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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

925.000 Norton-LifeLock-Konten durch Credential-Stuffing angegriffen

Zwischen dem 1. Dezember 2022 und dem 12. Dezember 2022 führten Angreifer automatisierte Credential-Stuffing-Angriffe gegen Nutzerkonten von Norton LifeLock durch, dem Passwort-Manager-Dienst des Unternehmens Gen Digital. Dabei nutzten die Täter Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern, die aus früheren, anderen Datenlecks stammten und im Darknet kursierten. Am 12. Dezember 2022 registrierten die Systeme von Gen Digital ein ungewöhnlich hohes Volumen fehlgeschlagener Anmeldeversuche, die interne Untersuchung wurde am 22. Dezember 2022 abgeschlossen. Insgesamt waren rund 925.000 aktive und inaktive Konten von den automatisierten Anmeldeversuchen betroffen, bei etwa 6.450 bis 6.500 Konten gelang den Angreifern der tatsächliche Zugriff. Bei den kompromittierten Konten konnten die Angreifer nach Angaben des Unternehmens auf Vornamen, Nachnamen, Telefonnummern und Postanschriften zugreifen. Gen Digital erklärte zudem, ein Zugriff auf im Passwort-Manager gespeicherte Passwörter der betroffenen Nutzer könne nicht ausgeschlossen werden. Am 13. Januar 2023 reichte Gen Digital eine Meldung bei der Generalstaatsanwaltschaft von Vermont ein und informierte die betroffenen Kunden per Brief. Gen Digital betonte, dass die eigenen Systeme nicht kompromittiert worden seien und die Ursache in der Wiederverwendung von Passwörtern durch Nutzer lag.

The Record (Recorded Future News)

13.01.2023

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Aus der Quelle geht nicht hervor, aus welchem konkreten Drittanbieter-Datenleck die verwendeten Zugangsdaten ursprünglich stammten, und es bleibt offen, ob tatsächlich im Passwort-Manager gespeicherte Passwörter ausgelesen wurden oder dies nur theoretisch möglich war.

Behörde/Institution

United States v. City National Bank (C.D. Cal.)

Die City National Bank aus Los Angeles zahlte 2023 31 Mio. Dollar, nach DOJ-Angaben der bis dahin größte Redlining-Vergleich der US-Geschichte, wegen gemiedener Hypothekenvergabe in Minderheitenvierteln 2017 bis 2020.

US-Justizministerium (DOJ, Civil Rights Division)

12.01.2023

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Belegt Betrag und Einordnung als größter Vergleich seiner Art. Die im Fall genannte Aktenzeichen-Nummer war nicht unabhängig verifizierbar.

Journalismus

Twitter/X E-Mail-Adressen-Leck 2023

Am 4. Januar 2023 wurden im Hackerforum Breached E-Mail-Adressen und Profildaten von angeblich über 200 Millionen Twitter-Konten veröffentlicht, laut Have I Been Pwned rund 211,5 Millionen einzigartige Adressen. BleepingComputer und Sicherheitsforscher bestätigten die Echtheit vieler Adressen im Datensatz. Als ursprüngliche Quelle gilt eine Twitter-API-Schwachstelle, die von Juni 2021 bis Januar 2022 aktiv war und die Zuordnung von E-Mail-Adressen oder Telefonnummern zu Twitter-Konten erlaubte.

BleepingComputer

11.01.2023

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Twitter bestritt öffentlich, dass der 200-Millionen-Datensatz aus einer Kompromittierung eigener Systeme oder der bekannten API-Schwachstelle stamme, und erklärte, es handle sich um bereits anderweitig öffentlich verfügbare Daten. Eine unabhängige, abschließende Klärung der genauen Herkunft und der tatsächlichen Zahl einzigartig betroffener Nutzer steht bis heute aus.

Primärquelle

ETH Zürich deckt Schwachstellen im Messenger Threema auf

Kenny Paterson, Matteo Scarlata und Kien Tuong Truong von der Applied Cryptography Group der ETH Zürich veröffentlichten eine kryptografische Sicherheitsanalyse des Schweizer Messengers Threema, vorgestellt auf dem USENIX Security Symposium 2023. Die Forscher beschrieben sieben Angriffe, die unter anderem das Wiederherstellen von langfristigen privaten Schlüsseln und das Umgehen der Authentifizierung ermöglichen konnten, eine Methode nutzte einen Seitenkanal über die Größe verschlüsselter Backups. Die Forscher informierten Threema im Oktober 2022, im November 2022 veröffentlichte Threema ein neues Protokoll namens Ibex, das die Probleme beheben soll.

ETH Zürich, Department of Computer Science

11.01.2023

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Nicht dokumentiert ist, ob die Schwachstellen jemals praktisch ausgenutzt wurden. Threema erklärte, die Lücken hätten keine realen Auswirkungen gehabt, was von den ETH-Forschern als beschönigend kritisiert wurde. Die technische Wirksamkeit des neuen Ibex-Protokolls wurde nicht unabhängig extern nachgeprüft.

Journalismus

LockBit-Ransomware legt Royal Mail lahm: 80-Millionen-Dollar-Erpressung, wochenlanger Exportausfall

Am 10. Januar 2023 wurde der britische Postdienst Royal Mail Ziel eines Ransomware-Angriffs mit der Schadsoftware LockBit Black, der Drucksysteme fuer Zoll- und Versandetiketten am internationalen Verteilzentrum in Langley bei Heathrow sowie an weiteren Standorten verschluesselte. In der Folge kam der internationale Post- und Paketversand praktisch zum Erliegen, Kunden konnten wochenlang keine Sendungen ins Ausland aufgeben. Die Angreifer forderten zunaechst 80 Millionen US-Dollar Loesegeld, was nach ihrer eigenen Berechnung 0,5 Prozent des Jahresumsatzes von Royal Mail entsprach, und senkten die Forderung am 1. Februar 2023 auf 70 Millionen US-Dollar. Royal Mail bezeichnete die Forderung als absurd, zahlte kein Loesegeld und folgte damit dem Rat der Ermittlungsbehoerden. LockBit veroeffentlichte daraufhin im Februar 2023 Verhandlungsprotokolle sowie gestohlene Unternehmensdaten. Ab dem 19. Januar 2023 nahm Royal Mail eingeschraenkte internationale Dienste ueber Notloesungen wieder auf, vollstaendig wiederhergestellt war der Auslandsversand erst Ende Februar 2023. National Cyber Security Centre und National Crime Agency ermittelten gemeinsam zu dem Vorfall. Der Inlandsversand in Grossbritannien war von dem Angriff nicht betroffen. Nach eigenen Angaben kostete die Bewaeltigung des Vorfalls Royal Mail mehr als 10 Millionen britische Pfund.

heise online

10.01.2023

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Aus der zitierten Quelle nicht abschliessend belegt sind die genaue Anzahl und Art der tatsaechlich von LockBit abgeflossenen Datensaetze sowie die interne Verantwortlichkeit innerhalb der LockBit-Struktur, da die Gruppe selbst zeitweise bestritt, hinter dem Angriff zu stehen.

Primärquelle

Wiederaufbau der IT-Infrastruktur nach Ransomware-Angriff auf die Universität Duisburg-Essen

Am 27.11.2022 wurde die Universität Duisburg-Essen Opfer eines Ransomware-Angriffs, bei dem rund 1.200 virtuelle Server verschlüsselt wurden. Die Hochschule trennte ihre gesamte IT-Infrastruktur vom Netz und begann mit forensischer Aufarbeitung. Für etwa 40.000 Nutzer wurden die Passwörter zurückgesetzt, E-Mail und Telefonie konnten vor Weihnachten wiederhergestellt werden.

Universität Duisburg-Essen

09.01.2023

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Nicht dokumentiert ist die exakte Höhe des finanziellen Schadens. Unklar bleibt, wie die Angreifer ursprünglich Zugang erlangten. Die spätere Zuordnung zur Gruppe Vice Society wird in dieser Quelle selbst nicht erwähnt.

Primärquelle

CircleCI-Datenleck: Gestohlene Session zwingt Kunden zur Rotation aller Secrets

Am 16. Dezember 2022 wurde der Laptop eines CircleCI-Mitarbeiters mit Infostealer-Malware infiziert, die eine bereits per Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesicherte SSO-Session-Cookie stehlen konnte, wodurch der Angreifer die Zwei-Faktor-Absicherung umging und den Mitarbeiter erfolgreich imitierte. Zwischen dem 19. und 22. Dezember 2022 nutzte der Angreifer die gestohlenen Zugangsdaten, um sich Zugriff auf interne Produktionssysteme zu verschaffen und Daten aus einer Untergruppe von Datenbanken und Speichersystemen zu exfiltrieren, darunter Umgebungsvariablen, Tokens und Schlüssel von Kunden. Obwohl die Daten im Ruhezustand verschlüsselt waren, gelang es dem Angreifer, die Verschlüsselungscodes direkt aus laufenden Prozessen auszulesen. Ein Kunde meldete CircleCI am 29. Dezember 2022 verdächtige Aktivitäten bei einem GitHub-OAuth-Token, woraufhin das Unternehmen den Vorfall bestätigte und am 31. Dezember 2022 mit einer proaktiven Rotation von GitHub-OAuth-Tokens begann. Am 4. Januar 2023 informierte CircleCI seine Kunden öffentlich und forderte alle Nutzer auf, sämtliche in CircleCI gespeicherten Secrets, Tokens und Schlüssel zu rotieren. Laut CircleCI meldeten weniger als fünf Kunden einen tatsächlich bestätigten unautorisierten Zugriff Dritter auf ihre eigenen Systeme infolge des Vorfalls.

CircleCI (Unternehmensblog)

04.01.2023

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Die Gesamtzahl der betroffenen Kundenkonten und der konkrete finanzielle Schaden wurden von CircleCI nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Identität des Angreifers oder etwaige behördliche Ermittlungsergebnisse.

Primärquelle

DPC verhängt 390 Millionen Euro Bußgeld gegen Meta wegen Verhaltenswerbung

Die DPC verhängte am 04.01.2023 gegen Meta Ireland zwei Bußgelder, 210 Millionen Euro für Facebook und 180 Millionen Euro für Instagram, insgesamt 390 Millionen Euro. Grundlage war die Feststellung, dass Meta sich nicht auf Vertragserfüllung nach Artikel 6 Absatz 1 DSGVO stützen darf, um personalisierte Werbung zu rechtfertigen. Die Entscheidung erging nach einem verbindlichen Beschluss des EDPB, der die ursprüngliche DPC-Position verschärfte.

Irische Datenschutzbehörde (DPC)

04.01.2023

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Dieses Bußgeld ist nicht identisch mit dem späteren 1,2-Milliarden-Euro-Bußgeld der DPC gegen Meta von Mai 2023, das sich auf Datenübermittlungen in die USA bezog. Ob Meta seine Werbepraxis vollständig auf Nutzereinwilligung umgestellt hat, ist Gegenstand weiterer Verfahren.

Journalismus

FTC's $520 Million Settlement With Epic Games

FTC verhängte gegen Epic Games (Fortnite) Rekordstrafe von 520 Mio. USD wegen COPPA-Verstößen und Dark Patterns.

Baker Botts LLP

03.01.2023

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Kanzlei-Analyse mit Eigeninteresse.

Behörde/Institution

BayLDA verhängt 3,2 Mio. Euro Bußgeld wegen Werbe-Targeting mit gehashten E-Mail-Adressen

Bayerisches Unternehmen übermittelte 2019-2021 gehashte E-Mail-Adressen ohne Einwilligung an US-Unternehmen.

BayLDA

2023

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Unternehmensname von Behörde nicht veröffentlicht.

Organisation/NGO

Stolen and Lost Travel Documents (SLTD) Database

SLTD-Datenbank ~138 Mio. Datensätze, 2023 3,6 Mrd. Abfragen mit 232.423 Treffern.

INTERPOL

2023

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Aktuellere Zahlen als 2023 nicht öffentlich verfügbar.

Journalismus

VG Hannover: Mitarbeiterüberwachung bei Amazon zulässig

VG Hannover erklärte minutengenaue Erfassung von Arbeitsschritten per Handscanner bei Amazon Winsen für zulässig, sah aber Regelungslücken.

Verwaltungsgericht Hannover / Dr. Datenschutz

2023

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Nur erstinstanzliche Entscheidung.

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