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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Primärquelle

Heartbleed-Bug: OpenSSL-Sicherheitslücke gefährdet 2014 rund 500.000 Webserver weltweit

Am 07.04.2014 wurde die Sicherheitslücke Heartbleed in der Kryptografie-Bibliothek OpenSSL öffentlich bekannt gegeben und als CVE-2014-0160 registriert. Die Schwachstelle wurde unabhängig voneinander von Neel Mehta vom Google-Sicherheitsteam sowie von Codenomicon-Forschern entdeckt. Ursache war ein fehlerhaft implementierter Heartbeat-Mechanismus, den der Entwickler Robin Seggelmann am 31.12.2011 in den OpenSSL-Quellcode einfügte; der fehlerhafte Code gelangte mit der Version OpenSSL 1.0.1 am 14.03.2012 in den produktiven Einsatz. Der Fehler erlaubte es Angreifern, spurlos pro Anfrage bis zu 64 Kilobyte Arbeitsspeicher eines Servers auszulesen, darunter private Schlüssel und Passwörter. Unmittelbar mit der verwundbaren OpenSSL-Version betrieben wurden schätzungsweise rund 500.000 der weltweiten SSL-gesicherten Webserver. Zeitgleich mit der Offenlegung am 07.04.2014 veröffentlichten die OpenSSL-Entwickler die reparierte Version 1.0.1g. Die kanadische Steuerbehörde Canada Revenue Agency meldete den Diebstahl von rund 900 Sozialversicherungsnummern über die Lücke. Der IT-Branchendienst eWeek schätzte den weltweiten wirtschaftlichen Schaden auf etwa 500 Millionen US-Dollar.

Codenomicon (heartbleed.com)

07.04.2014

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Wie viele Angriffe vor der öffentlichen Offenlegung tatsächlich stattfanden, bleibt unbekannt, da ein Datenabgriff über Heartbleed keine Spuren in Server-Logs hinterlässt. Die genannte Schadenssumme ist eine grobe Branchenschätzung ohne belastbare Gesamterhebung.

Primärquelle

Telekom-Datenklau 2014: 18 Millionen gestohlene Zugangsdaten

Die Staatsanwaltschaft Verden übergab dem BSI rund 21 Millionen sichergestellte Zugangsdaten, nach Bereinigung verblieben etwa 18 Millionen Datensätze, davon 3 Millionen deutschen Providern zuzuordnen. Die Deutsche Telekom bestätigte offiziell, dass rund 87.000 ihrer T-Online-Kunden betroffen waren und informierte diese per E-Mail über Schutzmaßnahmen. Laut BSI handelte es sich um gestohlene Benutzernamen und Passwörter, die vermutlich durch Schadsoftware auf Nutzergeräten abgegriffen wurden.

Deutsche Telekom AG / BSI

07.04.2014

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Die genaue Herkunft und der ursprüngliche Angriffsweg der gestohlenen Zugangsdaten bleiben laut BSI ungeklärt, ein Diebstahl direkt von Telekom-Servern wird aber ausgeschlossen. Nicht belegt ist, wie viele der informierten Kunden tatsächlich Opfer von Missbrauch wurden.

Primärquelle

Ex-NSA/CIA-Direktor Hayden: 'Wir töten Menschen basierend auf Metadaten' — Verschlüsselung schützt WhatsApp-Metadaten nicht

Auch bei Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messengern wie WhatsApp gilt die Verschlüsselung nur für den Nachrichteninhalt, nicht für Metadaten wie Sender, Empfänger, Zeitpunkt, Datum und Nachrichtengröße, aus denen sich ablesen lässt, wer mit wem wann kommuniziert; der Meta-Konzern speichert diese Metadaten zentral auf eigenen Servern. Michael Hayden, sowohl ehemaliger NSA-Direktor (1999–2005) als auch CIA-Direktor (2006–2009), erklärte im April 2014 bei einer öffentlichen Debatte an der Johns Hopkins University wörtlich: 'We kill people based on metadata' ('Wir töten Menschen basierend auf Metadaten'), um die geheimdienstliche Relevanz von Metadaten trotz Inhaltsverschlüsselung zu unterstreichen.

Michael Hayden (Johns Hopkins University) / netzpolitik.org

01.04.2014

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Das Zitat bezieht sich auf US-Drohnenoperationen im Kontext von NSA-Metadatenauswertung allgemein, nicht speziell auf WhatsApp-Metadaten; die Übertragbarkeit auf zivile Messenger-Nutzung wird in dieser Quelle als Beispiel, nicht als belegter Einzelfall dargestellt.

Journalismus

Meldedaten: Wie der Staat mit uns Geld macht

28 deutsche Großstädte nahmen 2011 rund 12,1 Mio. Euro durch den Verkauf von über 4,5 Mio. Melderegisterauskünften an Werbetreibende ein.

Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)

06.03.2014

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Zitierte Zahlen stammen aus 2011, nur bedingt aktuell aussagekräftig.

Journalismus

Mt. Gox Bitcoin-Börsen-Zusammenbruch

Die damals größte Bitcoin-Börse Mt.Gox bestätigte Anfang März 2014 den Verlust von rund 850.000 Bitcoin im Gegenwert von damals 368,4 Millionen Euro. Davon stammten 750.000 Bitcoin von Kunden, 100.000 gehörten der Börse selbst. Mt.Gox meldete daraufhin beim Bezirksgericht Tokio Insolvenz an.

heise online

03.03.2014

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Zum Zeitpunkt der Meldung war ungeklärt, ob ein technischer Fehler im Bitcoin-Protokoll oder ein interner Diebstahl die Ursache war. Der Verbleib der verschwundenen Bitcoin war unbekannt.

Journalismus

Mt. Gox Zusammenbruch: Verlust von 850.000 Bitcoin und jahrelanges Entschädigungsverfahren

Die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox stoppte im Februar 2014 alle Kundenabhebungen und meldete am 28.02.2014 in Tokio Insolvenz an, nachdem 850.000 Bitcoin von Kunden aus ihren Wallets verschwunden waren, damals rund 473 Millionen US-Dollar wert. 2021 genehmigte das Bezirksgericht Tokio einen Plan zur zivilen Rehabilitation für rund 24.000 Gläubiger. Die tatsächlichen Auszahlungen begannen am 05.07.2024, wobei viele Gläubiger wegen des gestiegenen Bitcoin-Kurses in US-Dollar mehr erhielten als sie 2014 verloren hatten.

Decrypt

28.02.2014

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Nicht abschließend geklärt ist, wie genau die 850.000 Bitcoin verschwanden, es kursieren mehrere Erklärungen von Hackerangriff bis technischem Missmanagement. Von den ursprünglich verlorenen Coins wurden später etwa 200.000 wiedergefunden, der Verbleib des Rests bleibt ungeklärt. Der ursprünglich für Oktober 2024 angesetzte Abschluss der Rückzahlungen wurde mehrfach verschoben, zuletzt auf Oktober 2026.

Journalismus

GCHQ Optic Nerve: Massenhafte Erfassung von Yahoo-Webcam-Bildern

Der britische Geheimdienst GCHQ betrieb mit technischer Unterstützung der NSA das Programm Optic Nerve, das zwischen 2008 und mindestens 2012 automatisch alle fünf Minuten Standbilder aus Yahoo-Messenger-Webcam-Chats abgriff und in einer durchsuchbaren Datenbank speicherte. Allein in einem Sechsmonatszeitraum wurden Bilder von rund 1,8 Millionen Yahoo-Nutzerkonten weltweit erfasst, unabhängig davon, ob die Betroffenen Zielpersonen der Geheimdienste waren.

The Guardian, basierend auf Snowden-Dokumenten

27.02.2014

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Nicht öffentlich belegt ist, wie viele der gespeicherten Bilder tatsächlich für Gesichtserkennungsexperimente oder konkrete Ermittlungen genutzt wurden und was mit dem Datenbestand langfristig geschah. Offen bleibt zudem, in welchem Umfang die NSA selbst auf die gesammelten Bilder zugriff und ob das Programm nach 2012 fortgeführt wurde.

Journalismus

Target-Datenleck 2013: Einfallstor HLK-Dienstleister Fazio Mechanical

Beim Target-Datenleck im Weihnachtsgeschäft 2013 verschafften sich Angreifer ab dem 15.11.2013 mit gestohlenen Netzwerk-Zugangsdaten der HLK-Firma Fazio Mechanical Services aus Pennsylvania Zugang zu Target-Systemen. Fazio Mechanical hatte Fernzugriff auf administrative Target-Systeme für Rechnungsstellung und Projektmanagement. Über diesen Zugang installierten die Angreifer RAM-scrapende Malware auf Kassensystemen und erbeuteten zwischen dem 27.11. und 15.12.2013 Daten von rund 40 Millionen Kredit- und Debitkarten.

Brian Krebs, KrebsOnSecurity

05.02.2014

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Wie genau die Zugangsdaten von Fazio Mechanical ursprünglich erbeutet wurden, ist nicht abschließend öffentlich dokumentiert. Fazio Mechanical erklärte, keine Fernüberwachung von HLK-Anlagen bei Target durchgeführt zu haben, ihr Zugang habe sich auf administrative Funktionen beschränkt.

Behörde/Institution

PCLOB-Bericht zum NSA-Telefonmetadaten-Programm nach Section 215

Die NSA sammelte auf Grundlage von Section 215 des USA PATRIOT Act ab Mai 2006 per geheimer FISA-Gerichtsanordnung täglich Telefonverbindungsdaten von Millionen Amerikanern. Das unabhängige Privacy and Civil Liberties Oversight Board stellte in seinem Bericht vom 23.01.2014 mit 3 zu 2 Stimmen fest, dass das Programm keine tragfähige gesetzliche Grundlage hatte, und empfahl die Beendigung der Massenerfassung.

Privacy and Civil Liberties Oversight Board (USA)

23.01.2014

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Der Bericht ist die Bewertung eines unabhängigen Aufsichtsgremiums, keine Gerichtsentscheidung. Zwei Boardmitglieder vertraten die Gegenposition, das Programm sei rechtmäßig gewesen.

Journalismus

Prokon-Insolvenz: Windenergie-Genussrechte-Skandal

Die Prokon Regenerative Energien GmbH stellte am 22.01.2014 Insolvenzantrag, nachdem sie rund 75.000 Anleger unter Druck gesetzt hatte, ihre Genussrechte nicht zu kündigen. Das Unternehmen hatte über nachrangige Genussrechte etwa 1,4 Milliarden Euro eingesammelt, ohne der BaFin-Aufsicht zu unterliegen. Das Geschäftsmodell beruhte auf hochverzinsten Genussrechten und wenig transparenten Investitionen, unter anderem in eine unrentable Biodieselproduktion.

Stiftung Warentest

22.01.2014

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Nicht geklärt ist, welcher Anteil der 1,4 Milliarden Euro tatsächlich verloren ging, da im Insolvenzverfahren ein Teil in eine Genossenschaft überführt wurde. Umstritten bleibt, inwieweit die damalige Aufsichtslücke ursächlich für das Schadensausmaß war.

Organisation/NGO

Neiman-Marcus-Datenleck: 1,1 Millionen Kreditkarten kompromittiert, 1,5-Mio-USD-Vergleich

Bei der US-Luxuskaufhauskette Neiman Marcus war zwischen dem 16.07.2013 und dem 30.10.2013 Schadsoftware in den Kassensystemen von 77 Filialen in den USA aktiv, die Zahlungskartendaten von Kunden abgriff. Das Unternehmen informierte die Öffentlichkeit am 10.01.2014 über den Vorfall, nachdem es zuvor auf ungewöhnliche Transaktionsmuster aufmerksam gemacht worden war. Nach ersten Angaben von Neiman Marcus waren bis zu 1,1 Millionen Zahlungskarten der Schadsoftware potenziell ausgesetzt. Bei der abschließenden Untersuchung durch mehrere US-Bundesstaaten wurden rund 370.000 Zahlungskarten als tatsächlich kompromittiert bestätigt, davon mindestens 9.200 nachweislich betrügerisch genutzt. Am 08.01.2019 einigte sich Neiman Marcus mit den Generalstaatsanwältinnen und Generalstaatsanwälten von 43 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia auf eine Zahlung von 1,5 Millionen US-Dollar. Im Rahmen des Vergleichs verpflichtete sich das Unternehmen unter anderem zur Einhaltung des Payment Card Industry Data Security Standard, zur laufenden Überwachung der Netzwerkaktivität sowie zur Einführung von Verschlüsselung und Tokenisierung für Zahlungskartendaten. Online-Einkäufe waren von dem Vorfall nicht betroffen.

Office of the New York Attorney General

10.01.2014

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Aus dieser Quelle geht nicht hervor, wer konkret hinter dem Angriff steckte oder wie die Angreifer technisch in die Kassensysteme eindrangen; zudem bestritt Neiman Marcus im Vergleich jedes Fehlverhalten, sodass keine rechtliche Schuldfeststellung vorliegt.

Studie

Digital Discrimination: The Case of Airbnb.com

Gastgeber ohne afroamerikanisch wirkende Profilfotos erzielen ~12% höhere Preise, deutet auf Diskriminierung im Reputationssystem hin.

Edelman, Luca, Harvard Business School

Januar 2014

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Nachweis über Sekundärquellen, nicht direktes Auslesen des Volltexts.

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