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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Studie

UNHCR gab biometrische Rohingya-Daten ohne informierte Einwilligung an Myanmar weiter

Human Rights Watch dokumentierte, dass das UNHCR bei der Registrierung Hunderttausender Rohingya-Fluechtlinge in Bangladesch (Cox's Bazar) biometrische Daten erhob und diese im Rahmen eines Abkommens mit der bangladeschischen Regierung an Myanmar weitergab, um ein Verifizierungsverfahren fuer eine moegliche Rueckfuehrung zu unterstuetzen. Betroffene gaben laut HRW-Interviews an, nicht wirklich informiert eingewilligt zu haben.

Human Rights Watch

15.06.2021

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Die genaue Zahl der tatsaechlich uebermittelten Datensaetze sowie deren konkrete Verwendung durch myanmarische Behoerden sind nicht abschliessend belegt; eine unabhaengige technische Pruefung der Datenflüsse liegt nicht vor.

Journalismus

US-Sanktionen gegen das Balkan-Kartell um Edin Gacanin

Im Juni 2021 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den bosnisch-österreichischen Drogenboss Edin Gacanin und sein Netzwerk, das als eines der einflussreichsten Balkan-Kartelle fuer Kokainschmuggel aus Suedamerika nach Europa gilt. Das Netzwerk soll ueber Haefen wie Antwerpen und Rotterdam mehrere Tonnen Kokain geschleust und die Gewinne ueber Immobilien und Scheinfirmen gewaschen haben.

US-Finanzministerium (OFAC) / OCCRP

14.06.2021

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Die genaue Menge des geschmuggelten Kokains und der Gesamtumfang der Geldwaesche sind nicht abschliessend beziffert; die OFAC-Angaben stuetzen sich auf Ermittlungsergebnisse, nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil.

Journalismus

JBS-Ransomware-Angriff und Lösegeldzahlung 2021

Der weltgrößte Fleischverarbeiter JBS wurde am 30./31. Mai 2021 Opfer eines Ransomware-Angriffs, der die Produktion an Standorten in den USA, Kanada und Australien für mehrere Tage lahmlegte. JBS USA bestätigte am 9. Juni 2021, den Angreifern rund 11 Millionen US-Dollar gezahlt zu haben, um mögliche Risiken für Kunden und einen Datenabfluss zu vermeiden. Das FBI attribuierte den Angriff der russischsprachigen Gruppe REvil (Sodinokibi).

Al Jazeera (unter Berufung auf JBS USA und FBI)

10.06.2021

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Nicht abschließend belegt ist, in welcher Zahlungsform das Lösegeld genau übermittelt wurde und ob tatsächlich Daten exfiltriert wurden. Offen bleibt zudem der genaue technische Einstiegsvektor der Angreifer sowie ob und in welchem Umfang Mitglieder der REvil-Gruppe strafrechtlich belangt wurden.

Primärquelle

Operation Trojan Shield: FBI-Kryptohandy-Falle Anom

Das FBI und internationale Partnerbehörden aus 16 Ländern, darunter Europol und die australische AFP, betrieben ab 2018 verdeckt den Kryptohandy-Dienst Anom, der bei Kriminellen als abhörsicher galt. Rund 12.000 Geräte wurden an etwa 300 kriminelle Gruppen weltweit verkauft. Bei der Bekanntgabe am 8. Juni 2021 meldeten die Behörden über 800 Festnahmen, mehr als 27 Millionen mitgelesene Nachrichten sowie Sicherstellungen von mehreren Tonnen Drogen, Hunderten Schusswaffen und rund 48 Millionen US-Dollar in bar.

FBI (Federal Bureau of Investigation), in Zusammenarbeit mit Europol und AFP

08.06.2021

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Nicht vollständig offengelegt ist, wie die technische Verschlüsselungshintertür im Detail funktionierte und welche genaue Rolle die ursprüngliche Vertrauensperson bei der Entwicklung von Anom spielte. Offen bleibt zudem, wie viele der weltweiten Anom-Nutzer am Ende tatsächlich in nationalen Strafverfahren rechtskräftig verurteilt wurden.

Journalismus

NHS-GPDPR-Programm: Regierung verschiebt zentrale Hausarztdaten-Sammlung nach Protesten

NHS Digital wollte im Rahmen des Programms General Practice Data for Planning and Research (GPDPR) ab dem 1. Juli 2021 identifizierbare Gesundheitsdaten aus allen Hausarztpraxen in England zentral für Planungs- und Forschungszwecke sammeln. Nach Widerstand der Ärzteverbände BMA und Royal College of GPs, einer angekündigten Klage der Organisation Foxglove und politischem Druck der Labour-Partei verschob die britische Regierung den Starttermin am 8. Juni 2021 um zwei Monate auf den 1. September 2021.

The Register

08.06.2021

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Aus dieser Quelle nicht beziffert ist die genaue Zahl der bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Patienten-Opt-outs. Offen bleibt aus diesem Artikel auch der weitere Verlauf nach der zweimonatigen Verschiebung, da das Programm späteren Berichten zufolge am 19. Juli 2021 auf unbestimmte Zeit zusätzlich pausiert wurde.

Primärquelle

Ransomware-Angriff auf IT-Dienstleister Advania trifft norwegische Kunden

Im Juni 2021 wurde der isländisch-nordische IT-Dienstleister Advania Opfer eines Ransomware-Angriffs ueber eine Sicherheitsluecke in einer Kundenmanagement-Software (spaeter als Kaseya-VSA-Zulieferkette bekannt). Betroffen waren rund 850 Kunden von Advania, darunter norwegische Unternehmen und Behoerden.

Reuters

08.06.2021

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Der Bericht basiert auf einer kurzen Reuters-Meldung; genaue Zahl und Art der tatsaechlich kompromittierten Daten sowie ein etwaiges Loesegeld sind darin nicht belegt.

Primärquelle

Colonial-Pipeline-Ransomware-Angriff

Die Ransomware-Gruppe DarkSide legte am 7. Mai 2021 mit einem Cyberangriff den Betrieb der Colonial Pipeline lahm, die etwa 45 Prozent des Treibstoffs für die US-Ostküste liefert und rund 8800 Kilometer lang ist. Colonial Pipeline zahlte ein Lösegeld von 75 Bitcoin, umgerechnet rund 4,4 Millionen US-Dollar. Das US-Justizministerium gab am 7. Juni 2021 bekannt, per gerichtlich genehmigtem Beschluss 63,7 Bitcoin (rund 2,3 Millionen US-Dollar) davon sichergestellt zu haben.

U.S. Department of Justice

07.06.2021

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Offen bleibt, wer die einzelnen Mitglieder der DarkSide-Gruppe konkret sind und wie genau die Ermittler an den privaten Schlüssel der genutzten Bitcoin-Wallet gelangten. Unklar ist auch, ob der plötzliche Ausfall der DarkSide-Infrastruktur wenige Tage nach dem Angriff auf Behördenmaßnahmen oder auf einen freiwilligen Rückzug der Täter zurückgeht. Der Verbleib des nicht sichergestellten Teils des Lösegelds ist nicht dokumentiert.

Primärquelle

Google-Adtech-Bußgeld Frankreich: 220 Millionen Euro

Die französische Wettbewerbsbehörde verhängte am 07.06.2021 ein Bußgeld von 220 Millionen Euro gegen Google wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei Ad-Servern, indem Google seine eigenen Dienste DoubleClick for Publishers und AdX bevorzugte. Auslöser war eine Beschwerde von News Corp aus 2019. Google ging im Vergleichsverfahren Verpflichtungen zur Interoperabilität mit Dritt-SSPs ein.

Autorité de la concurrence (Frankreich)

07.06.2021

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Ob die Interoperabilitäts-Verpflichtungen in der Praxis tatsächlich Wettbewerb wiederherstellten, ist nicht im Detail nachgezeichnet. Das Verhältnis zu späteren, umfassenderen EU-Kommissionsverfahren gegen Googles Adtech-Geschäft bleibt offen.

Primärquelle

Colonial-Pipeline-Ransomware-Angriff und teilweise Rücknahme des Lösegelds durch das FBI

Am 07.05.2021 legte die Ransomware-Gruppe DarkSide die IT-Systeme von Colonial Pipeline lahm, dem größten Treibstoffpipelinebetreiber der US-Ostküste, was zu tagelangen Kraftstoffengpässen führte. Colonial Pipeline zahlte am selben Tag ein Lösegeld von 75 Bitcoin, damals rund 4,4 Millionen US-Dollar wert. Am 07.06.2021 gab das US-Justizministerium bekannt, dass FBI-Ermittler durch Verfolgung der Blockchain-Transaktionen 63,7 Bitcoin, damals rund 2,3 Millionen US-Dollar wert, aus einer DarkSide-Wallet sicherstellen konnten. Die Pipeline nahm den regulären Betrieb am 12.05.2021 wieder auf.

US-Justizministerium (DOJ)

07.06.2021

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Nicht öffentlich dokumentiert ist, wie die FBI-Ermittler technisch an den privaten Schlüssel der DarkSide-Wallet gelangten. Offen blieb, ob und in welchem Umfang einzelne DarkSide-Mitglieder identifiziert oder strafrechtlich verfolgt wurden, die Gruppe kündigte kurz danach an, ihre Infrastruktur abzuschalten, ob dies das Ende der Gruppe oder nur einen Rebrand darstellte, ist nicht geklärt.

Primärquelle

FBI bestätigt REvil als Urheber des JBS-Ransomware-Angriffs

Am 30.05.2021 wurde der weltweit größte Fleischverarbeiter JBS Opfer eines Ransomware-Angriffs, der Server in Nordamerika und Australien betraf und zur vorübergehenden Schließung von Verarbeitungsanlagen führte. Das FBI ordnete den Angriff der russischsprachigen Gruppe REvil zu. JBS zahlte nach eigenen Angaben ein Lösegeld von 11 Millionen US-Dollar in Kryptowährung, obwohl zum Zeitpunkt der Zahlung bereits der Großteil der Anlagen wieder arbeitsfähig war.

Federal Bureau of Investigation (FBI)

02.06.2021

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Nicht öffentlich dokumentiert ist, welche Daten bei dem Angriff tatsächlich exfiltriert wurden. Ob die Zahlung von 11 Millionen US-Dollar tatsächlich notwendig war, bleibt eine Einschätzung des Unternehmens und ist nicht unabhängig verifiziert. REvil löste sich Sommer 2021 größtenteils auf, sodass eine vollständige strafrechtliche Aufarbeitung bislang nicht abgeschlossen ist.

Behörde/Institution

Threema-CEO Martin Blatter im Interview — Nutzerzahlen nähern sich 10 Millionen

Threema für Private und die Business-Lösung Threema Work waren Mitte 2021 im Begriff, die Marke von zehn Millionen Nutzern zu knacken. Die kostenpflichtige App gewann in den ersten acht Jahren (bis Ende 2020) acht Millionen Nutzer, allein 2021 kamen bis dahin fast zwei Millionen hinzu. Das Gros der neuen Nutzer stammte aus Deutschland, rund ein Fünftel aus der Schweiz.

Watson (Schweizer Newsportal), Interview mit Threema-CEO Martin Blatter

31.05.2021· in Kraft

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Das ist die letzte direkte Unternehmensangabe, die bei dieser Recherche gefunden wurde — von 2021. Seither keine neuere, ähnlich verlässliche direkte Aussage des Unternehmens gefunden. Für einen aktuellen Blackstone-Artikel unzureichend allein — als Ausgangspunkt/untere Grenze verwendbar ("mindestens 10 Millionen, Stand 2021"), mit klarer Datierung.

Organisation/NGO

JBS-Foods-Ransomware: Weltgrößter Fleischkonzern zahlt REvil 11 Mio. USD, fünf US-Großschlachthöfe zeitweise stillgelegt

Am 30.05.2021 wurde ein Ransomware-Angriff auf den weltgrößten Fleischverarbeiter JBS Foods entdeckt, der Server der nordamerikanischen und australischen IT-Systeme des Konzerns betraf und zur zeitweisen Stilllegung von fünf der größten US-Fleischfabriken führte. Die US-Tochter von JBS zahlte den Erpressern 11 Millionen US-Dollar in Bitcoin, nachdem diese ursprünglich 22,5 Millionen Dollar gefordert hatten. Das FBI identifizierte die russische Cyberkriminalitätsgruppe REvil, dieselbe Gruppe, die kurz darauf auch den Kaseya-Angriff verübte, als Verantwortliche. JBS USA begründete die Zahlung mit einer Abwägung in Absprache mit internen und externen IT-Sicherheitsexperten, um mögliche Risiken für Kunden zu verhindern und unvorhersehbare Folgeprobleme des Angriffs zu vermeiden.

heise online / FBI

30.05.2021

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Ob und wie die gezahlten 11 Millionen US-Dollar später ganz oder teilweise durch Behörden zurückerlangt wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

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