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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

US-Supreme-Court: Google-Standortverlauf fällt unter Vierten Verfassungszusatz, Polizei braucht künftig Durchsuchungsbefehl

Der US Supreme Court entschied im Fall Chatrie v. United States, dass der Zugriff auf Googles Standortverlauf (Location History) über einen Geofence Warrant eine Durchsuchung im Sinne des Vierten Verfassungszusatzes darstellt und künftig einen richterlichen Durchsuchungsbefehl erfordert. In einem aufsehenerregenden früheren Fall aus Pennsylvania hatte die Polizei von Google Informationen zu allen Personen erhalten, die zuvor nach einer bestimmten Adresse gesucht hatten, die später zum Tatort eines Mordes wurde. Google selbst hatte seine Timeline-Funktion bereits 2023 auf geräteinterne Speicherung umgestellt und speichert Standortdaten seit Juli 2025 nicht mehr zentral auf eigenen Servern.

Last Month at the Supreme Court / heise online

01.07.2026

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Die Wirkung des Urteils auf bereits laufende oder abgeschlossene Verfahren, in denen Standortdaten ohne Durchsuchungsbefehl erlangt wurden, ist aus dieser Quelle nicht behandelt.

Journalismus

Caruana-Galizia-Mord: Prozess gegen mutmaßlichen Auftraggeber Yorgen Fenech

Am 1. Juli 2026 begann in Malta der Geschworenenprozess gegen den Geschäftsmann Yorgen Fenech, dem vorgeworfen wird, die Ermordung der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia am 16. Oktober 2017 durch eine ferngezündete Autobombe in Auftrag gegeben zu haben. Laut ICIJ hatte Caruana Galizia zum Zeitpunkt ihres Todes an Geschichten gearbeitet, die auf den Enthüllungen der Panama Papers aufbauten, unter anderem zur Offshore-Firma 17 Black. Die ausführenden Attentäter wurden bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

01.07.2026

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Der Prozess gegen Fenech war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen, ein Urteil über seine Mitschuld stand noch aus und er bestreitet die Vorwürfe. Nicht abschließend juristisch geklärt ist, ob und wie weit die 2021 von einer öffentlichen Untersuchungskommission festgestellte staatliche Mitverantwortung auch strafrechtliche Konsequenzen für weitere Personen im politischen Umfeld nach sich zieht.

Journalismus

"Chatkontrolle vorerst gestoppt: Parlament hält die Linie, Rat plant den Umweg" — Ausgang des fünften Trilogs

Der fünfte Trilog zur CSA-Verordnung endete am 29. Juni 2026 ohne Einigung — das EU-Parlament verteidigte seine Linie gegen anlasslose Chat-Scans. Rat und EVP arbeiten bereits an einem formal neuen, inhaltlich identischen Anlauf im Eilverfahren.

Alexander Baumgärtner, Fachjournalist

30.06.2026· in Kraft

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Aktuellster Stand zum Erfassungszeitpunkt: Fünf gescheiterte Trilog-Runden. Bemerkenswert und wichtig für Blackstones Function-Creep-Argument: Wenn eine Verhandlungsseite nach einer Niederlage plant, denselben Inhalt über ein anderes Verfahren (Eilverfahren) noch einmal einzubringen, ist das ein sehr konkretes Beispiel für den Function-Creep-Mechanismus, den der Masterplan beschreibt — hier nicht als abstrakte Sorge, sondern als dokumentiertes Verhalten.

Behörde/Institution

Verfassungsschutzbericht 2025 — offizielle Pressemitteilung mit Forderung nach mehr Befugnissen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 58.851 Straftaten mit extremistischem Hintergrund verzeichnet (2024: 57.701) — die Zahl der darin enthaltenen Gewalttaten stieg um rund 10% auf 3.294 (2024: 2.976). Innenminister Dobrindt: "Wir bekämpfen jede Form des Extremismus konsequent und statten unsere Sicherheitsbehörden mit weitergehenden Befugnissen für ein wirksames Vorgehen gegen Extremisten aus."

Bundesministerium des Innern (BMI), Zitat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt

30.06.2026· in Kraft

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Wichtiger direkter Zusammenhang zu Blackstones Überwachungs-Dossiers: Der jährliche Verfassungsschutzbericht wird explizit als Begründung für die Forderung nach erweiterten Überwachungsbefugnissen verwendet — ein Muster, das sich auch in B3 (Bundesrat will Verfassungsschutz-Zugriff auf Vorratsdaten) zeigt. Der Bericht selbst ist eine Primärquelle mit echten Zahlen, die Forderung nach mehr Befugnissen ist eine politische Schlussfolgerung daraus, die separat bewertet werden sollte.

Behörde/Institution

Verfassungsschutzbericht 2025 — Original-Langfassung (PDF)

Im Berichtsjahr 2025 waren 4.649 Bediensteten im BfV tätig. Innenminister Dobrindt: "Die viel beschworene Zeitenwende muss auch bei den Geheimdiensten vollzogen werden, denn Abschreckung funktioniert über Fähigkeiten. Deshalb setze ich mich dafür ein, den Verfassungsschutz personell und technisch noch besser aufzustellen und ihn mit zeitgemäßen Befugnissen operativ zu stärken."

Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) / Bundesministerium des Innern

30.06.2026· in Kraft

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Konkrete Personalzahl (4.649 Mitarbeitende) und eine explizite politische Ankündigung im Vorwort des offiziellen Berichts selbst: Der Verfassungsschutz soll "mit zeitgemäßen Befugnissen" gestärkt werden — eine direkte Bestätigung der in B3 dokumentierten Ausweitungspläne (Bundesrat-Forderung nach Verfassungsschutz-Zugriff auf Vorratsdaten) aus derselben politischen Linie.

Behörde/Institution

Vergleichszahl — Straftaten mit extremistischem Hintergrund im Zeitverlauf (2024 vs. 2025)

Dobrindt betonte, dass die linksextremistische Gewalt zunehme — ein "ernstes Warnsignal für unseren Rechtsstaat" — verwies dabei unter anderem auf Brandanschläge auf die Berliner Stromversorgung im Januar. Gleichzeitig hob er hervor, dass die größte Bedrohung für die Demokratie weiterhin von Rechtsextremisten ausgehe.

Bundesregierung

30.06.2026· in Kraft

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Wichtige Differenzierung für Blackstones Ausgewogenheit: Der Bericht selbst benennt beide Phänomenbereiche (rechts- und linksextremistische Gewalt) und ordnet sie unterschiedlich stark ein — keine einseitige Fokussierung auf nur eine politische Richtung. Nützlich, um Blackstone-Artikel nicht in den Verdacht einseitiger politischer Schlagseite zu bringen.

Journalismus

"Meta überholt Google: Was die Wachablösung im Werbemarkt für dein Budget bedeutet" — historischer Führungswechsel

Nach 26 Jahren ununterbrochener Google-Dominanz im globalen Werbemarkt soll Meta 2026 erstmals mehr Werbeeinnahmen erzielen (243,5 Mrd. Dollar gegenüber 239,5 Mrd. bei Google) — Meta wächst mit 24% mehr als doppelt so schnell wie Google (11,9%). Meta investiert 2026 zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur, fast eine Verdoppelung gegenüber 2025.

Collective Brain, mit Bezug auf eMarketer-Prognose Mai 2026

30.06.2026· in Kraft

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Historischer Machtwechsel im Datenökonomie-Bereich: Zum ersten Mal seit 26 Jahren wird nicht mehr Google, sondern Meta der größte Werbekonzern der Welt — mit einer noch stärkeren Kernabhängigkeit von personalisierter Werbung als Google (das auch über Cloud und Abonnements verdient). Für Blackstones F6-Argumentation relevant: Die Konzentration der globalen Werbewirtschaft auf ein noch stärker datenabhängiges Geschäftsmodell nimmt eher zu als ab.

Primärquelle

EU-AI-Act: Neue Fristen bis Dezember 2027 für Hochrisiko-KI

EU-Parlament verschiebt Hochrisiko-KI-Pflichten (Strafverfolgung, Grenzkontrolle, Justiz) auf 02.12.2027.

Borncity

30.06.2026

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KI-Regeln für Polizei/Justiz um über ein Jahr verschoben.

Primärquelle

Rundfunkbeitrag bringt 8,72 Milliarden Euro ein - Jahresbericht 2025

8,72 Mrd. Euro Einnahmen 2025, nächster bundesweiter Meldedatenabgleich ab Dezember 2026 erstmals online begleitet.

Quotenmeter.de / Beitragsservice

30.06.2026

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Technische Details des Online-Abgleichs nicht erläutert.

Organisation/NGO

Letter to the European Commission regarding EU-US data transfers

noyb fordert geordneten Rückzug aus dem Angemessenheitsbeschluss zum Data Privacy Framework, kündigt sonst EuGH-Klage an.

noyb – Max Schrems

30.06.2026

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Interessengeleitetes Positionspapier einer Aktivisten-Organisation.

Primärquelle

US-Supreme-Court kippt FTC-Unabhängigkeit: noyb fordert Widerruf des EU-US Data Privacy Framework

Der US Supreme Court entschied am 29.06.2026 in der Sache Trump v. Slaughter mit sechs zu drei Stimmen, dass der Präsident FTC-Mitglieder auch ohne gesetzlich verlangten wichtigen Grund entlassen darf, und kippte damit den fast 90 Jahre alten Präzedenzfall Humphrey's Executor. noyb erklärte, die FTC gelte dadurch nicht mehr als unabhängige Aufsichtsbehörde im Sinne des EU-Rechts, und verwies darauf, dass sich der Angemessenheitsbeschluss zum EU-US Data Privacy Framework von 2023 an 259 Stellen auf die FTC-Unabhängigkeit stütze. noyb forderte die EU-Kommission zum geordneten Widerruf auf und kündigte andernfalls eine EuGH-Klage an.

noyb – European Center for Digital Rights

29.06.2026

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Ob die EU-Kommission dem Widerrufswunsch folgt, war zum Recherchezeitpunkt offen. Die Zahl von 259 FTC-Nennungen stammt aus noybs eigener Auswertung, nicht von einer EU-Institution bestätigt. Praktische Folgen für die zertifizierten US-Unternehmen sind unklar.

Journalismus

Krypto-Daten werden ausgewertet: NRW nimmt 4.000 Transaktionsdaten unter die Lupe

NRW-Finanzkriminalitätsamt wertet ~4.000 Krypto-Transaktionsdatensätze per Sammelauskunftsersuchen aus.

ACCONSIS

28.06.2026

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Name der Börse und Ergebnisse nicht belegt.

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