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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Primärquelle

Registermodernisierung: Ampel wird Steuer-ID als Personenkennziffer nutzen

Ampel-Koalition setzt Steuer-ID als zentrale Personenkennziffer fort, verfassungsrechtliche Bedenken wegen Volkszählungsurteil.

netzpolitik.org

21.06.2023

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Meinungsstarkes Fachmedium mit kritischer Einordnung.

Journalismus

Rhysida-Ransomware-Angriff auf das chilenische Heer

Die Gruppe Rhysida drang Ende Mai 2023 mittels Phishing in Netzwerke des chilenischen Heeres ein. Das Heer bestätigte den Vorfall am 29.05.2023 und isolierte betroffene Netzwerke. Rhysida veröffentlichte rund 360.000 Dokumente. Ein Unteroffizier des Heeres wurde wegen Beteiligung am Angriff festgenommen und angeklagt.

BleepingComputer

16.06.2023

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Der genaue Inhalt der veröffentlichten Dokumente ist nicht dokumentiert. Die Zahl von 360.000 Dokumenten stammt allein von der Angreifergruppe und ist nicht unabhängig verifiziert.

Primärquelle

CNIL-Bußgeld gegen Criteo wegen Ad-Tech-Tracking ohne gültige Einwilligung

Die französische Datenschutzbehörde CNIL verhängte am 15. Juni 2023 ein Bußgeld von 40 Millionen Euro gegen die Ad-Tech-Firma Criteo. Criteo setzte auf Partnerseiten Tracking-Cookies für verhaltensbasierte Werbung ein, konnte aber für rund 370 Millionen Nutzerprofile keine gültige Einwilligung nachweisen. Die CNIL stellte fünf DSGVO-Verstöße fest, unter anderem fehlenden Einwilligungsnachweis und mangelhafte Reaktion auf Löschanfragen. Der französische Staatsrat bestätigte die Sanktion im März 2026 endgültig.

CNIL (Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés)

15.06.2023

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Offen bleibt, wie viele der 370 Millionen betroffenen Identifikatoren konkret auf EU-Bürger entfielen und in welchem Umfang die gesammelten Daten tatsächlich für schädliche Zwecke genutzt wurden. Die genaue Zusammensetzung der finanziellen Vorteile, die Criteo laut CNIL erzielte, wurde nicht im Detail beziffert.

Behörde/Institution

Europaparlament bestätigt nach PEGA-Untersuchung Pegasus-Missbrauch in mehreren EU-Staaten

Der Untersuchungsausschuss PEGA des Europäischen Parlaments prüfte rund ein Jahr lang den Einsatz von Pegasus-Spähsoftware in der EU und unternahm Erkundungsmissionen nach Israel, Polen, Griechenland, Zypern, Ungarn und Spanien. Am 15.06.2023 nahm das Europaparlament die Abschlussempfehlung mit 411 zu 97 Stimmen an. Der Bericht warf mehreren Mitgliedstaaten vor, sich mit Verweis auf nationale Sicherheit der EU-Kontrolle zu entziehen, und forderte unabhängige gerichtliche Genehmigungspflichten sowie ein EU-Tech-Lab zur forensischen Untersuchung von Spähsoftwarevorwürfen.

Europäisches Parlament

15.06.2023

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Wie viele Menschen in der EU tatsächlich mit Pegasus infiziert wurden, ist nicht belegt. Der Ausschuss hatte keine eigenen Ermittlungsbefugnisse und war auf Kooperation der Mitgliedstaaten angewiesen, die meist verweigert oder nur eingeschränkt gewährt wurde. Die Empfehlung ist rechtlich nicht bindend, ein EU-weites Spyware-Gesetz existiert bislang nicht.

Journalismus

Ermittlungen gegen Fußballagent Christian Bragarnik wegen Geldwäscheverdacht bei Spielertransfers

Die argentinische Finanzaufsicht UIF erstattete 2023 Anzeige gegen den Fußballagenten Christian Bragarnik wegen des Verdachts der Geldwäsche über Spielertransfers argentinischer Clubs. Untersucht wurden verdächtige Geldflüsse und überhöhte Ablösesummen, bei denen ein Teil der Zahlungen über Bragarniks Firmenstruktur und Strohleute geschleust worden sein soll.

Infobae

15.06.2023

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Es handelt sich um eine eingeleitete Ermittlung, nicht um ein rechtskräftiges Urteil; konkrete Schuldfeststellungen sind aus der Quelle nicht ersichtlich.

Journalismus

Xplain-Hack: Play-Ransomware-Gruppe veröffentlicht gestohlene Bundesdaten im Darknet

Ende Mai 2023 wurde bekannt, dass der Schweizer Software-Dienstleister Xplain Opfer eines Ransomware-Angriffs der Gruppe Play wurde. Betroffen waren Betriebsdaten der Bundesverwaltung, darunter Armee, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit sowie Fedpol. Weil Xplain kein Lösegeld zahlte, veröffentlichten die Angreifer das gestohlene Datenpaket am 14.06.2023 im Darknet. Laut Medienberichten waren darunter vertrauliche Dokumente des Nachrichtendienstes, Adressen von Bundesratsmitgliedern sowie Sicherheitsinformationen zu ausländischen Diplomaten und Botschaften.

Bundesamt für Justiz (BJ) Schweiz

14.06.2023

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Die genaue Zahl der betroffenen Personendatensätze schwankt je nach Quelle (bis zu 1,3 Mio. Datensätze bzw. bis zu 425.000 Auslandschweizer laut swissinfo). Eine offizielle, abschließende Gesamtzahl der Bundesstelle liegt hier nicht vor.

Primärquelle

Präventivgewahrsam im Bayerischen Polizeiaufgabengesetz

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof erklärte am 14. Juni 2023 den erweiterten polizeilichen Präventivgewahrsam nach Art. 20 PAG mit einer Höchstdauer von bis zu zwei Monaten für vereinbar mit der Bayerischen Verfassung. Eine Popularklage gegen mehrere PAG-Vorschriften wurde vom Gericht teils als unzulässig, teils als unbegründet abgewiesen.

Bayerischer Verfassungsgerichtshof

14.06.2023

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Ob der Gefahrenbegriff drohende Gefahr selbst für präventive Polizeimaßnahmen mit höherrangigem Recht vereinbar ist, prüfte das Gericht nicht abschließend, da die entsprechende Rüge als nicht ausreichend begründet eingestuft wurde. Ein separates Verfahren zu genau dieser Frage läuft seit 2026 vor dem Bundesverfassungsgericht.

Journalismus

Suspendierung und Anklage von Nigerias Zentralbankchef Godwin Emefiele wegen Betrugs- und Devisenvorwuerfen

Nigerias Praesident Bola Tinubu suspendierte im Juni 2023 Zentralbankgouverneur Godwin Emefiele. Emefiele wurde festgenommen und mit Anklagepunkten wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs konfrontiert; im Zentrum stehen Vorwuerfe zu fragwuerdigen Devisenzuteilungen und Unregelmaessigkeiten bei der Naira-Neugestaltung.

Reuters

13.06.2023

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Die konkrete strafrechtliche Beweisfuehrung zu den Devisenvorwuerfen war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen.

Primärquelle

Quantifying the potential persuasive returns to political microtargeting

Microtargeting übertrifft alternative Werbestrategien im Schnitt um 70% oder mehr bei gleichgerichteten Botschaften.

Tappin, Wittenberg, Hewitt, Berinsky, Rand (PNAS)

12.06.2023

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Experimentelle Studie zur Wirksamkeit von Microtargeting.

Journalismus

JPMorgan zahlt 290 Millionen Dollar an Epstein-Opfer

JPMorgan Chase erklärte sich am 12.06.2023 bereit, 290 Millionen Dollar zur Beilegung einer Sammelklage von rund 200 mutmaßlichen Opfern von Jeffrey Epstein zu zahlen. Die Kläger warfen der Bank vor, trotz interner Warnsignale über Jahre Konten für Epstein geführt und dessen Menschenhandel ermöglicht zu haben. Ein US-Bezirksrichter bestätigte den Vergleich im November 2023 endgültig. Zusätzlich zahlte JPMorgan im September 2023 75 Millionen Dollar an die US-Jungferninseln.

CNBC

12.06.2023

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Nicht bewiesen ist, dass JPMorgan wissentlich am Menschenhandel Epsteins beteiligt war. Die Bank hat in keinem der Vergleiche ein Fehlverhalten eingeräumt. Offen bleibt, welche internen Mitarbeiter genau über Epsteins Aktivitäten informiert waren und ob es strafrechtliche Konsequenzen für einzelne Manager geben wird.

Primärquelle

DDoS-Angriffe der Gruppe NoName057(16) auf Schweizer Bundesverwaltung und Behörden

Am 12.06.2023 legte die prorussische Hackergruppe NoName057(16) mit DDoS-Angriffen mehrere Websites der Schweizer Bundesverwaltung sowie den Online-Auftritt der SBB lahm. Zwischen dem 07. und 19.06.2023 registrierte das NCSC insgesamt 57 erfolgreiche DDoS-Angriffe gegen Bundesstellen, Kantone und Unternehmen. Ein besonders starker Angriff erfolgte am 15.06.2023 während der Videoansprache von Präsident Selenskyj vor dem Schweizer Parlament.

Nationales Zentrum für Cybersicherheit NCSC, Schweiz

12.06.2023

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Es handelt sich um DDoS-Angriffe, keinen Datendiebstahl. Die Zurechnung zur Gruppe NoName057(16) stützt sich auf deren eigene Bekennung, eine unabhängige forensische Bestätigung liegt nicht vor.

Primärquelle

Diebstahl von ueber 286.000 Ausweisfotos aus estnischer Bevoelkerungsdatenbank

Im Juni 2023 wurde bekannt, dass eine Sicherheitsluecke in der estnischen Bevoelkerungsregister-Datenbank ausgenutzt wurde, um automatisiert ueber 286.000 Ausweisfotos herunterzuladen. Die estnische IT-Sicherheitsbehoerde RIA und die Polizei leiteten Ermittlungen ein, ein Verdaechtiger wurde festgenommen.

ERR / Riigi Infosüsteemi Amet (RIA), Estland

12.06.2023

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Es handelt sich um ein Datenleck im estnischen E-Government-System, nicht um einen Angriff auf Energie- oder Wassernetz-Infrastruktur; die genaue technische Schwachstelle und der vollstaendige Taeterkreis wurden nicht abschliessend oeffentlich dargelegt.

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