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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Primärquelle

1,5 Milliarden Datensätze zu US-Immobilieneigentümern offen im Netz

Der Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler entdeckte eine frei zugängliche, nicht passwortgeschützte Datenbank des New Yorker Unternehmens Real Estate Wealth Network. Die Datenbank enthielt insgesamt 1.523.776.691 Datensätze bei einer Größe von 1,16 Terabyte. Die Daten waren in Ordnern zu Themen wie Eigentumsgeschichte, Zwangsversteigerung, Insolvenz, Scheidung, Steuerpfandrechten, Erbschaften, Gerichtsurteilen und Sterbefällen organisiert. Enthalten waren zudem interne Protokolldaten mit Namen, Adressen und Telefonnummern von Nutzern sowie Angaben zu heruntergeladenen Inhalten, die den Zeitraum vom 22. April 2023 bis zum 23. Oktober 2023 abdeckten. Unter den betroffenen Personen befanden sich zahlreiche Prominente und Politiker, darunter Britney Spears, Mark Wahlberg, Floyd Mayweather, Nancy Pelosi, Donald Trump, Kylie Jenner und Elon Musk, deren Hypothekendaten, Kreditsummen und Steuerinformationen offenlagen. Fowler informierte Real Estate Wealth Network im Rahmen einer Responsible-Disclosure-Meldung, woraufhin die Datenbank kurzfristig gesichert und der öffentliche Zugriff beendet wurde. Ein Vertreter des Unternehmens bestätigte gegenüber Fowler, dass die Datenbank dem Unternehmen gehörte, und dankte ihm für den Hinweis. Der Fund wurde am 19. Dezember 2023 von vpnMentor veröffentlicht.

vpnMentor (Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler)

19.12.2023

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Unklar bleibt, wie lange die Datenbank tatsächlich frei zugänglich war und ob neben dem Sicherheitsforscher weitere, unbefugte Dritte auf die Daten zugegriffen haben. Auch das genaue Entdeckungsdatum sowie mögliche behördliche Konsequenzen oder Strafen sind aus dieser Quelle nicht belegt.

Primärquelle

FTC verbietet Rite Aid Gesichtserkennung wegen diskriminierender Fehlidentifikationen

Die FTC einigte sich am 19.12.2023 mit der US-Drogeriekette Rite Aid darauf, dass diese für fünf Jahre keine Gesichtserkennung zur Ladenüberwachung einsetzen darf. Laut FTC-Beschwerde nutzte Rite Aid die Technik von 2012 bis 2020 in hunderten Filialen, wobei Mitarbeitende tausende Fehlalarme erhielten und Kunden fälschlich des Ladendiebstahls beschuldigt wurden. Die Fehlerquote war in Stadtteilen mit überwiegend Schwarzer, asiatischer und lateinamerikanischer Bevölkerung nachweislich höher als in mehrheitlich weißen Gegenden.

U.S. Federal Trade Commission (FTC)

19.12.2023

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Offen bleibt die genaue Zahl der fälschlich beschuldigten Personen sowie individuelle Schadensersatzforderungen, da die Vereinbarung eine zivilrechtliche Einigung ohne Schuldeingeständnis ist. Rite Aid bestritt die Vorwürfe und verwies darauf, das System bereits Jahre vor der FTC-Untersuchung eingestellt zu haben.

Journalismus

FBI/DOJ zerschlagen ALPHV/BlackCat-Infrastruktur, Gruppe hebt Angriffsverbot auf Krankenhäuser auf

Am 19.12.2023 gab das US-Justizministerium bekannt, die Infrastruktur der Ransomware-Gruppe ALPHV/BlackCat gestört zu haben, die zuvor mehr als 1.000 Opfer weltweit kompromittiert und rund 300 Millionen US-Dollar erbeutet hatte. Das FBI hatte 946 Schlüsselpaare für Tor-Websites der Gruppe sichergestellt und einen Entschlüsselungscode entwickelt, mit dem über 500 Opfer ihre Daten wiederherstellen konnten. Wenige Stunden nach der Ankündigung erklärte ALPHV/BlackCat, die eigene Leak-Website zurückerobert zu haben, und hob als Vergeltung das interne Verbot auf, Krankenhäuser anzugreifen.

U.S. Department of Justice / BleepingComputer

19.12.2023

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Ob ALPHV/BlackCat die eigene Website tatsächlich zurückerlangte oder die Ankündigung eine Inszenierung war, ist unter Sicherheitsforschern umstritten. Ob der zwei Monate später erfolgte Angriff auf Change Healthcare unmittelbar auf die Aufhebung der Angriffsbeschränkungen zurückzuführen ist, wird vermutet, aber nicht belegt.

Primärquelle

FINMA-Bericht zum Untergang der Credit Suisse und zur UBS-Übernahme

Am 19.03.2023 beschloss der Schweizer Bundesrat ein Maßnahmenpaket, das die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ermöglichte, nachdem die Credit Suisse durch massive Kundengeldabflüsse akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht war. Die FINMA veröffentlichte am 19.12.2023 einen Bericht, der ihre Aufsichtstätigkeit von 2008 bis 2023 untersucht und unzureichende Umsetzung strategischer Neuausrichtungen sowie wiederholte Skandale als Ursachen nennt.

FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht)

19.12.2023

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Umstritten bleibt die persönliche strafrechtliche Verantwortlichkeit einzelner Führungskräfte, da der Bericht primär aufsichtsrechtliche Lehren zieht. Die genaue Höhe der Kundengeldabflüsse im März 2023 wird in Quellen unterschiedlich beziffert.

Primärquelle

Comcast-Xfinity-Datenleck: Citrix-Bleed-Angriff betrifft rund 36 Millionen Kunden

Comcast/Xfinity teilte am 18.12.2023 mit, dass Angreifer zwischen dem 16. und 19.10.2023 unbefugten Zugriff auf interne Systeme erlangten, indem sie die Citrix-Schwachstelle CVE-2023-4966 (Citrix Bleed) ausnutzten. Laut Meldung an die Attorney General von Maine waren rund 35,88 Millionen Kunden betroffen. Erbeutet wurden bei allen Betroffenen Benutzernamen und gehashte Passwörter, bei einem Teil zusätzlich Namen, Kontaktdaten und die letzten vier Ziffern der Sozialversicherungsnummer.

Xfinity (Comcast Cable Communications, LLC)

18.12.2023

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Wer hinter dem Angriff steckt, ist öffentlich nicht dokumentiert. In der Folge kam es zu Sammelklagen gegen Comcast, für die 2025/2026 ein Vergleich über 117,5 Millionen Dollar vorlag, dessen endgültige Genehmigung nicht verifiziert wurde.

Primärquelle

Nikola-Gründer Trevor Milton wegen Anlagebetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt

Eine Jury sprach Trevor Milton, Gründer des Elektro-Lkw-Herstellers Nikola, im Oktober 2022 in drei von vier Anklagepunkten wegen Wertpapierbetrugs schuldig. Milton hatte zwischen November 2019 und September 2020 Investoren über den Entwicklungsstand der Nikola-Technologie getäuscht, unter anderem mit einem Werbevideo, das ein rollendes statt fahrendes Fahrzeug zeigte. Im Dezember 2023 wurde er zu vier Jahren Haft und 1 Million Dollar Geldstrafe verurteilt.

US-Justizministerium, Southern District of New York

18.12.2023

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Im März 2025 begnadigte Präsident Trump Milton vollständig, wodurch die Verurteilung politisch und rechtlich aufgehoben wurde. Die exakte Höhe des Anlegerschadens ist nicht einheitlich gerichtlich festgestellt.

Behörde/Institution

"40 Jahre Volkszählungsurteil und Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung"

Seit dem Volkszählungsurteil fußt der Datenschutz auf nationaler Ebene auf diesem Grundrecht; das Urteil betont den Schutz persönlicher Daten und eine ausgewogene Balance zwischen staatlichem Informationsbedarf und individuellen Freiheitsrechten.

Der Beauftragte für den Datenschutz der EKD

15.12.2023· in Kraft

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Eine kirchliche Datenschutzstelle erklärt kompakt und gut verständlich, warum dieses 40 Jahre alte Urteil immer noch die Grundlage ist. Geeignet als leicht lesbare Einstiegsquelle für Community-Mitglieder, die das Original-Urteil nicht selbst lesen wollen.

Studie

Gesichtserkennungs-Ueberwachung in Belgrad: Human-Rights-Watch-Bericht zu Huawei-Kamerasystem

Human Rights Watch dokumentierte in ihrem Bericht "A Digital Prisoner", dass die serbische Polizei in Belgrad ein von Huawei geliefertes Video-Ueberwachungssystem mit Gesichtserkennungs- und Kennzeichenerkennungsfunktion an rund 1.000 Standorten betreibt, obwohl der noetige Rechtsrahmen dafuer fehlt. Betroffen sind laut HRW potenziell Millionen Buerger im oeffentlichen Raum Belgrads.

Human Rights Watch

15.12.2023

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Der genaue Umfang der tatsaechlichen Nutzung ist nicht vollstaendig oeffentlich belegt, da die serbischen Behoerden Transparenzanfragen groesstenteils verweigerten. Es handelt sich um ein systemisches Ueberwachungsproblem, nicht um einen einzelnen Hackerangriff.

Journalismus

Google beendet Geofence Warrants: Standortdaten wandern aufs Gerät, Polizei-Massenabfragen laufen ins Leere

Ein Geofence Warrant (auch Reverse Location Warrant) ist ein gerichtlicher Beschluss, mit dem US-Ermittlungsbehörden von Google alle Mobilgeräte abfragen können, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem festgelegten geografischen Gebiet befanden, ohne vorab eine konkrete verdächtige Person zu benennen. Solche Anfragen wurden erstmals 2016 genutzt und griffen auf Googles zentrale Standortdatenbank 'Sensorvault' zu. 2023 kündigte Google an, die Standortdaten künftig primär lokal auf den Geräten der Nutzer statt zentral auf eigenen Servern zu speichern, wodurch der Konzern faktisch keinen Zugriff mehr auf sammelbare Standortverläufe für solche Sammelanfragen hat.

Forbes / ACLU

14.12.2023

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Die Ankündigung betrifft die Praxis bei Google; ob andere Anbieter mit zentraler Standortspeicherung ähnliche Anfragen weiterhin bedienen, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Organisation/NGO

Is This the End of Geofence Warrants?

Google kündigte an, Standortverlaufsdaten künftig verschlüsselt und kürzer zu speichern, wodurch Geofence Warrants faktisch unmöglich werden.

Electronic Frontier Foundation

13.12.2023

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Einschätzung einer Bürgerrechtsorganisation, Google sammelt weiterhin andere Standortdaten.

Journalismus

Your Smart TV Knows What You're Watching

Automatic Content Recognition (ACR) auf Smart-TVs erfasst kontinuierlich tausende Bilder pro Stunde zur Identifizierung von Bildschirminhalten für zielgerichtete Werbung.

The Markup

12.12.2023

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Journalistischer Erklärartikel, keine peer-reviewte technische Messung.

Primärquelle

Uber-Bußgeld Niederlande wegen mangelnder Transparenz bei Fahrerdaten

Die niederländische Datenschutzbehörde verhängte am 11.12.2023 eine Geldbuße von 10 Millionen Euro gegen Uber wegen Verstößen gegen Artikel 12, 13 und 15 DSGVO, weil Uber Fahrer nicht ausreichend über Speicherdauer und Übermittlung ihrer Daten außerhalb Europas informierte. Zudem war das Verfahren zur Ausübung der Betroffenenrechte unzumutbar kompliziert. Auslöser war eine Beschwerde im Namen von rund 170 französischen Uber-Fahrern.

Autoriteit Persoonsgegevens (Niederländische Datenschutzbehörde)

11.12.2023

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Diese Buße betraf primär mangelnde Transparenz, nicht die eigentliche Rechtmäßigkeit der Datenübermittlung in die USA. Die tatsächliche Strafe wegen unzureichend abgesicherter Datenübermittlung war eine separate, deutlich spätere Buße von 290 Millionen Euro im August 2024. Ob Uber gegen die 10-Millionen-Euro-Buße erfolgreich Einspruch erhoben hat, war zum Recherchezeitpunkt nicht geklärt.

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