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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Primärquelle

SKALA: Predictive Policing bei der Polizei NRW

Das LKA NRW hat mit SKALA (System zur Kriminalitätsauswertung und Lageantizipation) ein Predictive-Policing-System entwickelt, das raumbezogene Kriminalitätsdaten zu Wohnungseinbrüchen, Kfz-Delikten und Gewerbeobjekteinbrüchen auswertet. Nach einem mehrjährigen Pilotversuch in sechs Kreispolizeibehörden ist SKALA seit 2021 flächendeckend in allen Kreispolizeibehörden Nordrhein-Westfalens im Einsatz. Das LKA NRW informiert die Behörden wöchentlich über die vom System berechneten Risikogebiete.

Polizei Rhein-Kreis Neuss / LKA NRW (Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle)

30.05.2022

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Nicht belegt ist, in welchem Umfang SKALA tatsächlich zu weniger Einbrüchen geführt hat. Unabhängige Studien zu deutschen Predictive-Policing-Systemen attestieren allgemein einen fehlenden wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis und kritisieren die mangelnde Transparenz der zugrunde liegenden Algorithmen. Offen bleibt zudem, ob die Risikoprognosen zu verstärkter Polizeikontrolle bestimmter Stadtteile und damit zu Verzerrungseffekten führen.

Organisation/NGO

Twitter zahlt 150 Millionen Dollar Strafe wegen Zweckentfremdung von Sicherheitsdaten

Am 25.05.2022 gaben das US-Justizministerium (DOJ) und die Federal Trade Commission (FTC) eine Einigung mit Twitter Inc. bekannt, wonach das Unternehmen 150 Millionen US-Dollar Zivilstrafe zahlen muss. Den Behörden zufolge forderte Twitter zwischen Mai 2013 und September 2019 Nutzer auf, Telefonnummern und E-Mail-Adressen anzugeben, offiziell zur Kontosicherheit, etwa für die Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Passwort-Wiederherstellung. Tatsächlich nutzte Twitter diese Daten zusätzlich für zielgerichtete Werbung, ohne die Nutzer darüber zu informieren. Nach Angaben der Behörden waren mehr als 140 Millionen Twitter-Nutzer betroffen. Die FTC wertete dies als Verstoß gegen den FTC Act sowie gegen eine bereits im März 2011 gegen Twitter erlassene behördliche Anordnung zum Datenschutz. Die Einigung verpflichtet Twitter zu einem umfassenden Compliance-Programm mit 20 Jahren FTC-Aufsicht, zur Bereitstellung von Multi-Faktor-Authentifizierung ohne Telefonnummernpflicht sowie zur Benachrichtigung betroffener Nutzer über die Zweckentfremdung ihrer Daten. FTC-Vorsitzende Lina Khan bezeichnete die Strafe als Reaktion auf einen wiederholten Verstoß, da Twitter bereits 2011 eine ähnliche Anordnung erhalten hatte. Die Strafzahlung entsprach nach Medienberichten rund drei Prozent des Twitter-Jahresumsatzes von 2021.

US-Justizministerium (DOJ) und Federal Trade Commission (FTC)

25.05.2022

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Aus der Pressemitteilung geht nicht hervor, in welchem Umfang die Werbedaten konkret an Drittanbieter weitergegeben oder wie viel Zusatzumsatz Twitter dadurch erzielte. Ebenso unklar bleibt, ob und wie viele einzelne Nutzer individuell benachrichtigt oder entschädigt wurden.

Organisation/NGO

BlackCat-Ransomware-Angriff auf das Land Kärnten: Pass- und Bankdaten geleakt, 3.000 Rechner offline

Am 21.04.2022 verschafften sich Angreifer der Gruppe BlackCat über einen Arbeitsplatzrechner Zugang zu den IT-Systemen des Landes Kärnten; entdeckt wurde der Angriff erst am 24.05.2022 durch Auffälligkeiten im Netzwerk. Die Angreifer erbeuteten rund 250 GB Daten, darunter Passkopien, Corona-Testergebnisse, Bankkartendaten sowie Korrespondenz des Landeshauptmanns und mehrerer Landesräte; 5,6 GB davon wurden veröffentlicht. Rund 3.000 Rechner der Landesregierung, Bezirkshauptmannschaften und Gerichte mussten vom Netz genommen werden. Die Gruppe forderte 5 Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin; das Land zahlte nicht. Der österreichische Rechnungshof stellte 2024 weiterhin Verbesserungsbedarf bei der IT-Sicherheit des Landes fest.

Rechnungshof Österreich

24.05.2022

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Der Rechnungshofbericht bewertet den Zustand der IT-Sicherheit nach dem Vorfall; ob die Ursprungslücke seither vollständig geschlossen wurde, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt.

Journalismus

Xinjiang Police Files: gehackte Polizeidaten belegen Schießbefehl gegen fliehende Häftlinge

Am 24.05.2022 veröffentlichte ein internationales Medienkonsortium von rund 14 Organisationen die Xinjiang Police Files: mehrere zehntausend gehackte interne Dokumente aus Polizeicomputersystemen in Xinjiang. Die Materialien waren dem China-Forscher Adrian Zenz von einer anonymen Quelle zugespielt worden. Der Datensatz enthält rund 5.000 Fahndungsfotos sowie interne Reden, darunter eine Rede des damaligen Parteisekretärs Chen Quanguo, in der er Wachpersonal anwies, bei Fluchtversuchen von Häftlingen notfalls scharf zu schießen. Chinas Außenministerium wies die Dokumente zurück.

Victims of Communism Memorial Foundation / Adrian Zenz, mit BBC, Le Monde, Der Spiegel und weiteren Medien

24.05.2022

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Angaben zu Umfang und Zahlen schwanken je nach Quelle erheblich. Wie der anonyme Hacker technisch Zugang zu den Polizeisystemen erlangte, ist nicht dokumentiert. Ob Chen Quanguo die Schießbefehl-Passage persönlich formulierte, lässt sich nicht abschließend klären.

Primärquelle

ICO-Bußgeld gegen Clearview AI wegen Gesichtserkennungsdatenbank

Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte am 23. Mai 2022 ein Bußgeld von 7.552.800 Pfund gegen Clearview AI Inc. Laut ICO hatte das Unternehmen mehr als 20 Milliarden Gesichtsbilder aus dem Internet und sozialen Medien gesammelt, ohne Wissen oder Einwilligung der Betroffenen, und daraus eine durchsuchbare Gesichtserkennungsdatenbank für Kunden wie Polizeibehörden aufgebaut. Die ICO ordnete zusätzlich an, dass Clearview die Daten britischer Bürger löscht und keine weiteren Daten von UK-Bürgern mehr sammelt.

Information Commissioner's Office (ICO), UK

23.05.2022

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Das First-tier Tribunal hob das Bußgeld im Oktober 2023 auf, da es die Zuständigkeit der ICO für ein US-Unternehmen ohne UK-Geschäftstätigkeit bezweifelte. Im Oktober 2025 gab das Upper Tribunal der ICO in drei von vier Berufungspunkten recht, eine endgültige rechtskräftige Klärung des Falls steht aber weiterhin aus. Offen bleibt zudem, in welchem Umfang die ursprünglich angeordnete Löschung der Daten britischer Nutzer tatsächlich durchgesetzt wurde.

Journalismus

Datenpanne bei der Bundesagentur für Arbeit

Am 18.05.2022 zwischen etwa 8:00 und 9:35 Uhr konnten Nutzer im Online-Portal der Bundesagentur für Arbeit teilweise auf persönliche Daten anderer Kunden zugreifen, darunter Schriftverkehr von Arbeitssuchenden. Ursache war ein technischer Fehler bei einem Sicherheitsupdate, bei dem Nutzerkonten falschen Datensätzen zugeordnet wurden. Die Bundesagentur deaktivierte die Anmeldefunktion um 9:35 Uhr und stellte sie um 10:05 Uhr wieder her.

regensburg-digital.de

20.05.2022

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Wie viele Personen tatsächlich betroffen waren, konnte die Bundesagentur nach eigener Aussage nachträglich nicht mehr ermitteln. Ob eine Meldung an die Datenschutzaufsichtsbehörde nach Artikel 33 DSGVO erfolgte, ist aus verfügbaren Berichten nicht dokumentiert.

Studie

Kundenkarten: Wenig Rabatt für viel Information

Kundenkarten wie Payback bringen meist nur 0,5-3% Rabatt, erlauben aber Erstellung detaillierter Nutzungsprofile.

Verbraucherzentrale

19.05.2022

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Allgemein gehaltene Verbraucherschutz-Einschätzung.

Organisation/NGO

Interview: Mit Fahrzeugdaten lassen sich Bewegungsprofile erstellen

Fahrzeugdaten sind über die Fahrgestellnummer stets personenbezogen und können zur Erstellung von Bewegungs- und Verhaltensprofilen genutzt werden.

ADAC

18.05.2022

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Meinungsinterview eines Interessenvertreters, keine unabhängige empirische Studie.

Journalismus

Internetsperren in Tadschikistan waehrend der Proteste in Berg-Badachschan

Die unabhaengige Netzwerk-Monitoring-Organisation NetBlocks dokumentierte im Mai 2022 grossflaechige Internetabschaltungen in der autonomen Region Berg-Badachschan in Tadschikistan, waehrend Sicherheitskraefte gegen Proteste und Unruhen in der Region vorgingen. Die Netzwerkdaten zeigten einen fast vollstaendigen Zusammenbruch der Konnektivitaet, konsistent mit gezielten, staatlich angeordneten Abschaltungen.

NetBlocks

18.05.2022

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Die Messung stammt aus technischer Netzwerk-Telemetrie; eine offizielle Bestaetigung oder Begruendung durch die tadschikische Regierung liegt nicht vor, und die genaue Anordnungskette ist aus dem Bericht allein nicht rekonstruierbar.

Organisation/NGO

US tops financial secrecy ranking as G7 countries upend global progress on transparency

USA führen erstmals Financial Secrecy Index an, trotz CRS/FATCA bleiben ~10 Billionen USD Offshore-Vermögen der Kontrolle entzogen.

Tax Justice Network

17.05.2022

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NGO mit klarer Kampagnenagenda, Methodik umstritten.

Journalismus

Deceptive AI and Consumer Trust in the Financial Services Industry

Alternative Kreditscoring-Modelle nutzen zunehmend Social-Media-Daten ohne Wissen der Betroffenen, lebensstilbasierte Merkmale können mit geschützten Kategorien korrelieren.

Jones, Hiller, American Business Law Journal

17.05.2022

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Basiert auf Pressemitteilung, nicht Volltext.

Organisation/NGO

Zensus 2022: Datenschutz, Probleme und Pflicht zur Teilnahme

Beschreibt die gesetzliche Auskunftspflicht beim Zensus 2022 sowie ungeklärte Fragen zur Metadatenverarbeitung durch US-CDN-Anbieter.

Dr. Datenschutz (intersoft consulting)

17.05.2022

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Kanzlei-Blogbeitrag ohne unabhängige technische Prüfung.

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