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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Primärquelle

Garante verbietet KI-Chatbot Replika wegen Kinderschutz

Die italienische Datenschutzbehörde Garante erließ am 2. Februar 2023 eine Dringlichkeitsanordnung gegen den US-Anbieter Luka Inc und untersagte die Verarbeitung personenbezogener Daten italienischer Nutzer durch den KI-Begleiter-Chatbot Replika. Grund waren fehlende Altersverifikation und Verstöße gegen Transparenzpflichten der DSGVO, da Replika Minderjährige nicht wirksam ausschließen konnte und diesen laut Tests auch sexuell konnotierte Antworten lieferte. Bei Nichtbefolgung drohte eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro.

Garante per la protezione dei dati personali

02.02.2023

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Offen bleibt, wie viele italienische Minderjährige Replika tatsächlich nutzten und welchen konkreten Schaden sie erlitten. Die genaue Höhe der später verhängten Geldbuße gegen Luka Inc ist in den hier genutzten Quellen nicht abschließend beziffert.

Journalismus

AG München: Videokamera auf Nachbargrundstück kann Allgemeines Persönlichkeitsrecht verletzen

Bereits die begründete Befürchtung, von einer Nachbarkamera erfasst zu werden, kann das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzen.

Amtsgericht München

01.02.2023

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Erstinstanzliche Entscheidung ohne höchstrichterliche Bindungswirkung.

Organisation/NGO

GoodRx zahlt 1,5 Mio. USD FTC-Bußgeld für Weitergabe von Rezeptdaten an Facebook und Google

Die FTC leitete ein Verfahren nach ihrer Health Breach Notification Rule gegen den Online-Apotheken-Preisvergleichsdienst GoodRx ein, weil das Unternehmen es versäumte, Nutzer über unautorisierte Weitergaben ihrer Gesundheitsdaten zu informieren. GoodRx teilte sensible Angaben zu verschriebenen Medikamenten und Gesundheitszuständen wiederholt mit Werbepartnern wie Facebook, Google, Criteo sowie weiteren Dritten wie Branch und Twilio, obwohl es Nutzern zuvor Vertraulichkeit zugesichert hatte. Mit den an Facebook übermittelten Daten ließ GoodRx eigene Nutzer gezielt mit personalisierter, medikamentenspezifischer Werbung auf Facebook und Instagram ansprechen. Das Unternehmen zahlte im Rahmen des Vergleichs eine Zivilstrafe von 1,5 Millionen US-Dollar, bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten und erklärte, die Praxis bereits rund drei Jahre vor der FTC-Untersuchung von sich aus beendet zu haben.

Federal Trade Commission (FTC)

01.02.2023

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GoodRx bestreitet die Vorwürfe ausdrücklich, obwohl das Unternehmen die Zahlung leistete; ein gerichtliches Schuldeingeständnis liegt laut dieser Quelle nicht vor.

Journalismus

Yandex-Quellcode-Leak enthüllt Suchranking-Faktoren

Am 25. und 26.01.2023 wurde ein 44,7 GB großes Archiv mit internem Yandex-Quellcode auf BreachForums veröffentlicht, angeblich bereits im Juli 2022 entwendet. Das Paket enthielt Teile des Suchalgorithmus mit rund 1.922 dokumentierten Ranking-Faktoren. Yandex bestätigte den Vorfall, erklärte aber, nicht gehackt worden zu sein, sondern verwies auf einen ehemaligen Mitarbeiter als Quelle. Keine Nutzerdaten seien betroffen gewesen.

Search Engine Land

27.01.2023

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Nicht zweifelsfrei dokumentiert ist, ob es sich tatsächlich um einen Innentäter-Diebstahl handelte, dies beruht allein auf der Darstellung von Yandex. Die genaue Zahl der Ranking-Faktoren ist umstritten, verschiedene Analysten kamen auf Werte zwischen 1.922 und über 17.000.

Journalismus

Yandex-Quellcode-Leak 2023

Am 25. Januar 2023 wurde auf einem Hackerforum ein 44,7 GB großes Datenpaket mit internem Yandex-Quellcode als Torrent veröffentlicht, das Code zu mehr als 13 Diensten enthielt, darunter Suche, Karten, Taxi, Mail und Cloud. Yandex bestätigte den Vorfall offiziell und erklärte, das Unternehmen sei nicht gehackt worden, sondern ein ehemaliger Mitarbeiter habe Fragmente eines internen Repositorys veröffentlicht.

BleepingComputer

26.01.2023

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Nicht öffentlich belegt ist, ob der geleakte Code der aktuell produktiv genutzten Version entspricht. Yandex erklärte, er unterscheide sich vom aktuellen Stand, während ein Sicherheitsforscher rund 90 Prozent Übereinstimmung schätzte. Offen bleiben zudem die genaue Identität des ehemaligen Mitarbeiters und ein etwaiges politisches Motiv.

Primärquelle

US-Justizministerium zerschlägt Hive-Ransomware-Infrastruktur

DOJ und FBI gaben am 26.01.2023 bekannt, seit Ende Juli 2022 monatelang verdeckt in die Infrastruktur der Ransomware-Gruppe Hive eingedrungen zu sein und fortlaufend Entschlüsselungscodes gesammelt zu haben. Diese wurden an über 300 aktuell angegriffene sowie mehr als 1000 frühere Opfer verteilt und verhinderten Lösegeldforderungen von rund 130 Millionen US-Dollar. Gemeinsam mit deutschen und niederländischen Behörden sowie Europol beschlagnahmten die Ermittler anschließend Hives Server.

U.S. Department of Justice / FBI

26.01.2023

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Diese Operation wurde von beteiligten Behörden als Operation Dawnbreaker bezeichnet, nicht Operation Duck Hunt (das war die spätere, separate Qakbot-Zerschlagung im August 2023). Ob und wie viele Hive-Mitglieder identifiziert wurden, ist nicht dokumentiert.

Organisation/NGO

Attorney General James Seeks Information from Madison Square Garden Regarding Use of Facial Recognition Technology

MSG Entertainment nutzte Gesichtserkennung, um Anwälte klagender Kanzleien von Veranstaltungsorten auszusperren, NY-Generalstaatsanwältin prüft möglichen Antidiskriminierungsverstoß.

Büro der Attorney General des Staates New York

25.01.2023

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Behördliche Pressemitteilung zu laufendem Verfahren, keine Endentscheidung.

Journalismus

Eskom-Korruptionsskandal: Suedafrikas Stromversorger im Sog von Bestechung und Sabotage

Der scheidende Eskom-CEO Andre de Ruyter erklaerte im Januar 2023, dass organisierte Kriminalitaet und korrupte Netzwerke innerhalb und ausserhalb des staatlichen Stromversorgers Eskom systematisch Kohlelieferungen und Wartungsvertraege manipulieren, was massgeblich zur Lastabwurf-Krise beitraegt. De Ruyter berichtete zudem von einem Giftanschlag auf sich selbst kurz nach seiner Ankuendigung, gegen Korruption vorzugehen.

Reuters / amaBhungane Centre for Investigative Journalism

24.01.2023

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Die Vorwuerfe stuetzen sich groesstenteils auf De Ruyters eigene Aussagen; eine juristische Aufarbeitung mit rechtskraeftigen Verurteilungen steht bislang weitgehend aus. Der Fall ist primaer ein Korruptions- und Sabotagefall, keine dokumentierte digitale Cyberattacke.

Journalismus

Hindenburg-Research-Bericht wirft Adani-Group Aktienmanipulation und Bilanzbetrug vor

Am 24. Januar 2023 veroeffentlichte der US-Leerverkaeufer Hindenburg Research einen Rechercheberich, der dem indischen Adani-Konzern jahrzehntelange Aktienmanipulation und Bilanzbetrug vorwarf. Die Adani-Gruppe verlor zeitweise mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung; der geplante Aktienverkauf im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar wurde abgesagt.

Hindenburg Research

24.01.2023

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Der Bericht stammt von einem Leerverkaeufer mit direktem finanziellem Interesse an fallenden Adani-Kursen; die zentralen Vorwuerfe wurden bis 2026 nicht abschliessend gerichtlich bestaetigt.

Journalismus

Bitmarck-Datenleck bei IT-Dienstleister der Krankenkassen

Bitmarck, IT-Dienstleister für rund 80 der 96 gesetzlichen Krankenkassen, meldete am 19.01.2023 unbefugten Zugriff auf einen Teil seiner IT-Infrastruktur. Ein Angreifer nutzte gestohlene Zugangsdaten, um ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung auf die Plattform Jira zuzugreifen. Nach Präzisierungen waren Daten von rund 300.000 Online-Kunden betroffen. Zentrale Systeme zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten waren laut Bitmarck nicht betroffen.

heise online

23.01.2023

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Frühe Meldungen sprachen von bis zu 25 Millionen potenziell betroffenen Versicherten, Bitmarck präzisierte später auf rund 300.000 Online-Kundenkonten. Offen bleibt, wie viele Datensätze tatsächlich kopiert oder im Darknet weiterverkauft wurden.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf costa-ricanisches Verkehrsministerium MOPT

Im Januar 2023 wurde das costa-ricanische Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr (MOPT) von einem Ransomware-Angriff getroffen, bei dem 12 Server verschlüsselt wurden. Dienstleistungen wie Fahrprüfungen mussten auf papierbasierte Abwicklung umgestellt werden. Der Vorfall ereignete sich rund neun Monate nach dem großen Conti-Ransomware-Angriff von 2022.

The Record (Recorded Future News)

20.01.2023

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Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hatte sich keine Gruppe zum Angriff bekannt. Der finanzielle Schaden wurde nicht beziffert.

Primärquelle

T-Mobile US Datenleck 2023: API-Missbrauch betrifft 37 Millionen Kunden

T-Mobile US meldete der SEC am 19.01.2023, dass ein Angreifer seit rund dem 25.11.2022 unautorisiert Daten über eine einzelne API abgriff. Das Unternehmen entdeckte die Aktivität am 05.01.2023 und stoppte den Zugriff nach eigenen Angaben innerhalb eines Tages. Betroffen waren Kontodaten von schätzungsweise 37 Millionen Kunden, darunter Name, Adresse, E-Mail und Geburtsdatum, jedoch keine Sozialversicherungsnummern oder Zahlungskartendaten.

T-Mobile US, Inc. (SEC-Meldung)

19.01.2023

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Die genaue Identität des Angreifers ist offen, T-Mobile spricht lediglich von einem bad actor. Die Zahl von 37 Millionen betroffenen Konten basiert auf einer vorläufigen Untersuchung, die T-Mobile selbst als preliminary bezeichnete.

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