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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

Paradise Papers: Offshore-Kanzlei Appleby und die globale Steuervermeidung

Am 05.11.2017 veröffentlichte das ICIJ gemeinsam mit 95 Medienpartnern in 67 Ländern die Paradise Papers, basierend auf 13,4 Millionen Dokumenten mit 1,4 Terabyte Umfang. Der Großteil, rund 7 Millionen Dateien, stammt von der Offshore-Kanzlei Appleby mit Sitz in Bermuda. Die Dokumente wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt. Unter den genannten Personen und Organisationen befanden sich die Duchy of Lancaster der Queen, der damalige US-Handelsminister Wilbur Ross sowie Apple und Nike.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

05.11.2017

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Nicht bewiesen ist, dass alle genannten Personen oder Unternehmen Steuerhinterziehung im rechtlichen Sinne begangen haben, da Offshore-Strukturen in vielen Fällen legal sind. Appleby wies Vorwürfe rechtswidrigen Handelns zurück. Die genaue Herkunft des Lecks wurde von der Süddeutschen Zeitung nicht offengelegt.

Journalismus

Paradise Papers: Internationale Enthüllung von Offshore-Finanzstrukturen

Am 05.11.2017 veröffentlichte das ICIJ mit 95 Medienpartnern die Recherche Paradise Papers, basierend auf 13,4 Millionen geleakten Dateien hauptsächlich aus der Offshore-Kanzlei Appleby. Die Dokumente zeigten Offshore-Verbindungen von mehr als 120 Politikern und Steuerplanungsstrukturen von knapp 100 multinationalen Konzernen wie Apple und Nike. Die Originaldaten wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

05.11.2017

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Nicht bewiesen ist, dass alle genannten Personen oder Firmen gegen geltendes Recht verstießen, Offshore-Strukturen sind vielfach legal. Der Ursprung des Lecks bei Appleby wurde nie einem Täter zugeordnet, Appleby selbst sprach von einem kriminellen Cyberangriff.

Behörde/Institution

WannaCry-Ransomware-Angriff auf den NHS Mai 2017

Am 12.05.2017 verbreitete sich die Ransomware WannaCry weltweit unter Ausnutzung der Windows-Schwachstelle EternalBlue, eines von der NSA entwickelten und von der Gruppe Shadow Brokers veröffentlichten Angriffswerkzeugs. Laut National Audit Office waren mindestens 81 von 236 NHS-Trusts in England sowie 603 weitere NHS-Einrichtungen betroffen, mehr als 19.000 Termine mussten abgesagt werden. Ein Sicherheitsforscher stoppte die weitere Ausbreitung durch Aktivierung eines im Schadcode enthaltenen Kill-Switch.

National Audit Office (Vereinigtes Königreich)

27.10.2017

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Die genaue Gesamtzahl weltweit infizierter Computer wird unterschiedlich beziffert, häufig zwischen 200.000 und 300.000 Systemen. Die Zuschreibung an die nordkoreanische Lazarus-Gruppe erfolgte erst im Dezember 2017, also nach Veröffentlichung des hier zitierten Berichts.

Primärquelle

Bad-Rabbit-Ransomware infiziert rund 200 Ziele in Russland und der Ukraine

Am 24. Oktober 2017 begann eine Ransomware-Angriffswelle namens Bad Rabbit, die vor allem Russland und die Ukraine traf, mit vereinzelten Meldungen auch aus der Türkei, Bulgarien, Deutschland und Japan. Zu den bekanntesten Opfern zählten die russische Nachrichtenagentur Interfax, die Kiewer Metro, der Flughafen Odessa sowie das ukrainische Infrastruktur- und Finanzministerium. Die Schadsoftware wurde über kompromittierte, überwiegend russische Nachrichten-Websites per Drive-by-Download verbreitet und gab sich als gefälschtes Adobe-Flash-Installationsprogramm aus. Innerhalb von Firmennetzwerken verbreitete sich Bad Rabbit zusätzlich über den Exploit EternalRomance, der auf durchgesickerten NSA-Werkzeugen basiert. Die Ransomware verschlüsselte Dateien mit AES-128 und ganze Festplattenpartitionen mittels DiskCryptor-Treiber. Die Angreifer forderten ein Lösegeld von 0,05 Bitcoin, umgerechnet rund 280 US-Dollar. Laut Telemetriedaten von Kaspersky wurden knapp 200 Ziele registriert. Sicherheitsforscher von Kaspersky und ESET stellten Code-Überschneidungen zwischen Bad Rabbit und NotPetya fest. Im Oktober 2018 ordnete die britische Regierung den Angriff gemeinsam mit NotPetya dem russischen Militärgeheimdienst GRU zu.

Kaspersky Lab (Securelist)

24.10.2017

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Die genaue Zahl tatsächlich verschlüsselter Systeme sowie der finanzielle Gesamtschaden sind aus dieser Quelle nicht beziffert. Die spätere Zuschreibung an den russischen Militärgeheimdienst GRU wurde von Russland zurückgewiesen und nie in einem Gerichtsverfahren festgestellt.

Journalismus

LKW-Maut-Kontrolltechnik von Toll Collect fotografiert jedes Fahrzeug, Kritiker warnen vor Bewegungsprofilen

Toll Collect GmbH, seit 2002 zuständig für Organisation und Kontrolle der deutschen LKW-Maut und zu jeweils 45 Prozent im Besitz der Deutschen Telekom und Daimler sowie zu 10 Prozent des französischen Baukonzerns Vinci, errichtete rund 600 zusätzliche Kfz-Kennzeichen-Scanner entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Kritiker warnten, dass die dabei eingesetzte Gesichtserkennung theoretisch zur Erstellung von Bewegungsprofilen beliebiger Autobahnnutzer oder zur Personenverfolgung genutzt werden könnte, da die Kontrolleinrichtungen praktisch jedes durchfahrende Fahrzeug fotografieren. Ob die erfassten Daten tatsächlich für Strafverfolgung oder durch Nachrichtendienste genutzt werden, wird immer wieder diskutiert, ohne dass es dafür bislang Belege gibt. Zusätzlich wurde Toll Collect vorgeworfen, dem Staat fragwürdige Ausgaben wie eine Oldtimer-Rallye, eine Luxushotel-Vorstandssitzung und die Unterstützung eines Berliner Kinderheims als 'Marketingkosten' der LKW-Maut in Rechnung gestellt zu haben.

heise online / freiheitsfoo.de

21.10.2017

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Für die immer wieder diskutierte Nutzung der Mautdaten durch Polizei oder Nachrichtendienste gibt es laut dieser Quelle explizit keine Belege; die Kritik betrifft primär das theoretische Missbrauchspotenzial der Infrastruktur.

Journalismus

46,2 Millionen malaysische SIM-Registrierungsdaten gestohlen und im Untergrund verkauft

Am 18.10.2017 wurde die malaysische Technologie-Website Lowyat.net auf mehrere Datenbanken aufmerksam, die in Untergrundforen zum Kauf angeboten wurden. Die malaysische Regulierungsbehörde MCMC bestätigte, dass Registrierungsdatensätze von 46,2 Millionen Mobilfunk-Anschlüssen betroffen waren, mehr als die damalige Einwohnerzahl Malaysias von rund 31 Millionen. Die Daten stammten von mindestens 12 Mobilfunkanbietern und virtuellen Netzbetreibern, darunter Celcom, Maxis, DiGi, Altel, U Mobile und XOX, sowie zusätzlich vom Malaysian Medical Council, der Malaysian Medical Association, der Malaysian Dental Association und der Jobbörse Jobstreet.com. Erbeutet wurden unter anderem Namen, Wohn- und Rechnungsadressen, MyKad-Ausweisnummern, SIM-Kartennummern, IMSI- und IMEI-Kennungen sowie Handset-Modelle. Nach Angaben der Ermittler deuteten die Zeitstempel der Daten auf einen Diebstahl zwischen 2014 und 2015 hin, laut BleepingComputer wurden die Daten spätestens im Juli 2014 entwendet. Die Datensätze wurden im Untergrund unter anderem für rund 1 Bitcoin angeboten, was zum damaligen Kurs etwa 6.500 US-Dollar entsprach. Am 16.11.2017 gab die malaysische Polizei bekannt, dass als mögliche Täter Mitarbeiter einer Firma verdächtigt werden, die mit der Datenübertragung für die MCMC befasst war. Die Website SayaKenaHack.com, über die Betroffene prüfen konnten, ob ihre Daten enthalten waren, wurde von den Behörden gesperrt. Bis zur Berichterstattung Mitte November 2017 waren keine Festnahmen erfolgt.

BleepingComputer

18.10.2017

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Aus den Quellen nicht belegt sind die genaue Identität der Täter, ein abgeschlossener Ermittlungsabschluss mit Anklage oder Verurteilung sowie eine offiziell verhängte Bußgeldhöhe gegen beteiligte Unternehmen oder Behörden.

Journalismus

"Digitale Irritation: 750.000 Ausweise in Estland hackbar" — politische Reaktion und gesellschaftliche Stimmung

Der estnische Premierminister Jüri Ratas brach eine Polenreise ab, um sich dem Problem persönlich zu widmen. Der zuständige Wirtschaftsminister betonte gleichzeitig Gelassenheit: "Das Problem ist schwerwiegend und man sollte es ernst nehmen, aber es ist nicht schwerwiegend genug, um deswegen die Karten einzuziehen." Trotz des Vorfalls erklärte der Premierminister, die Sicherheitslücke werde den Digitalisierungskurs des Landes nicht stoppen.

nd-aktuell (deutsche Tageszeitung)

08.10.2017· in Kraft

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Interessanter politischer Kontrast: Sehr hochrangige, sichtbare Reaktion (Premierminister unterbricht Auslandsreise) bei gleichzeitig bewusst kommunizierter Gelassenheit, um das übergeordnete Digitalisierungsprojekt nicht zu gefährden. Zeigt eine politische Abwägung zwischen Krisenmanagement und Vertrauenserhalt in die eigene Digitalstrategie — relevant für die Frage, wie transparent Staaten mit solchen Vorfällen umgehen (sollten).

Organisation/NGO

Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)

KassenSichV verpflichtet Betreiber elektronischer Kassensysteme zum Einbau einer zertifizierten TSE, die jeden Geschäftsvorfall manipulationssicher protokolliert.

Bundesministerium der Finanzen

07.10.2017

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Regelt technische Anforderungen, äußert sich nicht zu Datenschutzrisiken der zehnjährigen Speicherung.

Journalismus

Yahoo-Datenleck 2013: alle 3 Milliarden Konten betroffen

Yahoo bzw. die Verizon-Tochter Oath bestätigte im Oktober 2017, dass ein im August 2013 verübter Hackerangriff sämtliche zu diesem Zeitpunkt bestehenden 3 Milliarden Yahoo-Nutzerkonten betraf. Erst im Dezember 2016 war der Vorfall mit geschätzten 1 Milliarde betroffenen Konten bekannt geworden, die neue Zahl kam erst während forensischer Untersuchungen im Rahmen der Verizon-Übernahme zustande. Erbeutet wurden Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten sowie MD5-gehashte Passwörter und teils unverschlüsselte Sicherheitsfragen, jedoch keine Klartext-Passwörter oder Zahlungsdaten.

TechTarget (SearchSecurity)

05.10.2017

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Wer genau hinter dem Angriff steckt, ist nicht abschließend öffentlich geklärt, auch wenn spätere US-Anklagen mutmaßlich staatlich unterstützte Akteure aus Russland benannten. Offen bleibt zudem, warum die volle Größenordnung von 3 Milliarden Konten erst 2017 erkannt wurde und ob frühere Angaben bewusst zu niedrig kommuniziert wurden.

Organisation/NGO

Corporate capture at its most extreme: 98% of ECB advisors represent industry

Laut einer Untersuchung von 2017 waren 508 von 517 Sitzen in den offiziellen Beratungsgremien der EZB mit Vertretern privater Finanzinstitute besetzt, rund 98 Prozent.

Corporate Europe Observatory

03.10.2017

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Belegt die Besetzung der EZB-Beratungsgremien 2017. Beratungsgremien haben keine formale Entscheidungsmacht über die EZB-Geldpolitik.

Journalismus

Yahoo-Datenleck: Alle 3 Milliarden Konten betroffen

Am 03.10.2017 gab Yahoo, zu diesem Zeitpunkt Teil der Verizon-Tochtergesellschaft Oath, bekannt, dass der bereits 2016 gemeldete Angriff von August 2013 tatsächlich alle 3 Milliarden Nutzerkonten betraf statt der zuvor genannten 1 Milliarde. Die Korrektur erfolgte im Rahmen einer forensischen Nachuntersuchung nach der Verizon-Übernahme. Verizon senkte deshalb den Kaufpreis für Yahoo im Februar 2017 um 350 Millionen US-Dollar. Die SEC verhängte später gegen die Nachfolgegesellschaft Altaba eine Strafe von 35 Millionen US-Dollar wegen irreführender Anlegerinformation.

CNN Money

03.10.2017

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Nicht abschließend geklärt ist, welche konkreten Daten bei allen 3 Milliarden Konten tatsächlich ausgelesen wurden. Die Zahl von 3 Milliarden basiert auf einer internen Neubewertung durch Verizon und wurde nicht durch eine unabhängige externe Prüfung öffentlich verifiziert. In einem separaten Verfahren wurden 2017 vier Personen angeklagt, darunter zwei mutmaßliche russische Geheimdienstmitarbeiter, deren Zusammenhang mit dem 3-Milliarden-Ausmaß nicht im Detail dokumentiert ist.

Journalismus

Deloitte-Hack 2017: Ungesichertes Admin-Konto legt E-Mails von 244.000 Mitarbeitern offen

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte wurde nach Medienberichten spätestens im Oktober oder November 2016 Opfer eines Cyberangriffs auf ihr globales E-Mail-System, den das Unternehmen erst im März 2017 entdeckte. Die Angreifer verschafften sich Zugang über ein Administratorkonto, das nicht durch Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt war, und erhielten damit privilegierten Zugriff auf das komplette, bei Microsoft Azure gehostete E-Mail-System der Firma. Betroffen waren die E-Mail-Konten von rund 244.000 Deloitte-Mitarbeitern weltweit, wobei die Angreifer laut Berichten potenziell auf bis zu fünf Millionen E-Mails zugreifen konnten. Zu den kompromittierten Daten zählten Nutzernamen, Passwörter, IP-Adressen, Architekturdiagramme sowie teils Gesundheitsinformationen aus E-Mail-Anhängen. Die britische Zeitung The Guardian machte den Vorfall am 25.09.2017 öffentlich, nachdem Deloitte den Angriff zuvor nicht publik gemacht hatte. Deloitte erklärte, es seien nur sehr wenige Kunden betroffen gewesen, und bestätigte, sechs Kunden offiziell über eine Beeinträchtigung ihrer Daten informiert zu haben. Zu den laut Presseberichten möglicherweise betroffenen Organisationen zählten mehrere US-Bundesbehörden sowie internationale Konzerne aus den Bereichen Banken, Pharma und Medien.

The Guardian

25.09.2017

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Die genaue Gesamtzahl der tatsächlich betroffenen Kunden sowie der Umfang des tatsächlich abgeflossenen Datenvolumens sind nicht abschließend belegt, da Deloitte offiziell nur sechs Kunden als betroffen bestätigte, während Medienberichte einen deutlich größeren Kreis potenziell betroffener Organisationen nennen.

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