07.2023 in einer Pflichtmitteilung (Form 8-K) an die US-Börsenaufsicht SEC. Der Konzern schaltete vorsorglich Teile seiner IT-Systeme ab, um eine weitere Ausbreitung im Netzwerk zu verhindern, und beauftragte externe Cybersicherheitsexperten sowie Strafverfolgungsbehörden mit der Untersuchung. Laut SEC-Mitteilung führte der Vorfall zu Störungen in Teilen des Geschäftsbetriebs, die auch über die Veröffentlichung hinaus andauern sollten. Eine konkrete Lösegeldforderung wurde von BlackCat nicht öffentlich beziffert, die Gruppe drohte jedoch mit weiterer Datenveröffentlichung bei ausbleibender Verhandlungsbereitschaft.

BleepingComputer

18.07.2023

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Aus dieser Quelle ist nicht belegt, welche konkreten Datenkategorien wie Kunden- oder Mitarbeiterdaten tatsächlich betroffen waren, ob ein Lösegeld gezahlt wurde und wie der Vorfall rechtlich oder finanziell für Estée Lauder letztlich ausging.

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