JournalismusPanama Papers: 11,5 Millionen Dokumente enthüllen globale Offshore-Steueroasen
Am 03.04.2016 veröffentlichten die Süddeutsche Zeitung und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) die Panama Papers, ein Datenleck von 11,5 Millionen Dokumenten mit rund 2,6 Terabyte aus der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Ein anonymer Informant unter dem Pseudonym John Doe hatte die Unterlagen 2015 dem SZ-Journalisten Bastian Obermayer zugespielt, der sie mit dem ICIJ teilte. Mehr als 350 Journalisten aus rund 80 Ländern und über 100 Medienorganisationen werteten das Material rund ein Jahr lang gemeinsam aus, bevor die Ergebnisse zeitgleich veröffentlicht wurden. Die Dokumente belegten mehr als 214.000 Offshore-Firmen und nannten 12 amtierende oder ehemalige Staats- und Regierungschefs sowie rund 140 weitere Politiker. Islands Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson trat am 05.04.2016 wegen unversteuerter Offshore-Vermögen zurück, Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif wurde 2017 vom Obersten Gerichtshof des Landes seines Amtes enthoben. Die Mossack-Fonseca-Gründer wurden im Februar 2017 in Panama wegen Geldwäsche festgenommen, die Kanzlei stellte im März 2018 ihren Geschäftsbetrieb ein. Laut ICIJ hatten Staaten bis 2021 weltweit mehr als 1,36 Milliarden US-Dollar an Steuernachzahlungen und Bußgeldern infolge der Enthüllungen eingetrieben.
ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists)
03.04.2016
Klartext anzeigen
Die Identität des Informanten John Doe ist bis heute nicht bekannt. Die strafrechtlichen Verfahren gegen die Kanzleigründer endeten 2024 in Panama mit Freisprüchen vom Vorwurf der Geldwäsche, was aus der zitierten ICIJ-Quelle allein nicht hervorgeht.




