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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Wissen. Einordnen. Selbstbestimmt entscheiden.

Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Organisation/NGO

Tor-Netzwerk: KAX17 führt massive Deanonymisierungsangriffe durch

Mutmaßlich staatlicher Akteur KAX17 betrieb bis zu 900 Tor-Server (~10% des Netzwerks) zur massenhaften Nutzerdeanonymisierung.

heise online

04.12.2021

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Keine eindeutige Attribution des Angreifers möglich.

Organisation/NGO

HSE-Ransomware-Angriff 2021: größter Cyberangriff auf ein europäisches Gesundheitssystem

Am 14.05.2021 legte ein Ransomware-Angriff mit der Schadsoftware Conti die zentralen IT-Systeme des irischen Gesundheitsdienstes HSE landesweit lahm. Ausgangspunkt war eine Phishing-E-Mail vom 16.03.2021, wodurch die Angreifer rund acht Wochen unbemerkt agieren konnten. Der 157-seitige PwC-Untersuchungsbericht dokumentiert veraltete Windows-7-Systeme. Die Wiederherstellung dauerte rund vier Monate, geschätzte Kosten belaufen sich auf etwa 100 Millionen US-Dollar.

Health Service Executive Irland / PwC

03.12.2021

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Die exakte Höhe des Gesamtschadens ist nicht abschließend belegt, Schätzungen schwanken zwischen 80 und über 100 Millionen. Die Angreifer forderten Presseberichten zufolge rund 20 Millionen US-Dollar, die HSE zahlte nicht.

Journalismus

Crime Prediction Software Promised to Be Free of Biases. New Data Shows It Perpetuates Them

Analyse von 5,9 Mio. PredPol-Vorhersagen (38 US-Behörden) zeigt systematisch häufigere Markierung nicht-weißer, einkommensschwacher Nachbarschaften.

The Markup / Gizmodo

02.12.2021

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Belegt statistische Korrelation, keine absichtliche diskriminierende Programmierung.

Behörde/Institution

Verlorene Bitcoins — Größenordnung und Markteffekt

Mindestens 13,4% aller geminten Bitcoins — mehr als 3,66 Millionen BTC — gelten als dauerhaft verloren (Adressen ohne Transaktion seit über 7 Jahren).

Blockchain Welt (Fachportal)

Dezember 2021· in Kraft

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Interessanter Zusatzfakt für Community-Content: Ein erheblicher Teil aller je geschaffenen Bitcoins ist unwiederbringlich verloren (vergessene Passwörter, verlorene Festplatten) — ein Aspekt, der auch als Mahnung für Blackstones eigene Wallet-Guides dienen sollte: Self-Custody bedeutet auch Eigenverantwortung, bei Verlust hilft keine Bank.

Organisation/NGO

Identverfahren Prepaid-Mobilfunk – § 172 TKG

Bundesnetzagentur legt zulässige Identifizierungsverfahren für Prepaid-SIM-Legitimationspflicht fest.

Bundesnetzagentur

Dezember 2021

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Rein regulatorisches Verfahrensdokument, keine Wirksamkeitsbewertung.

Organisation/NGO

Grindr zahlt 6,5 Mio. Euro Bußgeld: Standort, sexuelle Orientierung und Nutzeridentität an Werbepartner weitergegeben

Nach einer Beschwerde des norwegischen Verbraucherrats Forbrukerrådet und der Datenschutzorganisation noyb.eu im Januar 2020 verhängte die norwegische Datenschutzbehörde Datatilsynet im Dezember 2021 ein Bußgeld von 65 Millionen norwegischen Kronen (rund 6,5 Millionen Euro) gegen die Dating-App Grindr. Zwischen 2018 und 2020 gab Grindr ohne ausreichende Rechtsgrundlage Alter, Geschlecht, GPS-Standort, IP-Adresse und Werbe-ID seiner Nutzer an zahlreiche Werbeunternehmen weiter. Besonders kritisiert wurde, dass Grindr auch die Information weitergab, dass jemand Grindr-Nutzer ist: Diese Angabe allein legt bereits eine von der Mehrheit abweichende sexuelle Orientierung nahe, selbst wenn die sexuelle Orientierung nicht explizit übermittelt wird.

Datatilsynet (norwegische Datenschutzbehörde)

01.12.2021

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Grindr focht die Entscheidung an; ob das Bußgeld in voller Höhe rechtskräftig gezahlt wurde, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt.

Primärquelle

GoDaddy-Datenleck: 1,2 Millionen WordPress-Hosting-Kunden durch kompromittiertes Passwort betroffen

Der Hosting-Anbieter GoDaddy gab am 22.11.2021 bekannt, dass Unbefugte mithilfe eines kompromittierten Passworts Zugriff auf das Provisioning-System der Legacy-Codebasis für Managed WordPress erlangt hatten. Der unautorisierte Zugriff begann laut GoDaddy am 06.09.2021 und wurde am 17.11.2021 entdeckt. Betroffen waren bis zu 1,2 Millionen aktive und inaktive Managed-WordPress-Kunden. Bei allen Betroffenen wurden E-Mail-Adressen und Kundennummern offengelegt. Bei aktiven Kunden waren zusätzlich das ursprüngliche, bei der Einrichtung vergebene WordPress-Admin-Passwort sowie sFTP- und Datenbank-Zugangsdaten kompromittiert. Bei einer Teilmenge der aktiven Kunden wurde zudem der private SSL-Schlüssel offengelegt. GoDaddy sperrte nach eigenen Angaben den unbefugten Zugriff, setzte die betroffenen Passwörter zurück und begann mit der Ausstellung neuer SSL-Zertifikate für betroffene Kunden. Chief Information Security Officer Demetrius Comes bestätigte den Vorfall in der offiziellen Mitteilung und entschuldigte sich bei den Kunden. GoDaddy meldete den Vorfall außerdem in einer Form-8-K-Mitteilung an die SEC.

GoDaddy Inc. (Unternehmensmitteilung)

22.11.2021

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Die Pressemitteilung nennt weder die Identität der Angreifer noch die genaue technische Schwachstelle im Provisioning-System. Nicht belegt sind zudem etwaige spätere Bußgelder, der Ausgang der in den USA eingereichten Sammelklagen sowie die tatsächlichen finanziellen Gesamtkosten des Vorfalls für GoDaddy.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf MediaMarktSaturn durch die Hive-Gruppe

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 2021 griff die Ransomware-Gruppe Hive die IT-Infrastruktur der MediaMarktSaturn Retail Group an und verschlüsselte nach Unternehmensangaben rund 3100 Windows-Server. Betroffen waren Filialen und nationale Gesellschaften in 13 europäischen Ländern, Kassen- und Warenwirtschaftssysteme fielen zeitweise aus, während die Online-Shops weiterliefen. Die Angreifer forderten laut späteren Medienberichten zunächst 240 Millionen US-Dollar Lösegeld, was auf rund 50 Millionen US-Dollar reduziert wurde.

heise online

08.11.2021

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Offen bleibt, ob MediaMarktSaturn tatsächlich Lösegeld gezahlt hat und in welcher Höhe. Der genaue technische Einstiegsweg der Hive-Gruppe in das Firmennetz ist öffentlich nicht dokumentiert. Unklar blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung zudem, ob und in welchem Umfang die Angreifer tatsächlich Daten entwendet und veröffentlicht haben.

Primärquelle

Robinhood-Datenleck 2021: Social Engineering gegen Kundendienst betrifft Millionen Nutzer

Am Abend des 03.11.2021 verschaffte sich ein Unbefugter durch telefonisches Social Engineering Zugang zu internen Kundendienstsystemen von Robinhood. Dabei wurden E-Mail-Adressen von rund fünf Millionen Personen sowie vollständige Namen von rund zwei Millionen weiteren Personen erbeutet, bei etwa 310 Kunden zusätzlich Geburtsdatum und Postleitzahl. Nach der Eindämmung forderte der Angreifer eine Erpressungszahlung, Robinhood informierte Strafverfolgungsbehörden und beauftragte Mandiant.

Robinhood Markets, Inc.

08.11.2021

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Ob und in welcher Höhe die geforderte Erpressungssumme gezahlt wurde, ist nicht öffentlich dokumentiert. Die Identität des Angreifers sowie Details zur genauen Angriffstechnik wurden von Robinhood nicht offengelegt.

Journalismus

Robinhood-Datenleck: Social-Engineering-Angriff betrifft 7 Millionen Kunden

Am 03.11.2021 verschaffte sich ein Angreifer durch einen Social-Engineering-Anruf bei einem Kundendienstmitarbeiter des US-Aktienbrokers Robinhood Markets Zugang zu internen Support-Systemen. Robinhood informierte die Öffentlichkeit am 08.11.2021 in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC sowie im eigenen Unternehmensblog über den Vorfall. Nach Unternehmensangaben wurden E-Mail-Adressen von rund fünf Millionen Kunden sowie vollständige Namen von weiteren rund zwei Millionen Kunden erbeutet, insgesamt waren damit etwa 7 Millionen Nutzer betroffen. Bei einer kleineren Gruppe von etwa 310 Kunden wurden zusätzlich Geburtsdaten und Postleitzahlen offengelegt, bei rund 10 Kunden noch umfangreichere Kontoinformationen. Am 16.11.2021 ergänzte Robinhood, dass auch Telefonnummern von mehr als 4.400 Kunden gestohlen worden waren. Sozialversicherungsnummern, Bankkontonummern und Debitkartendaten waren nach Unternehmensangaben nicht betroffen, finanzielle Verluste bei Kunden wurden nicht festgestellt. Der Angreifer forderte von Robinhood eine Erpressungszahlung, ob diese geleistet wurde, machte das Unternehmen zunächst nicht öffentlich. Im Januar 2025 verhängte die SEC gegen zwei Robinhood-Broker-Dealer-Einheiten eine Strafzahlung von insgesamt 45 Millionen US-Dollar, unter anderem wegen unzureichender Datenschutz- und Identitätsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Vorfall.

heise online

03.11.2021

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Aus der Quelle nicht abschließend belegt ist, ob und in welcher Höhe die vom Angreifer geforderte Erpressungszahlung tatsächlich geleistet wurde; auch die Identität des Angreifers und der genaue technische Ablauf des Social-Engineering-Anrufs wurden öffentlich nicht bestätigt.

Primärquelle

US-Handelsministerium setzt NSO Group und Candiru 2021 auf Exportsanktionsliste

Das US-Handelsministerium setzte am 03.11.2021 die israelischen Spyware-Hersteller NSO Group und Candiru sowie zwei weitere Firmen auf die Entity List. Begründet wurde dies damit, dass NSO Group und Candiru Spionagesoftware an ausländische Regierungen lieferten, mit der gezielt Regierungsbeamte, Journalisten, Aktivisten und Botschaftsmitarbeiter überwacht wurden. Die Listung verpflichtet US-Firmen, für Exporte oder Technologietransfers an diese Unternehmen eine Lizenz zu beantragen.

US-Handelsministerium, Bureau of Industry and Security (BIS)

03.11.2021

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Nicht Teil dieser Maßnahme war ein strafrechtliches Verbot des Geschäftsbetriebs von NSO Group und Candiru selbst, da die Entity List nur den Export von US-Technologie einschränkt. Aus der Quelle nicht ersichtlich sind die konkreten wirtschaftlichen Folgen der Listung für NSO Group.

Primärquelle

US-Handelsministerium setzt NSO Group und Candiru auf Entity List

Das US-Handelsministerium setzte am 03.11.2021 die israelischen Firmen NSO Group und Candiru auf die Entity List. Grundlage war die Feststellung, dass beide Firmen Spyware entwickelten und an ausländische Regierungen lieferten, die damit gezielt Regierungsbeamte, Journalisten und Aktivisten überwachten. Die Aufnahme beschränkt den Export von US-Technologie an die betroffenen Firmen ohne behördliche Sondergenehmigung.

U.S. Department of Commerce, Bureau of Industry and Security

03.11.2021

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Nicht dokumentiert ist, welche konkreten Staaten die Spyware im Einzelfall einsetzten. Offen bleibt, wie wirksam die Eintragung die tatsächliche Verbreitung der Spyware einschränkte, da NSO Group außerhalb der USA operiert.

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