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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Organisation/NGO

Iranische Cyberangriffe auf albanische Regierungsnetzwerke (HomeLand Justice)

Im Juli 2022 legte ein iranischer, staatlich unterstützter Angreifer (bekannt als "HomeLand Justice") mit einem destruktiven Wiper-Angriff zahlreiche Webseiten und Dienste der albanischen Regierung lahm; die Angreifer waren laut CISA/FBI bereits seit rund 14 Monaten (mindestens seit Mai 2021) unbemerkt im Netzwerk aktiv. Als Reaktion brach Albanien im September 2022 die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab; im September 2022 kam es zu einem zweiten Angriff auf das Grenz- und Migrationssystem TIMS.

CISA, FBI, CNMF (US-Behörden) / Microsoft MSTIC

23.09.2022

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Die Advisory dokumentiert primär den Juli-2022-Angriff; Details zum zweiten Angriff und zur genauen Menge exfiltrierter Daten stützen sich teils auf Angaben der albanischen Regierung selbst, die nicht unabhängig verifizierbar sind.

Journalismus

Amazons Türklingel gibt Videodaten ohne Gerichtsbeschluss an deutsche Polizei weiter

Amazon bestätigt Herausgabe von Ring-Videodaten bei Notfallanfragen deutscher Behörden ohne richterliche Anordnung.

notebookcheck.com

22.09.2022

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Häufigkeit und Zahl bewilligter Anfragen bleiben intransparent.

Organisation/NGO

Optus-Datenleck: 9,8 Millionen Kunden durch ungesicherte API betroffen

Optus, der zweitgrößte Telekommunikationsanbieter Australiens, entdeckte am 20.09.2022 einen unbefugten Zugriff auf seine Kundendatenbank und informierte die Öffentlichkeit am 22.09.2022. Ursache war eine seit 2019 bestehende, ungesicherte und über das Internet erreichbare API-Schnittstelle, die keine Authentifizierung verlangte und dadurch den vollständigen Abruf von Kundendatensätzen ermöglichte. Betroffen waren bis zu 9,8 Millionen aktuelle und ehemalige Kunden, etwa ein Drittel der australischen Bevölkerung. Offengelegt wurden Namen, Geburtsdaten, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen, bei rund 2,1 Millionen Kunden zusätzlich Ausweisdaten wie Reisepass-, Führerschein- oder Medicare-Nummer. Am 24.09.2022 forderte ein Angreifer 1,5 Millionen australische Dollar in Monero, zog die Erpressung jedoch innerhalb weniger Stunden zurück. Optus stellte 140 Millionen australische Dollar für Folgekosten zurück und bot betroffenen Kunden kostenlose Kreditüberwachung an. Am 08.08.2025 reichte die OAIC beim Federal Court of Australia eine Zivilklage gegen Singtel Optus ein, mit einer möglichen Strafe von bis zu 2,22 Millionen australische Dollar pro Verstoß.

Office of the Australian Information Commissioner (OAIC)

22.09.2022

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Der Ausgang der im August 2025 eingereichten Zivilklage vor dem Federal Court of Australia war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen.

Organisation/NGO

Bußgeld: Daten aus dem Grundbuch stehen nicht zur freien Verfügung

Vermessungsingenieur rief über elektronisches Grundbuch Daten hunderter Eigentümer ab, gab sie an Bauträger weiter; Bußgelder von 50.000 und 5.000 Euro.

LfD Baden-Württemberg

21.09.2022

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Konkreter Einzelfall in Baden-Württemberg.

Primärquelle

Verstaatlichung von Uniper: Deutschlands groesste Energiekrisen-Rettung

Im September 2022 einigten sich die deutsche Bundesregierung und Fortum auf die Verstaatlichung von Uniper. Der Bund uebernahm rund 99 Prozent der Anteile und stellte bis zu 34 Milliarden Euro an Kapitalspritzen bereit, nachdem Uniper durch reduzierte russische Gaslieferungen in eine existenzbedrohende Schieflage geraten war.

BMWK / Reuters

21.09.2022

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Die Quelle belegt keine gezielte Marktmanipulation durch Uniper oder RWE; Untersuchungen zu konkretem Marktmissbrauch im deutschen Gasmarkt sind unter diesem Titel nicht auffindbar.

Primärquelle

EuGH-Urteil zur deutschen Vorratsdatenspeicherung — C-793/19 und C-794/19

Der EuGH bestätigte erneut das Verbot einer unterschiedslosen Vorratsdatenspeicherung; der deutsche Gesetzgeber muss die noch geltenden §§ 175–181 TKG und § 100g Abs. 2 StPO aufheben. Direkte Konsequenz für deutsches Recht — zeigt, dass diese Urteile keine abstrakte EU-Theorie sind, sondern deutsche Gesetze außer Kraft setzen.

Gerichtshof der Europäischen Union (Berichterstattung: unternehmensstrafrecht.de)

20.09.2022· in Kraft

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Dieses Urteil betraf direkt ein deutsches Gesetz und erklärte es für unanwendbar. Kein abstraktes EU-Prinzip, sondern konkrete Wirkung auf deutsches Recht.

Primärquelle

EuGH-Urteil SpaceNet und Telekom Deutschland zur deutschen Vorratsdatenspeicherung

Der EuGH entschied am 20.09.2022 in den verbundenen Rechtssachen C-793/19 (SpaceNet) und C-794/19 (Telekom Deutschland), dass Unionsrecht einer allgemeinen und unterschiedslosen Vorratsspeicherung von Verkehrs- und Standortdaten entgegensteht, außer bei ernster Bedrohung der nationalen Sicherheit. Die Internetanbieter SpaceNet AG und Telekom Deutschland hatten die Speicherpflicht nach dem deutschen Telekommunikationsgesetz vor deutschen Gerichten angefochten. Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Fall im September 2019 dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

20.09.2022

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Die tatsächliche Eilaussetzung der Vollzugspraxis erfolgte bereits 2017 durch das OVG Münster, während das Bundesverwaltungsgericht erst am 14.08.2023 endgültig über die Unionsrechtswidrigkeit der deutschen Regelung entschied. Offen blieb nach dem EuGH-Urteil zunächst, wie der deutsche Gesetzgeber die zulässigen Ausnahmen wie IP-Adressenspeicherung oder Quick-Freeze-Verfahren konkret umsetzt.

Primärquelle

Uber-Hack 2022: Social Engineering durch Lapsus$-nahe Gruppe

Ein Angreifer kaufte das kompromittierte Passwort eines externen Uber-Vertragspartners im Darknet und erzwang per MFA-Fatigue-Angriff sowie einer als IT-Support getarnten WhatsApp-Nachricht die Freigabe eines Zwei-Faktor-Logins. Damit erlangte er Zugriff auf interne Systeme wie Slack, G-Suite, das Finanz-Tool und HackerOne-Berichte und postete eine Nachricht im firmenweiten Slack-Kanal. Uber bestätigte die Zuordnung zur Gruppe Lapsus$ sowie den Zugriff auf interne Kommunikation und Finanzdaten, erklärte aber, dass Produktivsysteme, Nutzerkonten, Kreditkarten- und Fahrtdaten sowie AWS-S3-Speicher nicht betroffen waren.

Uber Technologies, Inc.

19.09.2022

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Offen bleibt, ob die eingesehenen HackerOne-Schwachstellenberichte vom Angreifer weiterverkauft oder an Dritte weitergegeben wurden. Die genaue Identität des Angreifers sowie eine feste organisatorische Zugehörigkeit zu Lapsus$ sind nicht abschließend gerichtlich geklärt. Das volle Ausmaß der eingesehenen internen Daten jenseits der von Uber benannten Kategorien ist nicht unabhängig verifiziert.

Journalismus

Rockstar-Games-Hack 2022: GTA-6-Entwicklungsmaterial durch Lapsus-nahen Hacker geleakt

Rockstar Games bestätigte am 19.09.2022 offiziell einen Netzwerkeinbruch, bei dem ein Unbekannter vertrauliche Daten herunterlud, darunter frühe Entwicklungsaufnahmen zum nächsten Grand Theft Auto. Ein Nutzer hatte zuvor rund 90 Videoclips im Forum GTAForums veröffentlicht und erklärt, sich per Social Engineering Zugang zum Slack-Konto eines Rockstar-Mitarbeiters verschafft zu haben. Der Täter wurde später mit der Gruppe Lapsus$ in Verbindung gebracht; ein Gericht in London stellte 2023 fest, dass der britische Teenager Arion Kurtaj dafür verantwortlich war.

The Record (Recorded Future News)

19.09.2022

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Ob GTA 6 zum Leckzeitpunkt offiziell in Entwicklung war, hatte Rockstar zuvor nicht öffentlich bestätigt. Der genaue Umfang der entwendeten Daten, etwa ob wie vom Hacker behauptet auch Quellcode betroffen war, ist aus Rockstars eigener Stellungnahme nicht abschließend belegt.

Organisation/NGO

17-jähriger Lapsus$-Hacker leakt GTA-6-Material über Rockstar-Slack-Zugang, 5 Mio. USD Schaden, lebenslange Unterbringung

Am 18.09.2022 leakte ein britischer Teenager namens Arion Kurtaj, damals noch minderjährig, rund 90 Dateien mit Gameplay-Material des noch unangekündigten 'Grand Theft Auto VI' im Forum GTAForums, nachdem er sich über einen internen Slack-Chat Zugang zum Entwicklerstudio Rockstar Games verschafft hatte, einer der größten Datenlecks in der Geschichte der Videospielbranche. Der Leak bestätigte vorzeitig Vice City als Schauplatz sowie eine weibliche Hauptfigur und zwei spielbare Charaktere. Kurtaj war Mitglied der Hackergruppe Lapsus$, die zuvor auch Nvidia und Samsung angriff, und wurde später gefasst und zu einer lebenslangen Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik verurteilt. Rockstar Games bezifferte den durch den Vorfall verursachten Schaden auf 5 Millionen US-Dollar sowie tausende Arbeitsstunden für die Aufarbeitung.

TechRadar / GameSpot

18.09.2022

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Die genaue technische Schwachstelle, über die Kurtaj Zugang zum internen Slack-Kanal erlangte, ist aus dieser Quelle nicht im Detail beschrieben.

Journalismus

Uber-Hack 2022: Lapsus\$-Angreifer erlangte Zugriff auf interne Slack- und Cloud-Systeme

Am 15.09.2022 verschaffte sich ein mit der Gruppe Lapsus\$ verbundener Angreifer per Social Engineering und MFA-Fatigue Zugriff auf einen Uber-Mitarbeiter-Account und darüber auf interne Systeme wie Slack, AWS, Google Workspace und den HackerOne-Bug-Bounty-Bereich. Der Angreifer postierte eine Nachricht im firmeninternen Slack-Kanal und veränderte die Startseite interner Tools. Uber bestätigte den Vorfall am 16.09.2022 offiziell.

Uber Newsroom / The New York Times

16.09.2022

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Nicht abschließend belegt ist, in welchem Umfang Kundendaten tatsächlich eingesehen wurden, Uber erklärte, keine sensiblen Nutzerdaten seien exfiltriert worden, eine unabhängige vollständige Bestätigung dafür liegt öffentlich nicht vor. Ein separater Vorwurf, frühere Uber-Führungskräfte hätten einen Vorgängervorfall 2016 vertuscht, ist Gegenstand eines eigenen, hier nicht behandelten Verfahrens.

Journalismus

Uber-Hack 2022: 18-Jähriger kapert per MFA-Fatigue Slack, AWS und G-Suite

Am 15.09.2022 wurde der Fahrdienstvermittler Uber Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs auf seine internen Systeme. Ein Angreifer verschaffte sich per Social Engineering Zugang zum Uber-Konto eines externen Vertragspartners, dessen Zugangsdaten vermutlich zuvor im Darknet erworben worden waren, und überflutete ihn anschließend mit wiederholten Multi-Faktor-Authentifizierungsanfragen, bis dieser eine Anmeldung bestätigte (MFA-Fatigue-Angriff). Über den so erlangten VPN-Zugang fand der Angreifer in einem internen Netzwerkverzeichnis ein PowerShell-Skript mit hinterlegten Administrator-Zugangsdaten und weitete damit seine Rechte deutlich aus. Mit diesen erhöhten Rechten übernahm er unter anderem Ubers Slack-Arbeitsbereich, Google-Workspace-Konten, AWS- und Google-Cloud-Umgebungen sowie den HackerOne-Verwaltungsbereich und interne Mitarbeiter-Dashboards. Uber-Mitarbeiter bemerkten den Vorfall, als im firmenweiten Slack-Kanal eine Nachricht erschien, in der sich der Angreifer als Hacker zu erkennen gab und eine Datenschutzverletzung ankündigte. Uber und mehrere Medien ordneten den Angriff einem angeblich 18-jährigen Mitglied der Hackergruppe Lapsus$ zu, das später als Brite Arion Kurtaj identifiziert wurde. Uber erklärte, dass keine sensiblen Nutzerdaten wie Zahlungs- oder Bankdaten sowie keine Fahrtinformationen abgeflossen und der Quellcode nicht verändert worden seien; FBI und US-Justizministerium wurden in die Ermittlungen eingebunden. Im August 2023 wurde Kurtaj in London wegen mehrerer Straftaten im Zusammenhang mit den Uber- und Rockstar-Games-Hacks schuldig gesprochen und im Dezember 2023 zu unbefristeter Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt.

heise online

15.09.2022

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Aus der Quelle nicht unabhängig verifizierbar ist, ob Ubers Zusicherung, dass keine sensiblen Kunden- und Zahlungsdaten abgeflossen sind, extern geprüft wurde oder allein auf der eigenen internen Untersuchung des Unternehmens beruht. Auch die exakte Zuordnung des Angriffs zu genau einer Einzelperson statt zu mehreren Beteiligten der Lapsus$-Gruppe war zum Zeitpunkt der ersten Berichterstattung noch nicht gerichtsfest geklärt.

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