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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Primärquelle

Uber-Lizenzentzug in London durch Transport for London

Am 22.09.2017 teilte Transport for London mit, dass die Betriebslizenz von Uber London Limited nach Ablauf nicht verlängert wird, weil das Unternehmen nicht als geeignet gilt. TfL nannte vier Gründe: den Umgang mit der Meldung schwerer Straftaten von Fahrern, die Art der Beschaffung ärztlicher Bescheinigungen und Führungszeugnisse sowie den Einsatz der Software Greyball, mit der Behördenmitarbeitern der volle App-Zugriff verwehrt werden konnte.

Transport for London (TfL)

22.09.2017

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TfL bezifferte keine konkrete Zahl betroffener Fahrer oder Fahrgäste und stützte die Entscheidung auf Unternehmensverhalten, nicht auf einen einzelnen nachgewiesenen Datenschutzvorfall. Am 26.06.2018 erteilte das Westminster Magistrates' Court Uber unter Auflagen eine befristete neue Lizenz, sodass der ursprüngliche Entzug nicht dauerhaft wirksam wurde.

Journalismus

Sicherheitsforscher kritisieren schwache Umsetzung von Apples Differential Privacy

Ein Forscherteam mehrerer Universitäten analysierte in einem am 08.09.2017 veröffentlichten Paper Apples Implementierung von Differential Privacy. Für macOS Sierra ermittelten sie einen Datenschutzparameter Epsilon von 6, für iOS 10 von 14, kumulativ bis zu 43. Die Fachcommunity betrachtet Epsilon-Werte unter 1 als Richtschnur. Apple widersprach der Studie und verwies auf zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Wired

15.09.2017

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Nicht geklärt ist, ob die kumulierten Epsilon-Werte die reale Re-Identifizierbarkeit widerspiegeln, Apple bestreitet, dass sich die Werte einfach addieren lassen. Die Werte stammen aus Reverse Engineering, nicht aus offizieller Apple-Dokumentation.

Behörde/Institution

Öffentliche WLAN-Hotspots – Risiken und Schutzmaßnahmen

Datenverkehr in öffentlichen Hotspots wird meist unverschlüsselt übertragen und kann von Dritten mitgelesen oder manipuliert werden.

Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)

11.09.2017

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Mehrere Jahre alt, grundsätzliche technische Risiken bestehen aber weiterhin.

Journalismus

Equifax-Datenleck 2017: 147,9 Millionen US-Bürger betroffen

Equifax, eines der drei großen US-amerikanischen Kreditauskunftsunternehmen, gab am 07.09.2017 bekannt, dass Angreifer zwischen Mai und Ende Juli 2017 unbefugt auf seine Systeme zugegriffen hatten. Die Täter nutzten eine bekannte Sicherheitslücke in der Webanwendungs-Software Apache Struts (CVE-2017-5638) aus, für die bereits seit dem 07.03.2017 ein Patch verfügbar war, den Equifax jedoch nicht rechtzeitig installierte. Entdeckt wurde der Einbruch erst am 29.07.2017, als IT-Mitarbeiter ein abgelaufenes SSL-Zertifikat erneuerten und dabei verdächtigen Datenverkehr bemerkten. Betroffen waren die persönlichen Daten von rund 147,9 Millionen US-Bürgern (Namen, Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten, Adressen, teils Führerschein- und Kreditkartennummern) sowie zusätzlich etwa 15,2 Millionen Britinnen und Briten und rund 19.670 Kanadierinnen und Kanadier. CEO Richard Smith trat am 26.09.2017 zurück, nachdem am 15.09.2017 bereits der Chief Information Officer und der Chief Security Officer das Unternehmen verlassen hatten. Der Fall führte zu mehreren Anhörungen vor Ausschüssen des US-Kongresses, bei denen Smith menschliches Versagen und mangelnde interne Kommunikation als Ursachen für die verpasste Patch-Installation nannte. Am 22.07.2019 einigte sich Equifax mit der FTC, dem CFPB sowie 48 US-Bundesstaaten auf eine Vergleichszahlung von mindestens 575 Millionen US-Dollar, die bei hoher Zahl an Entschädigungsanträgen auf bis zu 700 Millionen US-Dollar steigen konnte. Zudem wurde bekannt, dass CFO John Gamble vor der öffentlichen Bekanntgabe Firmenaktien verkauft hatte, was separate Ermittlungen wegen möglichen Insiderhandels nach sich zog.

Wikipedia

07.09.2017

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Aus dieser Quelle nicht abschließend belegt ist, wie viele der 147,9 Millionen Betroffenen tatsächlich Entschädigungszahlungen aus dem Vergleichsfonds erhielten. Die strafrechtliche Verantwortung bleibt teilweise offen: 2020 klagte das US-Justizministerium vier mutmaßliche chinesische Militärangehörige an, eine Verurteilung ist bislang nicht erfolgt.

Journalismus

Project Chanology: Anonymous gegen Scientology 2008

Nachdem die Scientology-Kirche am 16.01.2008 eine Urheberrechtsbeschwerde gegen ein Tom-Cruise-Video bei YouTube durchsetzte, veröffentlichte Anonymous am 21.01.2008 das Video Message to Scientology und startete Project Chanology. Am 10.02.2008 demonstrierten in über 50 Städten in 14 Ländern schätzungsweise 6.000 bis 8.300 maskierte Teilnehmer, was als erste große Überführung von Anonymous in realweltlichen Aktivismus gilt. Neben Protesten gehörten DDoS-Angriffe, schwarze Faxe und Prank Calls zu den Aktionsformen. Die per FOIA freigegebenen FBI-Akten zeigen, dass die Kirche gegenüber der Bundespolizei von einer terroristischen Organisation sprach.

The AEGIS Alliance, basierend auf per FOIA freigegebenen FBI-Akten

06.09.2017

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Nicht dokumentiert ist eine zentrale Führungsstruktur von Anonymous, da die Bewegung dezentral organisiert war. Die genaue Teilnehmerzahl schwankt je nach Quelle zwischen rund 6.000 und mehr als 9.000. Unklar bleibt der tatsächliche wirtschaftliche Schaden der DDoS-Angriffe.

Organisation/NGO

Verfassungsbeschwerde wegen Ausweiszwang für SIM-Karte

Patrick Breyer legte Verfassungsbeschwerde gegen die Ausweispflicht beim Kauf von Prepaid-SIM-Karten ein, verwies auf Länder ohne diese Pflicht ohne sinkende Aufklärungsrate.

Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)

05.09.2017

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Ausgang der Verfassungsbeschwerde im Artikel nicht mitgeteilt.

Journalismus

Estland: ROCA-Kryptolücke zwingt zum Austausch von 750.000 eID-Karten

Am 05.09.2017 bestätigte die estnische Behörde RIA eine Sicherheitslücke in der estnischen elektronischen Identitätskarte, die rund 750.000 seit Oktober 2014 ausgegebene Chipkarten betraf, darunter auch Karten von E-Residency-Nutzern. Ursache war die ROCA-Schwachstelle in der RSA-Schlüsselerzeugung von Kryptochips des Herstellers Infineon, die in den vom Kartenhersteller Gemalto produzierten estnischen ID-Karten verbaut waren. Die Lücke erlaubte theoretisch die Berechnung des privaten RSA-Schlüssels aus dem öffentlichen Schlüssel und damit die Fälschung digitaler Identitäten. Laut RIA gab es zum Zeitpunkt der Bekanntgabe keine Hinweise auf tatsächlichen Missbrauch. Am 03.11.2017 setzte die estnische Regierung die betroffenen Zertifikate aus; Karteninhaber konnten sie bis zum 31.03.2018 erneuern, nicht erneuerte Zertifikate wurden zum 01.04.2018 widerrufen. Die ROCA-Schwachstelle betraf weltweit schätzungsweise über eine Milliarde Krypto-Chips. Im Februar 2021 einigten sich die estnische Grenzschutzbehörde und der Kartenhersteller Gemalto, inzwischen Teil von Thales, auf eine Zahlung von 2,2 Millionen Euro Entschädigung, nachdem der estnische Staat zunächst 152 Millionen Euro Schadensersatz gefordert hatte.

heise online

05.09.2017

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Aus der Quelle geht nicht hervor, ob es je zu einem konkreten Missbrauchsfall kam oder wer die Schwachstelle ursprünglich entdeckte; die Angaben zur Zertifikatssperrung sowie zum Gemalto-Vergleich 2021 stammen aus späteren, ergänzenden Quellen.

Journalismus

Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat)

OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans.

OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project)

04.09.2017

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Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus.

Journalismus

Wells Fargo Admits To Nearly Twice As Many Possible Fake Accounts, 3.5 Million

Eine interne Prüfung ergab 2017, dass tatsächlich bis zu 3,5 Millionen Wells-Fargo-Konten ohne Kundenzustimmung eröffnet worden sein könnten, fast doppelt so viele wie 2016 eingeräumt.

NPR

31.08.2017

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Belegt die korrigierte Zahl 2017. Rund 190.000 dieser Konten hatten laut Bank tatsächlich Gebühren- oder Zinsfolgen für Kunden.

Organisation/NGO

Abbott ruft 465.000 Herzschrittmacher wegen Hacking-Sicherheitslücke zurück

Am 29.08.2017 ordnete die FDA einen freiwilligen Rückruf von 465.000 Herzschrittmachern des Herstellers Abbott (übernommen von St. Jude Medical) an, um eine Firmware-Sicherheitslücke zu schließen. Betroffen waren sechs Modellreihen (Accent, Accent MRI, Accent ST, Allure, Anthem, Assurity). Die Schwachstelle hätte es unbefugten Personen mit handelsüblicher Ausrüstung ermöglicht, aus der Nähe auf das implantierte Gerät zuzugreifen und dessen Programmierung zu verändern, mit möglichen Folgen wie beschleunigter Batterieentladung oder fehlerhafter Herzstimulation. Der Rückruf bestand aus einem Firmware-Update beim Arzt, kein Austausch des Geräts war nötig.

U.S. Food and Drug Administration (FDA)

29.08.2017

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Die FDA meldete zum Zeitpunkt des Rückrufs keine bekannten Verletzungsfälle durch die Schwachstelle; ob es später tatsächlich zu einem Angriff über diese Lücke kam, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Primärquelle

Why We Terminated Daily Stormer

Cloudflares CEO begründet Kündigung von Daily Stormer, warnt vor gefährlicher Machtposition weniger Infrastrukturanbieter über Online-Zensur.

Matthew Prince, Cloudflare CEO

16.08.2017

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Eigendarstellung des betroffenen Unternehmens.

Journalismus

Justice Department Formally Ends Operation Choke Point

Das US-Justizministerium beendete 2017 offiziell Operation Choke Point, ein Programm, das Banken zuvor gedrängt hatte, legalen aber unerwünschten Branchen die Kontoführung zu verweigern.

ABA Banking Journal

16.08.2017

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Belegt Existenz und offizielles Ende des Programms 2017. Beweist nichts über spätere, umstrittene Nachfolgevorwürfe im Kryptobereich.

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