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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Organisation/NGO

Insolvenzverwalter und die DSGVO – eine schwierige Beziehung

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird der Insolvenzverwalter zum alleinigen datenschutzrechtlich Verantwortlichen für die Kundendaten der Insolvenzmasse.

Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)

11.10.2019

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Kanzlei-Website, keine amtliche Rechtsquelle.

Primärquelle

Planet49-Urteil des EuGH zur Cookie-Einwilligung

Der EuGH entschied am 1. Oktober 2019 in der Rechtssache C-673/17 (Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen Planet49 GmbH), dass eine wirksame Einwilligung zur Speicherung von Cookies eine aktive Handlung des Nutzers erfordert. Ein bereits angekreuztes Kästchen, das der Nutzer aktiv abwählen müsste, genügt dafür nicht. Anlass war ein Online-Gewinnspiel von Planet49, bei dem Teilnehmer per vorangekreuztem Kästchen der Setzung von Werbe-Cookies zustimmen sollten.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

01.10.2019

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Offen blieb im Urteil selbst die konkrete technische Umsetzung von Cookie-Bannern in der Praxis, die erst durch nationale Gerichte und Aufsichtsbehörden nachfolgend konkretisiert wurde. Nicht Gegenstand des EuGH-Verfahrens waren mögliche Bußgelder gegen Planet49, da es sich um ein Vorabentscheidungsverfahren auf Vorlage des BGH handelte.

Journalismus

Swedbank Estland: Geldwäscheverdacht, Kursabsturz und Führungswechsel nach SVT-Enthüllungen

Der schwedische Sender SVT enthüllte im Februar 2019, dass über Konten der estnischen Swedbank-Filiale zwischen 2007 und 2015 verdächtige Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt worden sein sollen, mit Verbindungen zum Danske-Bank-Skandal. Die Aktie stürzte ab, Vorstandschefin Birgitte Bonnesen wurde kurz vor der Hauptversammlung entlassen, eine Woche später trat auch der Verwaltungsratschef zurück.

Bloomberg

01.10.2019

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Die genaue Höhe der geflossenen verdächtigen Gelder ist nicht abschließend geklärt, SVT nannte rund 5,8 Milliarden US-Dollar, diese Zahlen stammen aus journalistischer Recherche, nicht aus einem abgeschlossenen behördlichen Verfahren.

Journalismus

Malware-Angriff auf Rheinmetall Automotive stört Produktion in Brasilien, Mexiko und den USA

Ab dem Abend des 24.09.2019 legte ein Malware-Angriff die IT-Systeme mehrerer Werke der Rheinmetall-Automotive-Sparte in Brasilien, Mexiko und den USA lahm. Die Produktion an diesen Standorten war erheblich gestört. Rheinmetall bezifferte den möglichen wöchentlichen Ergebnisschaden ab der zweiten Woche auf 3 bis 4 Millionen Euro und rechnete mit einer Wiederherstellung innerhalb von zwei bis vier Wochen. Die übrigen Konzern-IT-Systeme sowie die Rüstungssparte blieben laut Unternehmensangaben unberührt.

Reuters, veröffentlicht via Euronews

27.09.2019

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Rheinmetall bestätigte weder die genaue Art der Schadsoftware noch, ob es sich um verschlüsselnde Ransomware handelte. Ein separater, ähnlich gelagerter Ransomware-Angriff auf Rheinmetall im Jahr 2020 ließ sich in der Recherche nicht verifizieren, dieser 2019er Fall ist die dokumentierte Entsprechung.

Primärquelle

DoorDash-Datenleck 2019: 4,9 Millionen Nutzer betroffen

DoorDash gab am 26.09.2019 bekannt, dass ein unbefugter Dritter am 04.05.2019 auf Nutzerdaten zugegriffen hatte. Betroffen waren rund 4,9 Millionen Kunden, Lieferpartner und Händler, die sich bis zum 05.04.2018 registriert hatten. Kompromittiert wurden Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und gehashte Passwörter, bei rund 100.000 Lieferpartnern zusätzlich vollständige Führerscheinnummern.

DoorDash, Inc. / California Attorney General

26.09.2019

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Welcher konkrete Drittanbieter betroffen war und über welchen technischen Mechanismus der Zugriff erfolgte, hat DoorDash nie veröffentlicht. Ob die entwendeten Teildaten tatsächlich für Betrug missbraucht wurden, bleibt offen.

Primärquelle

EuGH begrenzt Recht auf Vergessenwerden auf EU-Gebiet (Google gegen CNIL)

Der EuGH entschied im Fall Google LLC gegen die französische Datenschutzbehörde CNIL, dass ein Suchmaschinenbetreiber eine Auslistung nach dem Recht auf Vergessenwerden nicht weltweit auf allen Domain-Versionen durchführen muss, sondern nur auf den Versionen, die den EU-Mitgliedstaaten entsprechen. Vorausgegangen war ein Bußgeld von 100.000 Euro, das die CNIL 2016 gegen Google verhängt hatte. Der Suchmaschinenbetreiber muss aber wirksame Maßnahmen wie Geoblocking einsetzen, damit Nutzer in der EU die gelöschten Links nicht über Nicht-EU-Versionen der Suchmaschine umgehen können.

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH)

24.09.2019

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Aus der Pressemitteilung und dem Urteil selbst geht nicht hervor, wie wirksam die von Google eingesetzten Geoblocking-Maßnahmen in der Praxis tatsächlich sind. Offen bleibt zudem, ob und wie einzelne Mitgliedstaaten seither per nationalem Recht doch eine weltweite Auslistung angeordnet haben, da der EuGH dies ausdrücklich nicht ausschließt.

Journalismus

Kammergericht Berlin: Emotet-Trojaner legt IT neun Monate lahm, Millionenkosten

Am 20. September 2019 wurde das Berliner Kammergericht, eines der größten Oberlandesgerichte Deutschlands mit rund 150 Richterinnen und Richtern, Ziel eines Cyberangriffs mit den Schadprogrammen Emotet und Trickbot. Die Trojaner drangen über eine präparierte E-Mail in das ungesegmentierte Gerichtsnetzwerk ein und stahlen über mehrere Tage systematisch Zugangsdaten. Eine Verschlüsselung im Sinne klassischer Ransomware blieb aus, weil die Internetverbindung des Gerichts unterbrochen wurde, ein Datendiebstahl wurde jedoch bestätigt. Das Cyber Emergency Response Team von T-Systems empfahl einen kompletten Neuaufbau der Windows-Domäne und der gesamten IT-Infrastruktur. Neun Monate nach dem Angriff, im Juli 2020, war die Mehrheit der rund 150 Richterinnen und Richter weiterhin in ihrer Arbeit stark eingeschränkt. Neu verteilte Computer konnten mangels VPN-Zugang zunächst nur als Schreibmaschinen genutzt werden. Für die Beschaffung neuer Geräte und den Aufbau sicherer Zugänge wurden mehrere Millionen Euro veranschlagt, im Berliner Nachtragshaushalt waren insgesamt über 10 Millionen Euro für die IT-Wiederherstellung der Justiz eingeplant.

heise online

20.09.2019

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Der genaue Infektionsweg der ersten Schadsoftware-Mail konnte laut Berichten nicht abschließend rekonstruiert werden, und ob tatsächlich sensible Verfahrensdaten abgeflossen sind, blieb ungeklärt.

Primärquelle

Delivery Hero: Berliner Datenschutzbehörde verhängt bisher höchstes DSGVO-Bußgeld gegen Lieferdienst

Die Berliner Datenschutzbehörde verhängte gegen Delivery Hero (Lieferheld, pizza.de, Foodora) ein Bußgeld von 195.000 Euro, weil das Unternehmen Auskunfts-, Lösch- und Widerspruchsrechte von Kunden missachtete.

netzpolitik.org

19.09.2019

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Journalistischer Bericht über einen einzelnen Bußgeldbescheid, keine Primärquelle der Aufsichtsbehörde selbst.

Primärquelle

Delivery Hero: DSGVO-Bußgeld wegen nicht gelöschter Kundenkonten und ignorierter Betroffenenrechte

Die Berliner Datenschutzbeauftragte verhängte im August 2019 Bußgelder von insgesamt 195.407 Euro gegen die Delivery Hero Germany GmbH, zu der die Marken Lieferheld, Pizza.de und foodora gehörten. In zehn Fällen hatte das Unternehmen Konten ehemaliger Kunden trotz jahrelanger Inaktivität nicht gelöscht, in einem Fall seit 2008. Acht Kunden erhielten trotz Widerspruchs weiter Werbe-E-Mails, in fünf Fällen kam das Unternehmen Auskunftsersuchen nicht oder erst nach Einschreiten der Behörde nach. Der neue Eigentümer Takeaway.com akzeptierte die Bescheide ohne Rechtsmittel.

Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit

19.09.2019

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Die Pressemitteilung nennt kein exaktes Tagesdatum des Bußgeldbescheids innerhalb des Monats August 2019. Wie viele Kundenkonten insgesamt von dem Löschproblem betroffen waren, ist nicht erkennbar, da die genannten Fälle auf konkreten Beschwerden beruhen.

Journalismus

Zynga-Datenleck 2019: 170 Millionen Words-With-Friends-Konten kompromittiert

Der US-Spieleentwickler Zynga bestätigte am 12.09.2019 einen Datendiebstahl bei Nutzerkonten mehrerer mobiler Spiele, darunter Words With Friends, Draw Something und das eingestellte OMGPOP-Portal. Ein Hacker mit dem Pseudonym Gnosticplayers hatte sich zuvor an das Onlineportal The Hacker News gewandt und behauptet, Zugriff auf mehr als 218 Millionen Words-With-Friends-Konten zu haben. Spätere forensische Auswertungen der gestohlenen Datenbank ermittelten rund 172,9 Millionen eindeutige betroffene Konten. Betroffen waren Nutzer, die die Android- oder iOS-Version des Spiels bis zum 02.09.2019 installiert hatten. Erbeutet wurden Namen, E-Mail-Adressen, Login-IDs, mit Salt versehene SHA1-Passwort-Hashes und Passwort-Reset-Token sowie teilweise Telefonnummern, Facebook-IDs und Zynga-Konto-IDs. Zynga erklärte, Finanzinformationen seien nicht betroffen gewesen. Das Unternehmen beauftragte externe Forensikfirmen, informierte Strafverfolgungsbehörden und erzwang Passwortzurücksetzungen für betroffene Konten. Im Mai 2020 reichte die Kanzlei FeganScott im Namen betroffener Nutzer eine Sammelklage gegen Zynga wegen des Vorfalls ein.

CBS News

12.09.2019

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Die genaue Zahl der tatsächlich betroffenen Konten schwankt zwischen der ersten Hacker-Angabe von 218 Millionen und der später ermittelten Zahl von rund 172,9 Millionen, eine offizielle abschließende Bestätigung durch Zynga liegt nicht vor. Der Ausgang der 2020 eingereichten Sammelklage gegen Zynga ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Ecuador-Datenleck: 20 Millionen Bürger auf ungeschütztem Server offengelegt

Das Sicherheitsforscherteam von vpnMentor unter Leitung von Noam Rotem und Ran Locar entdeckte im September 2019 einen frei zugänglichen, unverschlüsselten Elasticsearch-Server mit rund 18 Gigabyte an Datensätzen zu etwa 20 Millionen Personen. Der Server stand in Miami, Florida, und gehörte dem ecuadorianischen Beratungsunternehmen Novaestrat, das Dienstleistungen in Datenanalyse, Marketing und Softwareentwicklung anbietet. Da Ecuador zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 16,6 Millionen Einwohner zählte, waren rechnerisch mehr Datensätze betroffen als das Land Einwohner hat, weil auch verstorbene Personen und Kinder erfasst waren. Offengelegt wurden vollständige Namen, Geburtsdaten, nationale Identifikationsnummern (Cedula), Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Angaben zu Familienangehörigen, Arbeitgeber- und Gehaltsdaten sowie Bankkontoinformationen der Staatsbank Biess und Fahrzeugregisterdaten des Automobilverbands Aeade. Die Daten stammten offenbar aus mehreren Quellen, darunter staatliche Register, die private Bank Biess und der Automobilverband Aeade. Nach Kontaktaufnahme durch vpnMentor wurde der Server am 11.09.2019 gesichert und war nicht mehr öffentlich zugänglich. Am 16.09.2019 nahmen ecuadorianische Ermittler William Roberto G., den gesetzlichen Vertreter von Novaestrat, fest. Der Vorfall gilt als eines der größten bekannten Datenlecks Lateinamerikas gemessen an der Zahl der Betroffenen im Verhältnis zur Landesbevölkerung.

vpnMentor

11.09.2019

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Aus der vpnMentor-Quelle nicht belegt sind das genaue Datum der Erstentdeckung des offenen Servers sowie technische Details zur Ursache der Fehlkonfiguration. Ebenfalls nicht dokumentiert sind der weitere Ausgang des Ermittlungsverfahrens gegen den Novaestrat-Vertreter und eventuelle Bußgelder oder ein späteres Gerichtsurteil.

Journalismus

Toyota Boshoku Europe: CEO-Fraud mit rund 37 Millionen Dollar Schaden

Eine europäische Tochtergesellschaft von Toyota Boshoku verlor am 14.08.2019 durch einen Business-Email-Compromise-Angriff rund 4 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 37,47 Millionen US-Dollar. Ein Mitarbeiter wurde per gefälschter E-Mail-Anweisung dazu gebracht, eine vermeintliche Lieferantenrechnung an ein von den Tätern kontrolliertes Konto zu überweisen. Toyota Boshoku bestätigte den Vorfall, leitete eine Untersuchung ein und schaltete lokale Behörden ein.

BleepingComputer

09.09.2019

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Nicht öffentlich dokumentiert sind der genaue technische Ablauf des Angriffs sowie der Name der konkret betroffenen europäischen Tochtergesellschaft. Unklar bleibt, wie viel des Geldes letztlich zurückgeholt werden konnte und ob täterseitig jemand identifiziert wurde.

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