StudieKaspersky entlarvt NotPetya per Zufalls-Installations-ID als Wiper, nicht Ransomware
Am 27.06.2017 begann sich die als Ransomware getarnte Schadsoftware Petya/NotPetya über ein kompromittiertes Update der ukrainischen Steuersoftware M.E.Doc weltweit auszubreiten und Windows-Systeme zu verschlüsseln. Am 28.06.2017 veröffentlichten die Kaspersky-Forscher Anton Ivanov und Orkhan Mamedov eine technische Analyse mit dem Titel ExPetr/Petya/NotPetya is a Wiper, Not Ransomware. Die Analyse zeigte, dass die auf dem Erpresserbildschirm angezeigte Installations-ID mit der Windows-Funktion CryptGenRandom erzeugt wird und somit aus rein zufälligen Daten besteht. Bei echter Ransomware enthält diese ID verschlüsselte Informationen, aus denen die Angreifer mittels ihres privaten Schlüssels den passenden Entschlüsselungsschlüssel ableiten können. Da die von NotPetya angezeigte ID keinen Bezug zum tatsächlichen Verschlüsselungsschlüssel hat, können die Angreifer selbst nach Zahlung des Lösegelds keine funktionierende Entschlüsselung liefern. Kaspersky folgerte daraus, dass die Software auf dauerhafte Datenzerstörung ausgelegt war. Diese Unterscheidung veränderte die öffentliche und politische Einordnung des Angriffs, der später von Geheimdiensten mehrerer Staaten dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeschrieben wurde.
Kaspersky Securelist
28.06.2017
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Die Kaspersky-Analyse belegt die technische Unmöglichkeit der Entschlüsselung, macht aber keine Aussage zur Täterschaft oder zum genauen Gesamtschaden; die spätere Zuschreibung an den russischen GRU sowie die Schadenssumme von über 10 Milliarden US-Dollar stammen aus separaten, späteren Quellen.



