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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Primärquelle

GitHub-DDoS-Angriff 2018: Rekordattacke mit 1,35 Tbit/s per Memcached-Reflection

Am 28.02.2018 zwischen 17:21 und 17:30 UTC traf ein volumetrischer DDoS-Angriff GitHub.com mit einer Spitze von 1,35 Terabit pro Sekunde, dem damals größten dokumentierten DDoS-Angriff. Die Angreifer nutzten Memcached-Reflection: UDP-Anfragen mit gefälschter Absenderadresse an offen erreichbare Memcached-Server wurden um bis zu Faktor 51.000 verstärkt und an GitHub umgeleitet. GitHub.com war von 17:21 bis 17:26 UTC durchgehend nicht erreichbar. GitHub leitete den Verkehr per BGP-Umleitung an Akamai/Prolexic um, wodurch der Angriff eingedämmt wurde.

GitHub Engineering (GitHub, Inc.), Sam Kottler

01.03.2018

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Wer hinter dem Angriff steckte, wurde nie veröffentlicht, es gab keine strafrechtlichen Ermittlungsergebnisse. Die genaue Zahl der missbrauchten Memcached-Server variiert je nach Quelle. Die exakte Dauer der Beeinträchtigung wird in Sekundärquellen unterschiedlich mit 5 bis 9 Minuten angegeben.

Journalismus

Palantir überwachte heimlich 3.900 New-Orleans-Bürger für Predictive Policing

Das Datenanalyseunternehmen Palantir Technologies stellte der Polizeibehörde von New Orleans ab dem 23.02.2012 kostenlos ein auf sozialer Netzwerkanalyse basierendes Programm zur vorausschauenden Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung. Die Vereinbarung wurde über die private Stiftung NOLA for Life von Bürgermeister Mitch Landrieu abgewickelt und dadurch am regulären städtischen Vergabeverfahren und an der Kontrolle durch den Stadtrat vorbeigeführt. Das System wertete Kriminalitätsakten, Bandenzugehörigkeiten, soziale Medien und persönliche Verbindungen aus, um Personen mit hohem Risiko für Gewaltbeteiligung zu identifizieren; rund 3.900 Personen wurden auf diese Weise erfasst. Von 308 Personen, die zwischen Oktober 2012 und März 2017 zu Call-in-Gesprächen eingeladen wurden, schlossen lediglich sieben eine Berufsausbildung ab. Journalist Ali Winston deckte das Programm am 27.02.2018 auf. Ratspräsident Jason Williams erklärte, vor der Veröffentlichung nichts von der Zusammenarbeit gewusst zu haben. Der Vertrag war seit 2012 dreimal verlängert worden. Rund zwei Wochen nach der Veröffentlichung erklärte das Büro von Bürgermeister Landrieu, den Palantir-Vertrag nicht zu verlängern, wodurch das Programm im März 2018 endete.

Type Investigations / The Verge (Ali Winston)

27.02.2018

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Unklar bleibt, ob der vorübergehende Rückgang der Gewaltkriminalität in New Orleans tatsächlich auf den Einsatz der Palantir-Software zurückzuführen war. Diese Quelle belegt keine quantifizierten Angaben zum separaten Einsatz von Palantir Gotham bei ICE.

Journalismus

EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara

Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen.

Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters

27.02.2018

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Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert.

Primärquelle

ABLV Bank Lettland: Schließung nach US-Vorwürfen zu Geldwäsche und Nordkorea-Sanktionsumgehung

Die US-Finanzaufsichtsbehörde FinCEN stufte die lettische ABLV Bank am 13.02.2018 als Institution primärer Geldwäschebesorgnis ein. FinCEN warf der Bank vor, Geldwäsche institutionalisiert zu haben, den Diebstahl von über 1 Milliarde Dollar aus moldawischen Banken erleichtert und Transaktionen für mit Nordkoreas Waffenprogramm verbundene Akteure abgewickelt zu haben. Nach massiven Einlagenabzügen stufte die EZB ABLV am 23.02.2018 als ausfallend ein, die Aktionäre beschlossen am 26.02.2018 die freiwillige Liquidation. 2022 erhob die lettische Staatsanwaltschaft gegen acht ehemalige ABLV-Führungskräfte Anklage wegen Geldwäsche von rund 2,1 Milliarden Euro.

FinCEN (U.S. Department of the Treasury)

13.02.2018

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Der von FinCEN erhobene Bestechungsvorwurf gegen ABLV-Führungskräfte ist nicht gerichtlich bestätigt, die lettische Antikorruptionsbehörde KNAB fand später keine Beweise dafür. Der genaue Umfang der mit Nordkoreas Raketenprogramm verbundenen Transaktionen wurde nicht im Detail beziffert. Die 2022 erhobene Anklage war zum Zeitpunkt der Recherche ohne rechtskräftiges Urteil.

Journalismus

OLAF-Bericht zu Elios: EU-Foerdergelder und die Firma von Orbans Schwiegersohn

Der EU-Betrugsbekaempfungsbehoerde OLAF zufolge kam es bei einem ungarischen Strassenbeleuchtungs-Foerderprojekt der Firma Elios Innovativ zu "ernsten Unregelmaessigkeiten" bei der Vergabe; Elios wurde bis 2015 von Istvan Tiborcz, dem Schwiegersohn von Ministerpraesident Viktor Orban, mitgegruendet. OLAF empfahl Rueckforderungen im Wert von etwa 40 Millionen Euro.

Reuters (Marton Dunai, Krisztina Than)

08.02.2018

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Der OLAF-Bericht selbst wurde nie offiziell veroeffentlicht, sondern nur durchgestochen und von Journalisten zitiert; eine strafrechtliche Verurteilung von Tiborcz ist bis heute nicht erfolgt.

Primärquelle

Rabobank Kalifornien: 369 Millionen Dollar Strafe wegen Verschleierung von Geldwäschemängeln

Rabobank National Association, die kalifornische Tochtergesellschaft der niederländischen Cooperatieve Rabobank, bekannte sich im Februar 2018 vor einem US-Bundesgericht schuldig, die Aufsichtsbehörde OCC bei einer Prüfung getäuscht zu haben, und stimmte einer Zahlung von rund 369 Millionen US-Dollar zu. Zwischen 2009 und 2012 ließen mangelhafte Programme an den Filialen in Calexico und Tecate hunderte Millionen Dollar an nicht nachverfolgbarem Bargeld aus Mexiko unbeanstandet passieren. Als das OCC dies 2013 aufzudecken drohte, sollen Bankmitarbeiter der Aufsicht falsche Angaben gemacht und Unterlagen zurückgehalten haben.

US-Justizministerium (DOJ) / US-Attorney Southern District of California

07.02.2018

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Nicht abschließend geklärt ist, in welchem Umfang das durchgeleitete Bargeld tatsächlich aus Drogenhandel mexikanischer Kartelle stammte, die Angabe hunderte Millionen Dollar ist eine Näherung. Der genaue Anteil der 369 Millionen Dollar als strafrechtliche Vermögensabschöpfung versus zivilrechtliche Bußgelder anderer Behörden wird in Presseberichten unterschiedlich aufgeschlüsselt. Die Rolle einzelner früherer Führungskräfte ist in den ausgewerteten Quellen nur unvollständig dargestellt.

Studie

Strava fitness tracking map reveals military bases, movements in war zones

Strava-Heatmaps enthüllten 2018 versehentlich geheime US-Militärbasen in Syrien/Afghanistan/Irak, White House stufte es als Sicherheitsrisiko ein.

NBC News

29.01.2018

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Schildert konkreten Vorfall, keine systematische Analyse aller Standorte.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt Umrisse geheimer Militärbasen im Irak, Afghanistan und Syrien

Im Januar 2018 entdeckte der australische Forscher Nathan Ruser beim Durchsuchen der neuen 'Global Heatmap' des Fitness-Trackers Strava, dass Jogging-Routen mitten in der syrischen Wüste aufleuchteten, exakt an den Standorten von US- und alliierten Militärbasen. Die Heatmap fasste eine Milliarde Strava-Aktivitäten und drei Billionen GPS-Datenpunkte zusammen, aufgezeichnet zwischen 2015 und September 2017. Journalisten bestätigten, dass die Tracker-Daten unbeabsichtigt Umrisse ausländischer Basen im Irak, in Afghanistan und Syrien sowie Versorgungsrouten und Patrouillenwege preisgaben. Das US-Militär kündigte an, seine Regeln zur Nutzung von Fitness-Trackern und Apps durch Soldaten zu überprüfen; Strava sagte zu, seine Datenschutzeinstellungen zu überarbeiten.

The Guardian / BBC / TechCrunch

29.01.2018

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Ob die offengelegten Standortmuster in der Folge tatsächlich für Angriffe auf die betroffenen Basen genutzt wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Coincheck-Hack 2018

Am 26. Januar 2018 stahlen Angreifer aus einer ungesicherten Hot Wallet der japanischen Kryptobörse Coincheck rund 523 Millionen NEM (XEM) im Wert von etwa 58 Milliarden Yen, umgerechnet rund 530 Millionen US-Dollar. Coincheck sicherte die Coins weder per Cold Wallet noch per Multisignatur ab, wovon rund 260.000 Kunden betroffen waren. Die japanische Finanzaufsicht FSA durchsuchte danach die Coincheck-Büros und erließ mehrere Verbesserungsanordnungen, Coincheck erstattete den Kunden im März 2018 rund 46,6 Milliarden Yen aus eigenen Mitteln.

The Japan Times

29.01.2018

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Wer die Täter waren, ist bis heute nicht abschließend behördlich geklärt. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Ermittler über einen Verdacht gegen Nordkorea, eine offizielle Bestätigung japanischer Behörden dafür liegt jedoch nicht vor.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt Standorte von US-Militärbasen

Die Fitness-App Strava veröffentlichte im November 2017 eine globale Heatmap mit GPS-Aktivitätsdaten von über einer Milliarde Trainingseinheiten. Ende Januar 2018 machte der Student Nathan Ruser öffentlich, dass die Laufrouten von Soldaten in der Heatmap die Umrisse von US-Militärbasen in Syrien, Afghanistan und Somalia sichtbar machten. Strava erklärte, die Heatmap zeige eine anonymisierte Ansicht und kündigte eine Überprüfung der Privatsphäre-Einstellungen an.

TechCrunch

28.01.2018

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Wie viele Militärstandorte konkret identifiziert wurden und ob daraus tatsächliche Sicherheitsvorfälle entstanden, ist nicht abschließend dokumentiert. In welchem Umfang einzelne Soldatenprofile re-identifiziert werden konnten, beruht auf Stichproben.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt geheime Militärbasen aus 1 Milliarde Aktivitäten

Das US-Unternehmen Strava veröffentlichte im November 2017 eine aktualisierte Version seiner Global Heatmap, die mehr als 1 Milliarde Aktivitäten von Nutzern weltweit aus dem Zeitraum 2015 bis September 2017 als Wärmebild auf einer Weltkarte darstellte. Am 27.01.2018 entdeckte der australische Student und Konfliktforscher Nathan Ruser von der Australian National University beim Betrachten der Karte, dass in Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan und Niger militärische Stützpunkte, Patrouillenrouten und Versorgungswege als helle Flecken auf der sonst dunklen Karte erkennbar waren, weil dort stationierte Soldaten mit aktiviertem GPS-Tracking joggten. Ruser veröffentlichte seine Beobachtungen auf Twitter, woraufhin weitere Journalisten zusätzliche und teils zuvor unbekannte Militärstandorte identifizierten. Betroffen waren unter anderem US-Stützpunkte in Afghanistan und Syrien, ein mutmaßlicher Raketenkommandostandort in Taiwan sowie Feldlager der Bundeswehr in Afghanistan. Am 29.01.2018 kündigte das US-Verteidigungsministerium unter Verteidigungsminister Jim Mattis eine Überprüfung der Sicherheitsrichtlinien für mobile Geräte und tragbare Sensorik von Soldaten an. Strava erklärte, die Karte enthalte nur Aktivitäten, die Nutzer nicht als privat markiert hatten, und verwies auf bestehende Opt-out-Einstellungen in der App. Als Reaktion kündigte Strava an, die Sichtbarkeitsoptionen für Nutzer zu vereinfachen.

heise online

27.01.2018

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Nicht belegt ist, wie viele zuvor unbekannte Stützpunkte insgesamt identifiziert wurden und ob die offengelegten Daten tatsächlich von gegnerischen Akteuren für Angriffe genutzt wurden. Ebenso ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich, welche konkreten disziplinarischen oder organisatorischen Konsequenzen die angekündigte Pentagon-Überprüfung für einzelne Einheiten oder Soldaten letztlich hatte.

Organisation/NGO

Kuketz-Blog — praktische "Hintertür"-Kritik, Kontrolllücke bei Einwilligungsnachweisen

Ein Unternehmen kann behaupten, ihm liege eine Einwilligung der betroffenen Person zur Meldedaten-Abfrage vor — das reicht bereits aus, um die Auskunft zu erhalten. Meldebehörden sind zwar angehalten, "stichprobenhaft" zu prüfen, ob diese Einwilligung tatsächlich existiert — bei dünner Personaldecke bleibt das laut Autor "ein reines Luftschloss".

Kuketz IT-Security Blog

17.01.2018· in Kraft

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Sehr konkrete praktische Schwachstelle: Das Gesetz verlangt zwar formal eine Einwilligung, aber es gibt praktisch keine wirksame Kontrolle, ob diese wirklich vorliegt — ein Unternehmen muss sie nur behaupten. Das ist ein gutes Beispiel für eine "Papier-Regel", die in der Praxis kaum durchsetzbar ist — passt zum bereits mehrfach dokumentierten Muster von Kontrolllücken (D5/PimEyes, C5/ePA).

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